Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Harte Kritik an Bundesregierung

Extremwinter-Szenario alarmiert: Gas-Speicher könnten bei Kälte wie 2010 bereits Mitte Januar leer sein

Gas-Speicher in Deutschland haben nur 75 Prozent Füllstand zum Start der Heizperiode. Extreme Kälte könnte im Januar zu Versorgungsengpässen führen.

Frankfurt – Deutsche Gas-Speicher starten mit einem dramatisch niedrigen Füllstand von nur 75 Prozent in den Winter 2025. Die Initiative Energien Speichern (INES) warnte am Dienstag, 18. November, vor einer prekären Versorgungslage. Bei extrem tiefen Temperaturen könnte dies bereits im Januar zu Versorgungsengpässen führen, was Experten alarmiert.

Blick auf die Baustelle des Wärmespeichers im Hamburger Energiepark Hafen auf der Dradenau.

Gas-Speicher-Befüllung im Sommer: Langsamer als im Vorjahr

Zwar wurden die deutschen Gas-Speicher über den Sommer kontinuierlich befüllt, jedoch geschah dies langsamer als im Vorjahr und auch weniger als im europäischen Vergleich.

Die INES, deren Mitglieder über 90 Prozent der deutschen Gasspeicherkapazitäten abdecken, hatte im September noch prognostiziert, dass bis November ein Füllstand von 81 Prozent erreicht werden könnte. Selbst diese Prognose hätte bei extrem kalten Temperaturen nicht ausgereicht, um den Bedarf über den Winter zu decken.

Winter-Szenarien: So wären die Gas-Speicher bereits im Januar leer

Die von INES modellierten Winter-Szenarien zeichnen ein besorgniserregendes Bild für den kommenden Winter. Bei warmen bis mittleren Temperaturen wird von einer „moderaten bis umfangreichen“ Entleerung der Gas-Speicher bis Ende Februar ausgegangen.

Gas-Speicher-Szenarien im Winter
Warmer WinterModerate Entleerung bis Februar
Normaler WinterUmfangreiche Entleerung bis Februar
Extremer Winter (wie 2010)Vollständige Entleerung bereits Mitte Januar

Besonders kritisch wird es jedoch bei „extrem kalten Temperaturen“, vergleichbar mit dem Wetterjahr 2010. In diesem Szenario wären die Gas-Speicher bereits Mitte Januar vollständig entleert.

Scharfe Kritik an Bundesregierung wegen Gas-Speicher-Politik

INES-Chef Sebastian Heinermann übt scharfe Kritik an der Bundesregierung. Er betont: „Der Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe hatte bereits Ende Februar einen Vorschlag für ein strategisches Befüllungsinstrument vorgelegt. Für einen Einsatz vor dem Winter hat die Bundesregierung jedoch nie die Genehmigung erteilt“. Heinermann verweist auf Italien als positives Beispiel, wo die Gas-Speicher derzeit zu über 90 Prozent gefüllt sind.

Der Vergleich mit anderen EU-Ländern, insbesondere Italien, zeigt deutliche Unterschiede in der Herangehensweise an die Gas-Speicher-Befüllung.

Während Deutschland mit 75 Prozent in die Heizperiode startet, hat Italien einen Füllstand von über 90 Prozent erreicht [1]. Dies wirft Fragen zur Effektivität der deutschen Energiepolitik und Winter-Vorsorge auf.

EU-Gasspeichervorgaben: Lockerung auf deutsches Drängen

Brisant: Die Gasspeichervorgaben der EU wurden auf Drängen der Bundesregierung in diesem Jahr deutlich gelockert.

Die ursprüngliche Vorgabe, wonach bis zum 1. November ein Füllstand von 90 Prozent erreicht werden musste, hatte im Vorjahr zu deutlich erhöhten Preisen am Gasmarkt über den Sommer geführt. Die Lockerung dieser Vorgaben scheint nun jedoch zu einer prekären Situation für die deutsche Winter-Energieversorgung geführt zu haben.

Rubriklistenbild: © David Hammersen

Kommentare