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Lebensstandard sinkt dramatisch

Eine Million Euro fehlen pro Kopf: Diese bittere Renten-Abrechnung droht vielen

Wenn die Rente im Alter nicht zum Leben reicht: Vielen Deutschen droht im Ruhestand ein geringerer Lebensstandard. Für Durschnittsverdienende kann die Rentenlücke eine Million Euro betragen.

Frankfurt – Zu geringe Renten und Altersarmut sind bereits jetzt ein Problem. Doch auch wer noch über der Armutsgrenze liegt, hat im Alter weniger Geld zur Verfügung als noch im Erwerbsleben. Zumindest um den früheren Lebensstandard zu halten, reicht für viele die gesetzliche Rente allein nicht aus. Damit steigt die sogenannte Rentenlücke, also die Differenz zwischen den Ausgaben und dem Einkommen aus der gesetzlichen Altersvorsorge.

Die Rentenlücke, die auch Versorgungslücke genannt wird, kann laut einer Analyse des Ratgeberportals Finanztip auf bis zu einer Million Euro ansteigen – für Beschäftigte mit einem durchschnittlichen Einkommen. Für die Analyse hat das Finanzportal 900 Musterfälle für Menschen im Alter von 20 bis 55 Jahren simuliert.

Rente reicht nicht für Ausgaben im Alter: Versorgungslücke wächst weiter – bis zu einer Million Euro

Bei einer beispielhaften 30-jährigen Frau mit einem Nettoeinkommen von 2700 Euro ergebe sich ein Gesamtbedarf von einer Million Euro, heißt es in einer Finanztip-Mitteilung. Bedingung ist, dass sie entsprechend der Regelaltersgrenze mit 67 Jahren in Rente geht und 100 Jahre alt wird.

Um die Rentenlücke auszugleichen und im Alter keinen niedrigeren Lebensstandard als im Berufsleben zu haben, empfehlen Fachleute eine private Vorsorge neben der gesetzlichen Rente.

Doch auch wenn die Frau 20 Jahre Rente bezieht, würde die Versorgungslücke im Ruhestand 500.000 Euro betragen. Grundlage der Rechnung war demnach ein Budget von 80 Prozent ihres letzten Gehalts, eine jährliche Inflationsrate von zwei Prozent sowie eine Rentensteigerung von 1,7 Prozent.

Steigende Lebenshaltungskosten sorgen für größeren Bedarf – Rentenerhöhungen gleichen das nicht aus

Ursache für die sich vergrößernde Rentenlücke sind die steigenden Lebenshaltungskosten. Letzteres übertrifft das Wachstum der Renten. Deren Finanzierung gerät aufgrund der älter werdenden Gesellschaft immer mehr unter Druck. Denn: Weniger Beitragszahlende stehen immer mehr Rentnerinnen und Rentner gegenüber. Nach Erwartung von Finanztip könne es sich Deutschland nicht leisten, dass die Renten mit den allgemeinen Preissteigerungen mithalten. Die Rentenlücke wachse dementsprechend kontinuierlich.

Um die Versorgungslücke der gesetzlichen Rente zu schließen, gibt es mehrere Optionen. Denn die Altersvorsorge beruht neben der gesetzlichen Rentenversicherung noch auf zwei weiteren Säulen: der betrieblichen und privaten Vorsorge. Nach der Finanztip-Umfrage nutzen 26 Prozent der Befragten eine betriebliche Rente. Doch nicht alle Unternehmen bieten die Option an.

Private Vorsorge als Lösung für Rentenlücke von vielen Befragten nicht genutzt

Die meisten Befragten (30 Prozent) sorgen über Tages- und Festgeldkonten vor. Private Lebens- und Rentenversicherungen kommen jeweils auf 26 Prozent. Lediglich etwas mehr ein Fünftel der Befragten – 21 Prozent – investiere dagegen in Aktien-ETFs.

Insgesamt sorgten jedoch viele Deutsche gar nicht oder nur unzureichend vor, erklärt das Finanzportal. Ein Viertel spare gar nicht für die Altersvorsorge an. Dabei gebe es zudem ein Gender-Save-Gap, eine Ungleichheit bei der Altersvorsorge. Jede vierte Frau könne weniger als 100 Euro pro Monat zurücklegen, 30 Prozent gar nichts. Der Anteil ist bei Männern geringer. Der Anteil ganz ohne Vorsorge liegt bei 19 Prozent. Das ist eine der Ursachen für die Ungleichheit bei der Rente, wo nach wie vor Frauen häufiger armutsgefährdet sind.

Viele Menschen verlassen sich immer noch zu sehr auf die gesetzlichen Renten

„Viele Menschen verlassen sich immer noch zu sehr auf die gesetzliche Rente und unterschätzen, wie viel sie sparen müssen, um später abgesichert zu sein“, erklärte Finanztip-Chefredakteur Saidi Sulilatu. „Gerade weil die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland seit Jahrzehnten steigt, wächst der persönliche Bedarf.“

Laut den Berechnungen müsse die 30-Jährige aus dem Beispiel 430 Euro monatlich in Aktien-ETFs investieren, was 16 Prozent ihres Nettoeinkommens entspreche, um ihre Rentenlücke zu schließen. Wenn sie erst mit 35 Jahren ohne Erspartes mit der Vorsorge beginne, seien es 540 Euro.

Rubriklistenbild: © Montage

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