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Langfristiges Rentenplus

Erhöhen Sie Ihre Rente – Gesetzlich zulässiger Kniff bringt mehr Geld im Alter

Wer sich frühzeitig zur Ruhe setzt, muss mit Kürzungen rechnen. Diese Kürzungen bieten allerdings auch Potenzial. Sie erlauben es Rentnern, mehr Geld zu beziehen.

Berlin – „Es wird mit uns keine Rentenkürzungen geben“, zitierte das ZDF den CDU-Chef Friedrich Merz. Die Bundestagswahl rückt näher, die Parteien haben ihre Rentenkonzepte veröffentlicht und sind damit auf Stimmfang. Allerdings sieht keines der Programme eine Rentenerhöhung vor. Im Gegenteil: FDP-Chef Christian Lindner sprach von höheren Abschlägen, sollten Menschen zu früh in Rente gehen. Von der CDU kam der Vorschlag einer „Aktivrente“: Wer im Ruhestand freiwillig arbeitet, soll bis zu einem Gehalt von 2.000 Euro steuerfrei dazuverdienen. Allerdings gibt es noch einen legalen Trick, mit dem sich die Rente auch bei Früheintritt aufstocken lässt.

Abschläge bei zu frühem Eintritt in die Rente – Rentenminderung voraus

Zunächst müssen wir die Frage klären: Wer darf in Rente gehen? Hier unterscheidet die Deutsche Rentenversicherung (DRV) grundsätzlich zwischen zwei Modellen. Die Altersrente für langjährig Versicherte gilt für alle Personen, die mindestens 35 lang in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Das Eintrittsalter für die abschlagsfreie Rente wird gleichzeitig stufenweise auf das 67. Lebensjahr angehoben. Die Regelaltersgrenze liegt ab dem Geburtsjahrgang 1964 bei 67 Jahren – wer früher in Rente gehen will, muss Abschläge in Kauf nehmen.

Ein älteres Paar mit Lebkuchenherz (Symbolfoto). Wer zu früh in Rente geht, muss Abschläge in Kauf nehmen. Diese Abschläge bieten jedoch auch Chancen. Durch sie können Rentner mehr Geld erhalten.

Das zweite Modell ist die Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Auf sie haben alle Versicherten einen Anspruch, die mindestens 45 Jahre Versicherungszeit zurückgelegt und die maßgebliche Altersgrenze erreicht haben. Diese Altersrente für besonders langjährig Versicherte wird fälschlicherweise auch „Rente mit 63“ genannt, weil diejenigen, die vor 1953 geboren sind, ohne Abschläge mit 63 in Rente gehen durften. Momentan verschiebt sich das Rentenalter schrittweise nach oben.

Wer vor dem Erreichen des regulären Rentenalters eine Altersrente für langjährig Versicherte in Anspruch nehmen möchte, muss Abschläge in Kauf nehmen. Diese werden auch für den Trick wichtig, der dauerhaft die Rente erhöhen kann. Für jeden Monat, den Rentner von ihrer Restarbeitszeit abziehen, beträgt der Abschlag 0,3 Prozent – bis zu einem maximalen Abschlag von 14,4 Prozent. Das bedeutet: Wer früher in Rente geht, sorgt dafür, dass die eigene Rente langfristig geringer ausfällt. Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, so schreibt die Deutsche Rentenversicherung, können Rentner nicht vorzeitig beziehen, auch nicht mit Abschlägen. Bei ihr handelt es sich bereits um einen Hebel zum früheren Renteneintritt.

Abschläge ausgleichen vor der Rente – Sonderzahlungen können Altersbezüge erhöhen

Allerdings können Rentner diese Abschläge ausgleichen. Das passiert durch Sonderzahlungen, die sie ab dem 50. Lebensjahr leisten können. Diese ermöglichen einen entweder teilweisen oder gar ganzen Ausgleich der Abschläge. Laut der DRV sollten Arbeitnehmer dazu einen entsprechenden Antrag stellen. Daraufhin erhalten sie eine Auskunft über die Höhe der maximal möglichen Sonderzahlung. Allerdings sind weder Antrag noch Auskunft eine Verpflichtung für eine solche Sonderzahlung.

Aber was, wenn diese Summe bereits entrichtet ist und man sich dann dazu entscheidet, doch bis zum regulären Renteneintrittsalter zu arbeiten? In dem Fall greift eine besondere Regel. Die DRV schreibt dazu selbst, dass Arbeitnehmer nicht verpflichtet sind, tatsächlich eine vorgezogene Rente in Anspruch zu nehmen – außerdem ist eine Erstattung der Sonderzahlungen nicht möglich.

„Bei einem späteren Rentenbeginn erhöhen die geleisteten Zahlungen die monatliche Rente“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung. Das wiederum bedeutet: Durch diesen Kniff kann die Rente lebenslänglich wachsen.

Rente kann auch ohne Abschläge wachsen – Zum Beispiel durch Rentenpunkte

Darüber hinaus gibt es einige kosten- oder zeitintensivere Methoden, um die Rente dauerhaft anzuheben. Erstens können Arbeitnehmer zusätzliche Rentenpunkte kaufen, die jedoch entsprechend teuer sind. 2024 zum Beispiel hat ein Rentenpunkt in Westdeutschland rund 8.437 Euro gekostet, im Osten 8.320 Euro. 2025 sind es gar 9.392 Euro. Dabei richtet sich der Wert dieser Rentenpunkte unter anderem nach dem Durchschnittsentgelt der Versicherten und dem aktuellen Beitragssatz.

Zuletzt können Rentner auch einfach über das Renteneintrittsalter hinaus weiterarbeiten. In dem Fall erhalten sie pro Monat der Mehrarbeit ein Rentenplus von 0,5 Prozent – lebenslang. Wer ein ganzes Jahr länger arbeitet, als er müsste, erhält sechs Prozent mehr Geld als Rentner, die das nicht tun.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Westend61

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