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Verkündung am Freitag

Entscheidung um neuen Mindestlohn: Erhöhung auf beachtliche 21 Euro könnte kommen

Der Mindestlohn könnte auf 15 Euro steigen. Dabei müsste die Lohnuntergrenze deutlich höher festgelegt werden, um Menschen vor Altersarmut zu schützen.

Berlin – Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird es am Freitag (27. Juni) spannend. Dann nämlich soll die neue Höhe des Mindestlohns bekannt gegeben werden. Aktuell steht er bei 12,82 Euro pro Stunde. Dass die Lohnuntergrenze bereits jetzt die von der Regierung angepeilte Marke von 15 Euro erreicht, darf bezweifelt werden. Dabei müsste der Mindestlohn bei 21 Euro liegen, um Altersarmut in der Rente wirksam zu bekämpfen.

Kommission will Höhe des Mindestlohns bekanntgeben – steigt er auf 15 Euro?

Um 13 Uhr will die Mindestlohnkommission, bestehend aus Verhandlungsführern der Arbeitgeber und der Gewerkschaften, ihr Ergebnis verkünden. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte sich im vergangenen Jahr auf die Forderung von 15,27 Euro je Stunde für 2026 festgelegt. Begründung: So würden EU-Vorgaben erfüllt, nach denen der Mindestlohn 60 Prozent des mittleren Einkommens eines Landes erreichen soll.

Steigt der Mindestlohn bald auf 15 Euro? Mit Spannung wird die Entscheidung der Mindestlohnkommission am 30. Juni erwartet.

Zwar verzichtete die schwarz-rote Regierung in ihrem Koalitionsvertrag auf eine Vorgabe, nannte aber einen Betrag von 15 Euro bis 2026. 15 Euro Mindestlohn waren ein zentrales Wahlversprechen der SPD. Im Vorfeld hatte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf in einem ARD-Interview gesagt, dass sich die Sozialdemokraten mit einem Wert knapp darunter zufriedengäben.

21 Euro Mindestlohn sind nötig, um Rentner vor Altersarmut zu bewahren

Eine Mindestlohn-Erhöhung auf 15 Euro wäre einerseits für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein gutes Signal, doch für Rentnerinnen und Rentner zu wenig. Darauf weist die Rechtsanwalts- und Rentenberatungskanzlei rentenbescheid24.de hin. Sie rechnete vor, dass der Mindestlohn etwa 21 Euro betragen müsste, um eine Altersrente ohne Armut zu gewährleisten.

Die zehn besten Tipps, um früher in Rente zu gehen

Symbolfoto. Eine Frau und ein Mann sitzen zusammen an einem Tisch mit einem Tablet und unterhalten sich.
Früher in den Ruhestand zu starten, ist für viele Menschen ein großer Wunsch. Mit einer durchdachten Planung und cleverer Nutzung von gesetzlichen und betrieblichen Möglichkeiten lässt sich dieser Traum oft verwirklichen. Hier sind die zehn besten Tipps, wie Sie Ihren Ruhestand vorziehen können. © Juliane Sonntag/Imago
Rente mit 63 ohne Abschläge
Rente mit 63 ohne Abschläge: Wenn Sie 45 Versicherungsjahre vorweisen können, dürfen Sie laut Deutsche-rentenversicherung.de mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Das Rentenalter hierfür ist allerdings abhängig vom Geburtsjahr: Für den Jahrgang 1959 liegt es beispielsweise bei 64 Jahren und 2 Monaten (Stand: 2023). Planen Sie also frühzeitig, wie Sie die 45 Jahre erreichen, denn diese Regelung kann Ihnen einen sorgenfreien finanziellen Start in den Ruhestand ermöglichen. © Aida López/Imago
Rente mit 63 mit Abschlägen
Rente mit 63 mit Abschlägen: Auch mit 35 Versicherungsjahren ist ein früher Renteneintritt möglich, jedoch mit Abschlägen. Für jeden Monat vor dem regulären Renteneintrittsalter werden 0,3 % Ihrer Rente abgezogen – maximal bis zu 14,4 %. Diese Kürzungen gelten dauerhaft, weshalb eine genaue Kalkulation essenziell ist, bevor Sie sich für diese Option entscheiden. © Thomas Trutschel/Imago
Betriebliche Rente
Betriebliche Rente: Manche Arbeitgeber bieten laut Stiftung Warentest betriebliche Lösungen, um bereits vor 63 Jahren aus dem Berufsleben auszusteigen. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Firmenregelungen, denn darauf haben Sie keinen gesetzlichen Anspruch. Eine betriebliche Rente kann jedoch eine wertvolle Ergänzung zu Ihrer gesetzlichen Rente sein, wenn Ihr Unternehmen solche Modelle unterstützt. © Imago
Mit Altersteilzeit in Rente gehen
Altersteilzeit: Die Altersteilzeit ermöglicht es Arbeitnehmern ab 55 Jahren, schrittweise aus dem Berufsleben auszusteigen. Besonders beliebt ist laut den Experten der Stiftung Warentest das Blockmodell: Hier arbeiten Sie beispielsweise drei Jahre voll und können anschließend drei Jahre lang freigestellt werden. Diese Regelung schafft eine ideale Balance zwischen Arbeit und Freizeit und bereitet optimal auf den Ruhestand vor. © Imago
Mit Vorruhestand früher in Rente gehen
Vorruhestand: Einige Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, in den Vorruhestand zu gehen. Dabei entfällt laut Stiftung Warentest zwar die Arbeitspflicht, das Gehalt wird aber stark reduziert. Oftmals bleibt nur die frühestmögliche Rente mit Abschlägen als Ergänzung, was eine sorgfältige finanzielle Planung erfordert. © Imago
Flexibler Übergang in den Ruhestand
Flexibler Übergang in den Ruhestand: Das Flexirentengesetz ermöglicht seit 2017 einen stufenweisen Übergang in den Ruhestand. Bereits ab 63 Jahren können Sie Altersrente beziehen und gleichzeitig in Teilzeit weiterarbeiten. Diese Lösung bietet nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch mehr Freiheit bei der Gestaltung Ihrer letzten Berufsjahre. © Imago
Wertguthaben aufbauen
Wertguthaben aufbauen: Einige Arbeitgeber erlauben das Ansammeln von Wertguthaben, das Sie später nutzen können, um früher in den Ruhestand zu gehen, berichten die Finanzexperten auf Test.de. Dieses Guthaben entsteht beispielsweise durch Überstunden oder nicht genommene Urlaubstage. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Arbeitgeber, um herauszufinden, ob Ihr Betrieb solche Modelle anbietet. © Uwe Umstätter/Imago
Frühzeitige Finanzplanung für Rente
Frühzeitige Finanzplanung: Der Schlüssel zu einem vorzeitigen Renteneintritt liegt laut Dieversicherer.de in einer durchdachten Finanzplanung. Setzen Sie sich schon frühzeitig Ziele und erstellen Sie einen konkreten Plan, wie Sie diese erreichen können. Eine professionelle Beratung ist hierbei besonders hilfreich, um langfristige Sicherheit zu gewährleisten. © Imago
Kostenkontrolle für bequeme Rente
Kostenkontrolle: Je geringer Ihre Ausgaben, desto schneller können Sie Kapital für den Ruhestand ansparen. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Fixkosten und suchen Sie nach Einsparpotenzialen. Schon kleine Änderungen im Alltag können auf lange Sicht große finanzielle Freiräume schaffen. © Uwe Umstätter/Imago
Private Altersvorsorge
Private Altersvorsorge: Ergänzen Sie die gesetzliche Rente durch private Vorsorgeprodukte wie Lebensversicherungen, Riester-Rente oder ETF-Sparpläne. Diese können helfen, finanzielle Lücken zu schließen und den Renteneintritt früher zu realisieren. Lassen Sie sich hierzu umfassend beraten, um die für Sie passende Kombination aus Sicherheit und Rendite zu finden. © Luka Storm/Imago

Die Kanzlei berechnete den Bruttolohn, der nötig ist, um eine armutsfeste Rente zu erhalten. Bei 15 Euro Mindestlohn, einer 40-Stunden-Woche und 45 Jahre Arbeit ergebe sich ein Rentenwert von 40,79 Euro und ein Durchschnittsgehalt von 50.493 Euro. In dem Fall betrage die Rente 1.136 Euro pro Monat. Das liege deutlich unter der Gefährdungsgrenze, die im Jahr 2025 bei 1.380 Euro netto pro Monat liegt, hieß es. Die Schwelle der Armutsgefährdung würde erst bei 21 Euro Mindestlohn knapp überschritten, so die Berechnung. 2024 erreichte die Zahl der armutsgefährdeten Rentnerinnen und Rentner in Deutschland einen Höchststand. (mt/mit Material von dpa)

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