Antriebsvergleich
Von Deutschland in den Italien-Urlaub: E-Auto oder Verbrenner? Analyse klärt auf
Eine Urlaubsfahrt von Deutschland in die Toskana wird zum Prüfstand für E-Autos und Verbrenner. Wer setzt sich im Vergleich bei Kosten und Umweltverträglichkeit durch?
Köln/München - Elektroauto oder Verbrenner? In Zeiten der Verkehrswende hängt von dieser Frage mitunter das Wohlergehen der Autonation Deutschland ab. Schließlich sind Fahrzeuge mit Benzin- und Diesel-Antriebstechnologie seit Jahrzehnten eine Kernkompetenz im Land.
Aus Gründen des Umweltschutzes und der Innovation verbreiten sich Elektroautos und die Umstellung bedeutet für traditionelle Autokonzerne eine große Herausforderung. Umso mehr gilt das seit dem Stopp der staatlichen Kaufprämie: Autokäufer halten sich 2024 zurück - wenngleich außer Frage zu stehen scheint, dass sich E-Mobilität langfristig durchsetzt.
E-Auto oder Verbrenner? Mit beiden Antriebsarten in Richtung Toskana
In der Ferienzeit stellt sich die Frage, mit welcher Antriebsart eine Fahrt in den Urlaub günstiger und umweltfreundlicher ist? Eine Gegenüberstellung von Elektroauto und Verbrenner zeigt, dass der Stromer bei den Betriebskosten als auch dem Schadstoffausstoß die Nase vorn hat. Das ist umso mehr der Fall, wenn das E-Auto zu Hause mit einer Photovoltaikanlage „betankt“ wird.
Der ADAC Solar und das PV-Unternehmen Otovo machen dabei folgende Rechnung auf: In einem Test wurde die Performance von Elektro- und Benzin-Modellen auf einer Urlaubsfahrt von Köln in die Toskana analysiert. Die rund 1100 Kilometer lange Route dient als repräsentatives Beispiel für eine Urlaubsfahrt, um die Punkte Alltagstauglichkeit und Wirtschaftlichkeit zu bewerten. Für den Vergleich wurde jeweils ein Auto der Mittelklasse verwendet.
Antriebsarten im Vergleich: Warum ein E-Auto günstiger ist
Während der Reise in die Toskana waren mehrere Pausen erforderlich, um sowohl den Akku des Elektroautos als auch den Tank des Benziners aufzufüllen. Die durchschnittlichen Benzinpreise betrugen auf der Strecke 1,83 Euro pro Liter, während der Verbrauch bei 9 Liter pro 100 Kilometer lag. Das Elektroauto absolvierte die Strecke mit einem durchschnittlichen Energieverbrauch von 22 Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometer.
Nach Beendigung listet die Analyse folgende Erkenntnisse auf:
- Das Elektroauto spart 39 Prozent der Betriebskosten beim Laden gegenüber dem Tanken.
- Die Reduktion des CO2-Ausstoßes der Fahrt beträgt 70 Prozent.
- Die Ladezeit mit dem Elektroauto beträgt etwa 80 Minuten, hier hat der Benziner die Nase vorn - wobei auf längeren Reisen ohnehin ausgeprägte Pausen nicht nur ratsam, sondern unverzichtbar sind.
| Elektroauto | Verbrenner | |
| Ladekosten/Benzinkosten | 112,50 Euro | 183 Euro |
| CO2-Ausstoß | 60 kg | ca. 200 kg |
| Stopps | Drei Ladestopps | Zwei Tankstopps |
E-Auto vs. Verbrenner: Die Vorteile beider Antriebsarten
Inwiefern auch E-Autos einen Schadstoffaustoß haben, darüber klärt das Institut für Umwelt- und Energieforschung in Heidelberg auf: „Während der Elektromotor im Fahrzeugbetrieb keine Treibhausgase ausstößt, treten die Emissionen stattdessen in der Strombereitstellung durch die Kraftwerke auf. Der Betrieb ohne erneuerbaren Strom würde die Klimabilanz daher deutlich verschlechtern.“
Beide Fahrzeugtypen haben ihre Vor- und Nachteile, die sich auf die Fahrt auswirken. Ein Elektroauto bietet den Vorteil, dass es leise und emissionsfrei fährt, was insbesondere in städtischen Gebieten von Vorteil ist. Ein Verbrenner hingegen ist oft einfacher zu betanken, da das Tankstellennetz dichter ist und das Tanken schneller geht. Auf der Langstrecke, wie bei einer Fahrt nach Italien, spielt auch die Reichweite eine entscheidende Rolle. Während Verbrenner größere Strecken ohne lange Pausen zurücklegen können, müssen Elektroautos häufiger an Ladesäulen halten. Zudem ist der Kaufpreis eines Elektroautos ist in der Regel höher als der eines Verbrenners.
Ein weiterer Faktor ist die Fahrweise: Ein sportlicher Fahrstil hebt den Energieverbrauch beider Antriebsarten erheblich. Beim Elektroauto kommt noch hinzu, dass der CO₂-Fußabdruck stark davon abhängt, ob es mit grüner Energie geladen wird.
Neuzulassungen im Juli: Abwärtstrend bei E-Autos setzt sich fort
Derweil setzt sich die negative Entwicklung bei den Neuzulassungen von Elektroautos hierzulande fort: Die jüngsten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) ergeben einen Schwund von 36,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ein starkes Plus bei Hybrid-Autos und leichte Zuwächse bei Verbrennern konnten dies nicht ausgleichen, führt Agence France-Press (AFP) aus.
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Insgesamt wurden im Juli 238.263 Neuwagen zugelassen - 2,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 12,9 Prozent (30.762) waren E-Autos, während knapp 80.000 Hybride neu zugelassen wurden (Plus von 18,4 Prozent). Knapp 15.000 davon waren Plug-in-Hybride. Das Geschäftsklima in der Automobilindustrie habe sich im Juli weiter verschlechtert, erklärte das Münchener Ifo-Institut: Der Indikator ging den Angaben zufolge auf minus 18,3 Punkte zurück, nach minus 9,5 im Juni. (PF)
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