Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Spitzenreiter unter G20-Staaten
Deutschland bei Strompreisen weltweit in Spitzengruppe – Entlastung soll bald kommen
Auch im Jahr 2025 zählt Deutschland zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen. Die neue Bundesregierung plant, sich dem Thema schnell zu widmen.
Heidelberg – Auf diese Topplatzierung kann Deutschland alles andere stolz sein. Strom ist nur in wenigen Ländern auf der Welt teurer als in der Bundesrepublik. Das ergab eine Preisanalyse des Vergleichsportals Verivox, das dazu die Daten des auf Energiepreise spezialisierten Dienstleisters Global Petrol Prices heranzog.
Das Ergebnis: Nur in vier von 143 berücksichtigten Ländern wurde im ersten Quartal 2025 ein höherer Strompreis aufgerufen. Deutschland bringt es auf 38 Cent pro Kilowattstunde (kWh) Strom. Spitzenreiter ist Bermuda, wo private Haushalte sogar 41,97 Cent pro kWh zahlen müssen. Auf den weiteren Plätzen vor Deutschland liegen mit Dänemark (40,62 Cent), Irland (39,40 Cent) und Belgien (38,20 Cent) drei europäische Nationen.
Deutschland und der Strompreis: „Immer noch um mehr als ein Viertel höher als vor Energiekrise“
Am günstigsten ist Strom demnach im Iran, wo eine kWh umgerechnet 0,35 Cent kostet, es folgen der Sudan (0,53 Cent), Äthiopien (0,56 Cent) und Kuba (0,57 Cent). Der weltweite Durchschnitt für eine kWh Strom beträgt 15 Cent – das sind 29 Prozent mehr als bei der Erhebung 2021, als Deutschland sogar noch Spitzenreiter war. Seither stieg der Strompreis hierzulande auch immerhin um 19 Prozent.
Dieser Strompreis kann ihr nicht gefallen: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will „ganz schnell“ für Entlastung für Unternehmen und Haushalte sorgen.
Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, hatte bereits Ende Mai trotz einer leichten Senkung der durchschnittlichen Strom- und Gaspreise seit Jahresbeginn betont: „Dennoch liegen die Preise immer noch um mehr als ein Viertel höher als vor der Energiekrise im Jahr 2022.“ Damals galt vor allem der noch immer tobende Ukraine-Krieg als Preistreiber, Deutschland und andere europäische Nationen bezahlten die Anhängigkeit von russischen Rohstoffen teuer.
Unter den G20-Staaten liegt die Bundesrepublik 2025 beim Strompreis sogar an der Spitze, lediglich das Vereinigte Königreich mit 37,23 Cent und Italien mit 36,60 Cent halten einigermaßen Schritt. Der Abstand zu Frankreich auf Platz vier mit 23,60 Cent ist bereits gewaltig.
Strompreise im Vergleich: Deutschland kaufkraftbereinigt vor Dänemark, aber hinter Italien
Verivox liefert auch einen Vergleich der Strompreise unter Berücksichtigung der Kaufkraft. Bei diesem nimmt Deutschland Platz 22 ein – 2021 war es noch Rang 15. Werden nur die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer berücksichtigt, liegt nur Italien vor der Bundesrepublik.
G20-Staaten mit höchsten Strompreisen im ersten Quartal 2025
1. Deutschland: 38 Cent pro Kilowattstunde
2. Vereinigtes Königreich: 37,23 Cent pro Kilowattstunde
3. Italien: 36,60 Cent pro Kilowattstunde
4. Frankreich: 23,60 Cent pro Kilowattstunde
5. Australien: 23,58 Cent pro Kilowattstunde
6. Japan: 22,33 Cent pro Kilowattstunde
7. Südafrika: 19,06 Cent pro Kilowattstunde
8. USA: 18,14 Cent pro Kilowattstunde
(Global Petrol Prices, laut Verivox)
Der Blick über die Grenze nach Dänemark zeigt, wie groß der Effekt ist, wenn die Preise kaufkraftbereinigt betrachtet werden. Nominal zahlen Haushalte hierzulande rund sieben Prozent weniger für Strom als die Nachbarn im Norden, unter Einbeziehung der Kaufkraft sind jedoch sogar elf Prozent mehr fällig.
Das gesamte Ranking der kaufkraftbereinigten Strompreise führt Sierra Leone vor Kenia an. Am anderen Ende finden sich der Sudan, Äthiopien und der Iran wieder.
Strompreise in Deutschland: Fixe Kosten wie Steuern und Umlagen machen mehr als 50 Prozent aus
Das auf Landwirtschaftsthemen spezialisierte Nachrichtenportal agrarheute zitierte Storck im Februar mit Blick auf Deutschland: „Über die Hälfte des Strompreises besteht aus fixen Kosten wie Stromnetzgebühren, Steuern und Umlagen, die von den Verbrauchern nicht beeinflusst werden können.“
Allerdings verweist er auch auf größere Unterschiede bezüglich der weiteren Kosten, was den Haushalten entgegenkommen sollte. Wer sich den Wettbewerb unter den Stromversorgern zunutze mache, müsse „nicht mehr als notwendig für Strom bezahlen“.
Neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche: Hinter den Kulissen war sie die ganze Zeit dabei
Auch im Ende Mai veröffentlichten Sofortprogramm wurden „Maßnahmen zur Reduzierung von Netzentgelten bzw. Umlagen im Strombereich“ und die „Senkung der Stromsteuer“ als wichtige Punkte der ersten Monate der Koalition erwähnt.
Die neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche präsentierte bereits den Plan, neue Gaskraftwerke zu bauen, die einen möglichen Mangel an Erneuerbaren Energien ausgleichen und auch auf Wasserstoff umgerüstet werden können. Mindestens 40 neue Kraftwerke sollen „ganz schnell“ ausgeschrieben werden und für zusammen 20 Gigawatt Leistung sorgen. Laut der CDU-Politikerin sollen grundsätzlich „Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit“ ins Zentrum rücken. (mg)