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Lizenz-Probleme behindern den Export

China-Maßnahme führt zu drohenden Produktionsstopps – Warnung bei seltenen Erden

China verstärkt die Kontrolle über seine seltenen Erden. Nun äußert die EU-Handelskammer eine Warnung. Angekündigte Maßnahmen zeigen bislang keine Wirkung.

Peking – Der Westen sucht hektisch nach Alternativen zu chinesischen Rohstoffen. Sei es mehr Recycling, die Kooperation mit Indien oder ein kürzlich geschlossenes Abkommen mit Kanada: Aktuell fehlen wichtige seltene Erden wegen chinesischer Exportkontrollen. Deutschland hat zu spät reagiert, bemängelt ein Experte. Jetzt zeigt eine Umfrage, welche Konsequenzen das hat.

Produktionsausfälle wegen seltenen Erden – Handelsrestriktionen belasten West-Konzerne

Chinas Handelsbeschränkungen haben drastische Auswirkungen auf Unternehmen, die seltene Erden aus China kaufen wollen. Wie das im Detail aussieht, hat jetzt die europäische Handelskammer in China offengelegt – und sie erwartet Produktionsausfälle bei ihren Mitgliedsfirmen. Im September könnte der Mangel an Freigaben wichtiger Rohstoffe zu 46 Fertigungsstopps führen. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf Informationen aus der Handelskammer.

Xi Jinping trifft bei einer Gedenkfeier Veteranen (Symbolfoto).

Das liegt an den Handelsrestriktionen, die China stetig weiter verschärft. Ein Beispiel dafür ist eine Maßnahme vom April 2025, bei dem Peking sieben seltene Erden mit solchen Restriktionen belegt hat. Es handelt sich dabei nicht um direkte Ausfuhrverbote, aber die Hürden sind gewachsen – schwerfällige Antragsverfahren behindern die Ausfuhr. Laut der Kammer hat das zuständige Handelsministerium von 141 Anträgen auf Exportlizenzen für seltene Erden lediglich 19 genehmigt.

121 Anträge, teils mit „dringend“ vermerkt, stehen noch aus. Diese Informationen erhielt die Kammer durch eine Umfrage, durchgeführt unter ihren Mitgliedern zwischen August und September. Welche Firmen in welchen Ländern betroffen waren, teilte die Interessenvertretung allerdings nicht mit. Laut Kammer-Präsident Jens Eskelund ist der Erhalt der wichtigen Lizenzen aktuell das drängendste Problem vieler Firmen.

Chinas Vergeltung für US-Maßnahme – seltene Erden als Verhandlungshebel

Die Maßnahme vom April 2025 war nicht die erste Beschränkung, die China für seltene Erden eingeführt hatte. Schon vorher, im Dezember 2024, hatte Peking den Verkauf von weiteren seltenen Erden verboten. Darunter befanden sich Produkte mit Bezug zu Gallium, Germanium, Antimon und sogenannten superharten Mineralien.

Der Grund: die Administration unter Präsident Joe Biden hatte damals Anstrengungen unternommen, um Verkäufe fortschrittlicher Computerchips nach China zu unterbinden.

Im April folgten dann die viel diskutierten Beschränkungen auf Terbium, Dysprosium, Yttrium und weitere. Für westliche Käufer ist das vor allem darum ein Problem, weil China sich bei den seltenen Erden zum größten Spieler der Welt entwickelt hat. 60 Prozent der Produktion und 90 Prozent der Kapazitäten für die Verarbeitung der Rohstoffe stehen unter der Kontrolle vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

Monopol bei seltenen Erden – der Westen braucht Chinas Rohstoffe

Seltene Erden sind für eine Reihe fortschrittlicher Technologien unverzichtbar. Einige von ihnen kommen etwa in Legierungen für die Raumfahrt vor, andere in moderner Waffentechnik oder in den Batterien von Elektroautos. China hat darum erkannt, dass es diese Rohstoffe als Verhandlungshebel nutzen kann. Welche Auswirkungen das hat, zeigt sich zum Beispiel beim Gallium.

Hier besteht „seit Einführung der chinesischen Exportkontrollen im Sommer 2023 ein strategisches Defizit auf den Weltmärkten“, erklärt Jan Giese, Senior Manager Minor Metals and Rare Earths beim Frankfurter Rohstoffhändler TRADIUM gegenüber Ippen.Media. „Die Versorgungslage ist angespannt. China hält gezielt Material zurück.“ Das wiederum wirke sich „deutlich“ auf die globale Verfügbarkeit aus.

Das Thema seltene Erden sei in Deutschland „lange unterschätzt“ worden, bemängelt Giese. Bei TRADIUM könne man die Zahl der Unternehmen, die sich strategisch bevorratet haben, „an zwei Händen abzählen“.

Maßnahmen um kritische Rohstoffe – EU kündigt Reaktion an

Wie geht es weiter? EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Ende Juli einen neuen Vermittlungsmechanismus angekündigt. Sie gab dazu an, dadurch solle bei Engpässen ein entstandenes Problem geprüft und gelöst werden. Gleichzeitig arbeitet die EU mit dem sogenannten Critical Raw Materials Act daran, die Abhängigkeit des Kontinents von Ländern wie China mittel- bis langfristig zu eliminieren. Wie die Handelskammer zeigt, hatten die Maßnahmen jedoch noch nicht die gewünschte Wirkung.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Xinhua

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