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Westen ist „extrem verwundbar“

Neue China-Pläne bei seltenen Erden sorgen für Chaos – wichtiger Rohstoff ist betroffen

Chinesische Exportkontrollen für seltene Erden bringen den Westen in Bedrängnis. Ab sofort soll auch Erbium betroffen sein. Was steckt dahinter?

Peking – Neue Handelsrestriktionen aus China sorgen für Chaos an den globalen Märkten. Teilweise wird das weiter angefacht durch neue Zoll-Drohungen aus den USA. Das große Problem dahinter ist bekannt: China dominiert den Markt für seltene Erden und Europa tut sich schwer, sich aus der daraus entstehenden Abhängigkeit zu befreien. Mit den neuesten Beschränkungen trifft China ausgerechnet einen Rohstoff, der für Kommunikationstechnik essenziell wichtig ist.

Erbium-Probleme schon seit April – „starke“ Preisanstiege bei seltenen Erden erwartet

Einer der Rohstoffe, die jetzt massiv für neuen Druck sorgen können, ist Erbium. Dieser stand im April noch nicht auf der chinesischen „Blacklist“ für den Export, aber den Experten von Argus Media zufolge rückte das Element trotzdem mehr in den Fokus. Der Grund: Viele Lieferungen waren angeblich in chinesischen Häfen stecken geblieben. Zollbehörden hätten sich viel Zeit für die Prüfung der Verunreinigungswerte genommen, um sicherzustellen, dass im Erbiumoxid nicht zu hohe Konzentrationen anderer (schon exportbeschränkter) seltener Erden zu finden seien.

Der Xinjiang Rare Metals National Mine Park in China (Symbolfoto). Chinesische Exportkontrollen für seltene Erden bringen den Westen in Bedrängnis. Ab sofort soll auch Erbium betroffen sein. Was steckt dahinter?

Die Verfügbarkeit von Erbiumoxid außerhalb Chinas habe sich darum schon seit Monaten immer weiter verringert. In der Folge stiegen die Preise deutlich an: In Europa kostete das Kilogramm Erbium nach Argus-Daten bis zu 50 US-Dollar mehr. Jetzt, wo dieser Rohstoff tatsächlich unter Exportbeschränkungen liegt, erwarten die Experten der Preisberichtsagentur „starke“ Preisanstiege.

Erbium gehört im Periodensystem zu den Lanthanoiden und zählt zu den sogenannten seltenen Erden. Es findet Anwendung sowohl in der Telekommunikation (etwa in Glasfaserkabeln), in der Glasherstellung, in der Keramik- und in der Nuklearindustrie. Außerdem soll es viele Anwendungsmöglichkeiten für medizinische Versorgung und in der Zahntechnik haben.

„Unmittelbarer Ansturm“ auf seltene Erden außerhalb Chinas – große Unsicherheit bei den Händlern

Die Preisberichtsagentur Argus Media gibt dazu an, dass die Ausweitung der chinesischen Rohstoff-Restriktionen das Ausmaß potenzieller Störungen für die globale Industrie vergrößere. „Es ist wichtig zu beachten, dass es für die meisten schweren Seltenen Erden keine kommerzielle nicht-chinesische Produktion gibt und auch für die kommenden Jahre keine geplant ist. Wir beobachten derzeit einen unmittelbaren Ansturm auf zusätzliches Material außerhalb Chinas, begleitet von der Unsicherheit über den Status bereits vertraglich vereinbarter Lieferungen“, erklärte Ellie Saklatvala, Leiterin Metallmärkte bei Argus Media, gegenüber IPPEN.MEDIA.

Das treibt die Preise hoch. Seit der Einführung des chinesischen Exportkontrollsystems im April haben sich die Preise für Dysprosium und Terbiumoxid mehr als verdreifacht. Yttriumoxid soll sogar 30-mal so teuer sein wie vorher. Bei Erbium und den anderen seltenen Erden, die jetzt ebenfalls unter Exportschranken stehen, erwartet Argus Media ähnliche Tendenzen.

China kontrolliert Markt für seltene Erden – so kann Europa reagieren

Europäische Firmen und Regierungen müssten genau jetzt strategisch darüber nachdenken, wie sie an nicht-chinesische Quellen für schwere seltene Erden gelangen. Aktuell sieht Argus Media zwar verstärkte Bemühungen zur Diversifikation bei NdPr (Neodym und Praseodym, zwei seltene Elemente, die beim Bau von besonderen Magneten zum Einsatz kommen), aber ausgerechnet diese sollen noch nicht unter Exportbeschränkungen fallen. Darüber hinaus gebe es Diversifikationsbemühungen bei Dysprosium und Terbium.

Militärparade in Peking: China präsentiert unter den Augen von Putin und Kim neue Superwaffen

Eine strategischen Interkontinentalraketen von Typ DF-61 wird bei der Militärparade zum 80. Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg gezeigt.
Eine strategischen Interkontinentalraketen von Typ DF-61 wird bei der Militärparade zum 80. Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg gezeigt. © Andy Wong/AP/dpa
Chinesische Bomber des Typs Xian H-6 während der Militärparade in Peking.
Chinesische Bomber des Typs Xian H-6 während der Militärparade in Peking. © Hector RETAMAL / AFP
Chinesische Kampfflugzeuge - Shenyang J-16 (r.), Chengdu J-20 Mighty Dragon (mitte), and Shenyang J-35 (l.) - fliegen während der Militärparade in Peking.
Chinesische Kampfflugzeuge - Shenyang J-16 (r.), Chengdu J-20 Mighty Dragon (mitte), and Shenyang J-35 (l.) - fliegen während der Militärparade in Peking. © GREG BAKER / AFP
Militärparade in Peking: China hat die interkontinentalen ballistischen Raketen DF-5C zur Schau gestellt.
Militärparade in Peking: China hat die interkontinentalen ballistischen Raketen DF-5C zur Schau gestellt. © GREG BAKER / AFP
Fahrzeuge mit der Laser-Waffe LY-1 fahren während der Militärparade in Peking am Platz des Himmlischen Friedens vorbei. China zeigte erstmals während der Parade diesen sogenannten Hochenergie-Lasers (HEL), der zur Abwehr von Schwärmen kleinerer Drohnen oder Lenkwaffen dienen könnte.
Fahrzeuge mit der Laser-Waffe LY-1 fahren während der Militärparade in Peking am Platz des Himmlischen Friedens vorbei. China zeigte erstmals während der Parade diesen sogenannten Hochenergie-Lasers (HEL), der zur Abwehr von Schwärmen kleinerer Drohnen oder Lenkwaffen dienen könnte. © Johannes Neudecker/dpa
Militärparade in Peking: Ein chinesischer Soldat posiert vor HHQ-9C Boden-Luft-Raketen.
Militärparade in Peking: Ein chinesischer Soldat posiert vor HHQ-9C Boden-Luft-Raketen. © Pedro PARDO / AFP
Eine chinesische Drohne während der Militärparade in Peking.
Eine chinesische Drohne während der Militärparade in Peking. © Pedro PARDO / AFP
Militärparade zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs: Helikopter fliegen eine Formation über Peking.
Militärparade zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs: Helikopter fliegen eine Formation über Peking. © Greg Baker/AFP
Militärparade in Peking: Soldatinnen marschieren in Reih und Glied am Platz des Himmlischen Friedens vorbei.
Militärparade in Peking: Soldatinnen marschieren in Reih und Glied am Platz des Himmlischen Friedens vorbei.  © Johannes Neudecker/dpa
Stargast bei der Militärparade in Peking: Kremlchef Wladimir Putin
Stargast bei der Militärparade in Peking: Kremlchef Wladimir Putin © Sergei Bobylev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Ebenfalls zu Gast bei der Militärparade in Peking: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un
Ebenfalls zu Gast bei der Militärparade in Peking: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un © Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Militärparade in Peking: Xi Jinping bei seiner anschließenden Ansprache
Militärparade in Peking: Xi Jinping bei seiner anschließenden Ansprache © Jade Gao/AFP
Vor Militärparade in Peking
Der chinesische Staatschef Xi Jinping hat zur Militärparade am 3. September illustre Gäste geladen. Darunter ist auch der russische Präsident Wladimir Putin. Schon vor der Parade haben sie bei einem Treffen in Peking ihr gutes Verhältnis betont. Putin und Xi betonten außerdem, zur Militärparade anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges der jeweils anderen Seite gekommen zu sein. © Sergei Bobylev/dpa
Vor Militärparade in Peking - Treffen Xi und Putin
Am 1. September hatten sich Xi und Putin beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) für eine neue Weltordnung ausgesprochen. Die russlandfreundliche SOZ gilt Gegengewicht zu westlichen Bündnissen. Putin hatte erklärt, das eurozentrische und euroatlantische Modell habe sich überlebt. © dpa
Vor Militärparade in Peking - Ankunft Gäste
544732808.jpg © Pang Xinglei/dpa
Kim Jong un
Kim Jong-un verlässt sein Land überaus selten. Die Militärparade in Peking ist für ihn das erste Treffen mehrerer Staatschefs überhaupt. Es wird erwartet, dass er Xi Jinping und Wladimir Putin in Peking auch zu persönlichen Gesprächen trifft.  © afp
Vor Militärparade in Peking
Wichtige Vertreter aus dem Westen werden bei der Militärparade in Peking nicht im Publikum sein. Dabei ist aber der serbische Präsident Aleksandar Vučić (hier bei seiner Ankunft). © Lintao Zhang/dpa
Vor Militärparade in Peking - Ankunft Gäste
Auch der slowakische Regierungschef Robert Fico ist vor Ort (hier am Flughafen von Peking). Beide stehen vor allem dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahe. © Jade Gao/dpa
Militärparade China
China erinnert am 3. September an den Sieg über Japan im Zweiten Weltkrieg. Nach 2015 zum 70. Jahrestag hält die Volksrepublik damit zum zweiten Mal eine Militärparade anlässlich des Gedenkens an den Sieg über Japan im Zweiten Weltkrieg ab. Die letzte große Militärparade in Peking fand 2019 statt. Damals erinnerte die herrschende Kommunistische Partei an den 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik 1949. © Wang Zhao/afp
Militärparade China
Mit Zehntausenden Männern und Frauen will China bei der diesjährigen Militärparade anlässlich des 80. Jahrestages des Sieges im Widerstandskrieg gegen Japan seine Kampffähigkeit unter Beweis stellen.  © Pedro Pardo/afp
Übung zur Militärparade in Peking
Insgesamt sollen 45 Formationen über den Platz des Himmlischen Friedens in Peking laufen und fliegen. Darunter sind ausgewählte Einheiten des Heeres, der Marine, der Luftwaffe, aber auch der Luftabwehrtruppen.  © Johannes Neudecker/dpa
Militärparade China
Zudem will die Staatsführung in der rund 70-minütigen Vorführung Hunderte Panzer und Militärfahrzeuge sowie Kampfflugzeuge und Hubschrauber zur Schau stellen.  © Pedro Pardo/afp
Militärparade China
Schon seit geraumer Zeit trainieren am Stadtrand von Peking Einheiten in der Sommerhitze für die Militärparade.  © Pesro Pardo/afp
Übung zur Militärparade in Peking
Die Parade fällt in eine Zeit, in der Peking im Südchinesischen Meer und der Taiwanstraße unter westlicher Kritik zunehmend militärischen Druck aufbaut.  © Johannes Neudecker/dpa
Militärparade China
Alle gezeigten Waffensysteme sollen aus chinesischer Herstellung stammen. Darunter soll neue, bisher nicht gezeigte Ausrüstung sein, unter anderem Drohnen, elektronische Störsysteme, Hyperschallwaffen sowie Raketen- und Luftabwehrsysteme. © Pedro Pardo/afp
Militärparade China
Die bei der Parade zur Schau gestellten Waffen könnten Hinweise auf einen möglichen zukünftigen Konflikt mit Taiwan liefern. Es wird erwartet, dass dabei eine neue Serie von Anti-Schiffs-Raketen, die Ying Ji („Adlerangriff“), vorgestellt wird. Diese Marschflugkörper sowie ballistische und Hyperschallraketen könnten entscheidend sein in einem Gefecht mit der US-Marine. © Pedro Pardo/afp
Übung zur Militärparade in Peking
Die Parade wird auch die Rolle der Kommunistischen Partei der Volksrepublik beim Sieg über Japan herausstellen. © Johannes Neudecker/dpa
Übung zur Militärparade in Peking
Dabei sind sich die Historiker außerhalb Chinas weitgehend einig, dass das Hauptverdienst für diesen Sieg Chiang Kai-sheks Nationalisten zukommt, die damals den größten Teil Chinas regierten © Johannes Neudecker/dpa
Übung zur Militärparade in Peking
2015 würdigte die Kommunistische Partei die nationalistischen Soldaten, indem sie Veteranen zur Parade einlud. © Johannes Neudecker/dpa
Übung zur Militärparade in Peking
Auch ausländische Mächte trugen zur Niederlage Japans bei, darunter die als „Flying Tigers“ bekannten US-Piloten. Sie einzubeziehen, wäre eine versöhnliche Geste gegenüber der Regierung in Washington. © Johannes Neudecker/dpa
Siegesparade Moskau
Als Anerkennung der damaligen Unterstützung der Sowjetunion könnten russische Soldaten mitmarschieren – so wie auch chinesische Soldaten an der Moskauer Parade im Mai teilnahmen. © Kirill Kudryavtsev/afp
Übung zur Militärparade in Peking
In der Militärkapelle spielen laut staatlichen Medien 80 Hornisten mit, die für die 80 Jahre seit der Kapitulation Japans stehen.  © Johannes Neudecker/dpa
Übung zur Militärparade in Peking
Die insgesamt mehr als 1000 Musiker stehen in 14 Reihen – Sinnbild für die Jahre des chinesischen Widerstands.  © Johannes Neudecker/dpa
Militärparade China
In der offiziellen Geschichtsschreibung Chinas begann der Krieg mit der japanischen Invasion der Mandschurei 1931. © Wang Zhao/afp
Übung zur Militärparade in Peking
Groß angelegte Militärparaden in China sind selten. Peking selbst will die Parade und seine wachsende militärische Macht als einen Beitrag zum Frieden verstanden sehen. © Johannes Neudecker/dpa
Militärparade China
AFP__20250820__69ZJ7G6__v2__HighRes__TopshotChinaJapanHistoryWwiiMilitaryParade.jpg © Pedro Pardo/afp
Vor Militärparade in Peking - Treffen Xi und Putin
Nach der Parade wird Xi voraussichtlich eine Ansprache halten. Beobachter erwarten Kommentare zu den USA und zu Taiwan, das China als Teil der Volksrepublik betrachtet. © Sergei Bobylev/dpa

„Es gab nur wenig bis keine Planung für die Entwicklung neuer Quellen für alle anderen Seltenerd-Elemente, und das macht den Westen extrem verwundbar“, sagte Saklatvala zu IPPEN.MEDIA. „Europa müsste viel mehr auf Optionen wie Recycling schauen, falls die Primär-Produktion dieser Materialien keine machbare Option ist.“ In dem Fall müssten massive Investments in den Aufbau von Recycling-Infrastruktur fließen.

Mehrfache Risiken durch seltene Erden und Restriktionen

Das, was Saklatvala beschreibt, müsste den europäischen Regierungschefs spätestens seit 2010 klar sein. Schon damals hatte China (wenn auch kurzzeitig) einen Export-Stopp für seltene Erden nach Japan verhängt. Damals war ein Territorialkonflikt der Auslöser, und auf lange Sicht hatte das dafür gesorgt, dass Japan viele Milliarden Yen in die australische Seltenerd-Produktion steckt. China hatte bewiesen, kein Problem damit zu haben, seltene Erden als Waffe in geopolitischen Konfliktsituationen zu gebrauchen.

Für Europa stellt sich jetzt allerdings die Frage nach der konkreten Implementierung von Chinas Handelsrestriktionen. Wie schnell wird China die Exportlizenzen vergeben? Werden Unternehmen lange Wartezeiten hinnehmen müssen, wie es schon nach den April-Restriktionen der Fall war?

Mit Blick auf Deutschland sagte Saklatvala: „Jedwede schwere Unterbrechung für die Automobilindustrie würde ein Problem für die deutsche Wirtschaft mit sich ziehen, und mit seltenen Erden ist es so, dass es das Risiko mehrerer Unterbrechungen gibt – für verschiedene wichtige Industrien auf einmal.“ Allerdings sei es noch zu früh, konkrete Prognosen zu stellen. „Wir müssen sehen, wie viel Zeit es die Unternehmen kostet, um Erbium-Exportlizenzen aus China zu erhalten, und ob die internationalen Erbium-Kunden genügend Material vorrätig haben, um diesen Zeitraum zu überbrücken“.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Depositphotos

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