IOC legt sich fest
Ski alpin: Umstrittene Entscheidung könnte für Aicher zum Problem werden
Emma Aicher ist einer der wenigen Allrounder im Ski alpin. Genau das könnte ihr bei den kommenden Olympischen Spielen zum Verhängnis werden. Hintergrund ist eine Entscheidung des IOC.
Emma Aicher ist eine Rarität im alpinen Skisport. Die 22‑Jährige ist eine von ganz wenigen Athletinnen, die in allen Disziplinen fährt. Abfahrt, Super-G, Riesenslalom und Slalom – die Deutsch-Schwedin ist vielschichtig unterwegs und in allen Formaten konkurrenzfähig.
Was im Kampf um den Gesamtweltcup ein klarer Vorteil ist, könnte bei den kommenden Olympischen Winterspielen zum Problem für Aicher werden. Olympia 2030 wird in den französischen Alpen ausgetragen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat nun festgelegt, wo die alpinen Skiwettbewerbe stattfinden.
Ski alpin: Umstrittene Entscheidung des IOC – Deswegen könnte Aicher darunter leiden
Wie bei den vorangegangenen Spielen in Italien wird es zwei Standorte geben, an denen im Ski alpin um Medaillen gefahren wird. Während bei Olympia 2026 zwischen den Geschlechtern getrennt wurde (die Damen fuhren in Cortina d’Ampezzo, die Herren in Bormio), wird 2030 zwischen den Formaten getrennt.
Die technischen Wettbewerbe (Riesenslalom und Slalom) werden in Val d’Isère gefahren. In Courchevel finden die Speedrennen (Abfahrt und Super-G) und die Teamkombination statt. Beide Orte sind gut zwei Autostunden voneinander entfernt. Im Verkehrschaos von Olympia kann sich diese Entfernung aber um ein Vielfaches erhöhen – und zum Problem für Allrounder wie Aicher werden.
Ski alpin: Kritik schon bei Olympia 2026 – Neureuther äußert Bedauern
Das straffe Programm bei Olympischen Spielen ist ohnehin fordernd, auch wenn die Rennen wie 2026 an einem Ort stattfinden. In Kombination mit Reisestress kann das unmittelbare Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit haben. Und im schlimmsten Fall sogar zum Verzicht auf einzelne Rennen führen.
Insgesamt wird die Entscheidung kritisch gesehen. Viele Athleten hatten gehofft, 2030 gemeinsam an einem Ort zu fahren und so für mehr olympisches Flair zu sorgen, als es 2026 der Fall war. Auch Felix Neureuther ist kein Freund der Aufteilung.
„Ich finde es halt einfach sehr schade, dass in Frankreich auch wieder Olympische Spiele der weiten Wege stattfinden werden“, sagte Neureuther im Bayerischen Rundfunk. Auch mit dem Verweis auf Courchevel, wo 2023 die alpinen Skiweltmeisterschaften stattfanden. „Deswegen denke ich, wäre es locker gegangen, dass man Männer und Frauen, die Techniker und die Speed-Fahrer, zusammen an einen Ort bekommt“, betonte Neureuther. (Quelle: chiemgau24.de, truf)