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Eine Studie zeigt eine beunruhigende Zunahme von Spalten im Eisschild von Grönland. Die Auswirkungen auf den Meeresspiegel könnten beträchtlich sein.
Durham – Der grönländische Eisschild, die zweitgrößte Eismasse der Welt, spielt eine entscheidende Rolle beim globalen Meeresspiegelanstieg. Seit 1992 hat es bereits zu einem Anstieg von etwa 14 mm beigetragen und könnte durch weiteres Schmelzen bis zum Jahr 2100 einen Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 30 cm verursachen. Jüngste Forschungen unter der Leitung von Tom Chudley von der Universität Durham haben nun eine beschleunigte Rissbildung im Eisschild aufgedeckt, die auf den Klimawandel zurückzuführen ist.
Die Gletscher schmelzen – So verändert der Klimawandel die Erde
Die von Chudley geleitete Studie untersuchte mehr als 8000 3D-Oberflächenkarten des grönländischen Eisschilds, die mit hochauflösenden Satellitenbildern erstellt wurden. Die Forscher stellten fest, dass die Risse an den schnell fließenden Rändern des Eisschilds zwischen 2016 und 2021 signifikant an Größe und Tiefe zugenommen haben. „Wo das Eis schneller wird, beginnt es, aufzubrechen“, sagt Chudley. „Das trifft besonders auf die Bereiche zu, die auf das warme Meerwasser stoßen.“
In den Randbereichen, in denen das Eis schneller fließt, stieg die Rissbildung um 25 Prozent. Diese Zunahme ist schneller als bisher beobachtet und wird durch wärmere Luft- und Meerestemperaturen begünstigt. Interessanterweise wurde die Zunahme der Risse teilweise durch eine temporäre Verlangsamung des Sermeq Kujalleq-Gletschers ausgeglichen, was die Gesamtveränderung der Rissbildung über den gesamte Eisschild auf plus 4,3 Prozent begrenzte. Allerdings hat der Gletscher seine Fließgeschwindigkeit wieder erhöht, was darauf hindeutet, dass die Phase des Gleichgewichts zwischen Risswachstum und -schließung nun beendet ist.
Wachsende Risse im Eis lassen den grönländischen Eisschild schneller fließen
„Wenn die Risse wachsen, treiben sie einen Prozess an, der den Eisschild schneller fließen lässt. Sie können dafür sorgen, dass Eis ins Meer fällt“, erklärt der Forscher, der besorgt ist: „Wir fürchten, dass wir Mechanismen sehen, die für eine weitere Beschleunigung sorgen.“ Die langfristigen Auswirkungen dieser Entwicklungen könnten erheblich sein. Auf Jahrtausendzeitskalen warnen Wissenschaftler, dass konstante Temperaturen über 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau das Risiko erhöhen, dass allein die Antarktis und Grönland für einen Meeresspiegelanstieg von 12 oder gar 20 Meter verantwortlich sein können.
Die neuen Erkenntnisse wurden im Fachjournal Nature Geoscience veröffentlicht und sollen Wissenschaftlern helfen, die Auswirkungen von Eisschäden und Rissbildung in Vorhersagen über das zukünftige Verhalten des grönländischen Eisschilds einzubeziehen. (tab)