Baustart 2026 geplant
Flughafen Salzburg: 105 Millionen Euro für neues Terminal und „Plan B“ für giftiges Erdreich
Heuer beginnen die Vorarbeiten, 2026 geht es richtig los: Der Flughafen Salzburg will seine altgediente Terminal-Landschaft umkrempeln. Dafür sollen 105 Millionen Euro fließen, doch vorher braucht es eine Lösung für die giftige Chemikalie im Erdreich, für die Aldi Süd eine millionenschwere Entschädigung einklagen will.
Salzburg - Der Flughafen will ein neues Terminal bauen, also aus den bisherigen zwei Terminals ein neues. Doch eine giftige Chemikalie im Erdreich, wegen der Aldi Süd auf Schadensersatz klagt, und die Frage, wohin damit, haben die Planungen bisher verzögert. Airport-Geschäftsführerin Bettina Ganghofer hat nun einen Plan B präsentiert: „Wir werden den Aushub auf dem Gelände des Flughafens zwischenlagern, bis es eine Verordnung gibt, wo der Aushub entsorgt werden kann“.
Schon seit Jahren ist bekannt, dass das aktuelle An- und Abflugterminal des Flughafens aus dem Jahr 1966 baulich und technisch sein Lebensende erreicht hat. Eine Generalsanierung ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, daher plant man einen Neubau, der am Ende die bisherigen zwei Terminals zu einem verbinden soll. „In diesem Jahr beginnen wir mit den baulichen Vorarbeiten, 2026 soll dann der eigentliche Baustart sein“, so Ganghofer.
Schadhafter Löschschauem der Feuerwehr
Der Grund, warum sich alles um ein Jahr verschoben hat, sind Chemikalien der Gruppe der „per- und polyfluorierten Alkylverbindungen“, kurz PFAS, die seit den 1960er-Jahren bis 2018 bei Übungen der Flughafenfeuerwehr im Löschschaum verwendet wurden und so in das Grundwasser gesickert sind. Seit 2022 ist das offiziell bekannt, intern war er offensichtlich schon viel früher ein Thema. Rund fünf Millionen Euro kostet die Sanierung.
Diese sogenannte Ewigkeits-Chemikalie muss aus dem Grundwasser und dem Erdreich herausgefiltert werden. Und dann, wohin damit? Genau dafür gibt es von der Bundesregierung noch keine entsprechende Verordnung. Ganghofer: „Es gibt also keine gesetzliche Grundlage, wo und wie wir die Altlast entsorgen können, aber beim Terminalbau müssen wir ja in die Erde rein“. Derzeit seien nur kleine Mengen zu deponieren.
Die Verordnung lässt auf sich warten
Eine entsprechende, neue Deponie-Verordnung war schon auf dem Weg, doch dann kam die Nationalratswahl dazwischen und das bedeutete, dass es danach wochenlang keine handlungsfähige Regierung gab. Hätte der Flughafen trotzdem mit dem Bau des Terminals und damit mit den Erdarbeiten begonnen, hätte man schon nach den ersten Wochen einen Baustopp riskiert.
Eine Verordnung fehlt zwar nach wie vor, dennoch hat Ganghofer die Einreichplanung mittlerweile unterschrieben. Das heißt, im Herbst starten die Behördenverfahren und die Ausschreibung für die Vorarbeiten und die eigentlichen Bauarbeiten. Für die Altlast gibt es nun einen Plan B: „Ein Zwischenlager direkt am Flughafen ist erlaubt. Wir werden dort den Aushub untersuchen, dann in verschiedene Klassen einteilen und am Rande des Flughafens zwischen deponieren“.
Der Zeitplan für die Bauarbeiten
Derzeit sieht das Gebäudeensemble am Flughafen so aus: Nach dem allseits bekannten Terminal 1 (derzeit Ankunft und Abflug) und dem Check-in folgen von Westen nach Osten die Gepäckabfertigung, das Terminal 2 (für den Wintertourismus und Events) sowie ein Gerätelager und der Hangar 2.
Dieser Hangar 2 soll 2026 als erstes abgerissen werden, 2027 soll dann in Richtung Terminal 1 alles neu gebaut werden. 2030 könnte dann die komplette, neue Terminal-Landschaft fertig sein. Rund 105 Millionen Euro sind dafür derzeit vorgesehen. Fluglärmgegner in Bayern befürchten nach wie vor, dass es mit dem neuen Terminal auch zu einer Kapazitätserweiterung kommt, doch das stellen die politisch Verantwortlichen immer in Abrede.
Auch nach dem Neubau wird es keine Fluggastbrücken geben. „Die sind sehr teuer und für einen kleinen Flughafen nicht rentabel“, erklärt Ganghofer auf Nachfrage und schildert, dafür wären zwei Stockwerke am Gebäude nötig. „Bei uns ist der Weg vom oder zum Flugzeug zu Fuß oder mit dem Bus zu schaffen. Wir bleiben der Flughafen der kurzen Wege“. (hud)
- 0 Kommentare
- Weitere
