Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Einstimmigkeit im Bauausschuss

Salzburg: Porsche-Tunnel vorerst auf Sommerpause - Projekt soll neu bewertet werden

Haller Ingeborg, Heilig-Hofbauer Simon mit Rechtsgutachten zum Porschetunnel, der in der Einfahrt zur öffentlichen Parkgarage Linzergasse beginnen soll.
+
Haller Ingeborg, Heilig-Hofbauer Simon mit Rechtsgutachten zum Porschetunnel, der in der Einfahrt zur öffentlichen Parkgarage Linzergasse beginnen soll.

Rückschlag für den Porsche-Enkel: Der geplante Tunnel von der Stefan-Zweig-Villa zum Kapuzinerberg muss zurück ans Amt. Das haben die Parteien im Planungsausschuss einstimmig beschlossen: Es geht darum, mehr Zeit für umfangreichere Analysen zu erhalten.

Salzburg - Noch immer wartet Porsche-Enkel Wolfgang Porsche auf seinen Tunnel im Kapuzinerberg: Die Grünen legten vor zwei Wochen ein Rechtsgutachten vor, das besagt, dass auch die Zufahrt, also der 500 Meter lange Tunnel, einzeln bewilligt werden muss. Die Baubehörde hätte jetzt zwei Wochen Zeit gehabt, dies zu widerlegen.

Zu kurz, so der Amtsleiter, zudem sei jetzt auch die Baubehörde der Meinung, dass auch der Tunnel einzeln bewilligt werden muss. Die Posse um den privaten 10-Millionen-Euro-Tunnel statt der 18-Prozent steilen Zufahrt geht also nur in die Sommerpause.

Im Planungsausschuss der Stadt waren alle Mitglieder am Donnerstag dafür: Der private Autotunnel im Kapuzinerberg muss als gesamtes neu bewertet werden, nicht nur die Kaverne, sondern auch der Tunnel muss in die Einzelbewilligung integriert werden. Die Baubehörde im Ressort Schiester hätte bis Donnerstag eine Stellungnahme zum Gutachten der grünen Bürgerliste vorlegen sollen, das sei in zehn Tagen nicht möglich gewesen, so Abteilungsleiter Andreas Schmidbaur.

Etappensieg für die Grünen

Die Grünen fühlen sich bestätigt, „das von uns vor zwei Wochen vorgelegte Rechtsgutachten ist eindeutig, daher haben heute alle Mitglieder des Ausschusses das Projekt samt zugehörigem Amtsbericht zurück zum Amt geschickt“, so Ingeborg Haller von der Bürgerliste. Sie stellt klar, dass die Grünen auch weiterhin aus fachlichen Gründen gegen das Tunnelprojekt samt Garage im Kapuzinerberg sind, „es ist nach den strengen Regeln des Raumordnungsgesetzes aus unserer Sicht nicht bewilligbar“. Tunnel und Kaverne liegen im geschützten Grünland, dieses betrifft nicht nur das Grün auf dem Berg selbst, sondern auch das Innere des Berges. „Ein privater Tunnel samt Garage kann niemals im öffentlichen Interesse liegen“. Es gebe auch keinen „besonderer Grund“ für die Erteilung einer Ausnahme.

Die Auffahrt zur Porsche-Villa ist derzeit nur über den bis zu 18 Prozent steilen Stefan-Zweig-Weg möglich, eine Ausweichmöglichkeit gibt es nicht.

Die Villa am Kapuzinerberg, sowie andere Gebäude sind über die Linzergasse und den Stefan-Zweig-Weg erreichbar, die Auffahrt mit bis zu 18 Prozent Steigung und ohne Ausweichmöglichkeit mutet allerdings schon abenteuerlich an. Das hindert die Grünen naturgemäß nicht daran, Porsche zu empfehlen, „von dem Projekt Abstand zu nehmen“.

Kommunisten gegen den Tunnel: „Keine Extrawürste für Superreiche.“

Von Anfang an klar gegen die Tunnelpläne waren auch die Kommunisten in der Stadt, sie wollen „keine Extrawürste für Superreiche“. In einer Demokratie müsse gleiches Recht für alle gelten.

Gleichzeitig haben Aktionisten eine Plakataktion gestartet, im Impressum einer entsprechenden Internetseite taucht ein Kampagnen-Büro in Hessen auf. Die Mitglieder sind überzeugt davon, dass der Widerstand gegen den Porsche-Tunnel auch über den Sommer nicht nachlassen werde. Eine nicht repräsentative Umfrage in der Linzergasse zeigte allerdings, dass die Mehrheit der Befragten die Kritik an dem privaten Tunnel nicht verstehen, Porsche erhalte die Substanz der Stefan-Zweig-Villa, die Stadt und Land Salzburg nicht kaufen wollten und sichere mit dem Tunnelbau Arbeitsplätze, überhaupt sei Porsche als Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche Holding ein wichtiger Arbeitgeber der Stadt und Förderer der Kultur. (hud)

Kommentare