Comeback nach langer Verletzungspause
Schlotterbeck besteht BVB-Härtetest und feiert Comeback mit Gänsehaut-Moment
Eigentlich war alles anders vorgesehen. Dann muss Nico Schlotterbeck beim BVB-Comeback 90 Minuten spielen und erlebt danach einen unvergesslichen Moment.
Dortmund – Unverhofft kommt oft im Fußball: Erst am Freitag hatte Niko Kovač die Rückkehr von Nico Schlotterbeck in den Kader von Borussia Dortmund als Option enthüllt, am Sonntagabend schickte der Trainer den Nationalspieler gegen Wolfsburg (1:0) völlig überraschend in der Startelf aufs Feld. Mehr noch, Schlotterbeck stand beim Comeback über fünf Monate nach Meniskusriss die vollen 90 Minuten auf dem Platz.
„Dass er heute 90 Minuten durchgehalten hat, war sicher nicht so geplant. Aber wir haben ihn gebraucht und er war direkt da. Es war es ein großartiger Einstand“, erklärte Sportdirektor Sebastian Kehl in der Mixed Zone nach dem Spiel unter anderem gegenüber Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports. Schlotterbeck habe in der Kabine kräftig durchgepustet, „dass alles gut gegangen ist“.
Schlotterbeck zeigt BVB, „warum wir ihn so vermisst haben“
Das Comeback gegen Wolfsburg von Schlotterbeck war beim BVB schon länger das Ziel, allerdings sollte es eigentlich eher um eine Einwechslung gehen. „Der Trainer hat gestern dann gefragt, ob ich Bock habe. Als Fußballer sagt man da nicht nein. Dass es dann 90 Minuten wurden, war schon extrem hart“, sagte Schlotterbeck beim Streamingdienst DAZN.
Kehl verwies auf die „personelle Situation“: Gut möglich, dass eigentlich Leihspieler Aaron Anselmino vorgesehen war, der aber wegen Muskelbeschwerden das dritte Spiel in Folge verpasste. So bekam Schlotterbeck den unerwarteten Härtetest vorgelegt. Er hat ihn mit Bravour bestanden.
„Er hat ein Top-Spiel gemacht und gezeigt, warum wir ihn so vermisst haben“, lobte etwa Karim Adeyemi in der Mixed Zone den Teamkollegen. „Er hat einen sehr guten linken Fuß, er spielt sehr gerne zwischen die Räume. Die Diagonalbälle sind seine Stärke, defensiv ist er auch sehr stabil. Vielleicht haben wir da noch einmal eine andere Sicherheit. Er ist eine Stütze für uns“, so der Siegtorschütze.
Ob der BVB seine Führungen in der Champions League gegen Juventus (4:4) mit Schlotterbeck über die Bühne gebracht hätte, ist natürlich reine Spekulation. Gegen harmlose Wolfsburger wackelte der Sieg nur einmal bedenklich, das Glück war Dortmund hold, weil die Kugel von der Unterkante der Latte nicht mit vollem Umfang hinter die Linie prallte.
So aber war es der perfekte Abend für Schlotterbeck, gekrönt vom persönlichen Gang vor die Südtribüne. „Da weiß man, man hat vieles richtig gemacht, seit man bei dem Verein ist“, so Schlotterbeck. „Das war eine Ehre und tatsächlich das erste Mal in den knapp dreieinhalb Jahren, wo ich hier bin.“
Beim BVB fordern die Fans auf der Gelben Wand nur bei besonderen Leistungen einen Spieler zum Sonderjubel, darauf kann sich Publikumsliebling Schlotterbeck durchaus etwas einbilden. „Er hat viel gearbeitet, für ihn war das ein sehr schöner Moment, vor allem mit einem Sieg, zu null – was will man mehr?“, fasste Abwehr-Kollege Waldemar Anton in der Mixed Zone treffend zusammen.
Aus dem Signal Iduna Park berichtet Absolut Fussball-Reporter Lars Pollmann
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