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Wir haben es in der eigenen Hand“
Manuel Neuer will bei der WM 2026 Geschichte schreiben
So eine gute Ausgangslage vor dem zweiten WM-Spiel gab es seit 2014 nicht mehr. Gegen die Elfenbeinküste steht erneut Manuel Neuer im Fokus, der einen besonderen Rekord anpeilt.
2018 kam Manuel Neuer auch zwischen erstem und zweitem WM-Spiel zur Pressekonferenz. Vor acht Jahren im russischen Team-Standort Watutinki war ihm die Alarmstimmung anzumerken. Der Beginn verzögerte sich um mehr als eine Stunde, denn die deutsche Mannschaft steckte in einer internen Sitzung, hinter der jede Terminplanung zurückstehen musste. In Neuers Analysen gab es keine diplomatische Formel, jedes Wort verkündete Dringlichkeit.
Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.
Hinter dem Team lag nicht nur eine durchwachsene WM-Vorbereitung, sondern ein misslungenes Auftaktspiel, das 0:1 gegen Mexiko. Dazu wirkten die internen Verstimmungen um Mesut Özil und Ilkay Gündogan wegen der Erdogan-Trikot-Affäre ins Turnier hinein.
Deutschland hat bei der WM 2026 alle Trümpfe in der Hand
Bei der WM 2026 (hier geht es zum Spielplan) kommt Neuer sogar zwanzig Minuten früher als avisiert. Er hatte sich nicht vom Fahrdienst bringen lassen, sondern den Weg mit dem Gravelbike zurückgelegt. Mehr Gelassen- und Zufriedenheit hätte er nicht ausstrahlen können. Sein Schlüsselsatz: „Wir haben es in der eigenen Hand.“ Bei den letzten beiden Weltturnieren war das nicht der Fall. 2018 und auch 2022 nach dem 1:2 gegen Japan und dem Theater um Protestgesten gegen die FIFA (und auch ein bisschen den Ausrichter Katar) durfte in den zweiten Spielen (Schweden, Spanien) nichts mehr schiefgehen.
Damals hätte Deutschland nach zwei Spieltagen schon am Ende sein können. 2026 ist es dank des beruhigenden 7:1-Sieges gegen Curacao möglich, sich mit einem Sieg am Sonntag (alle TV-Infos hier) in Toronto für die K.o.-Runde zu qualifizieren. Die ist zwar mittlerweile nur ein Sechzehntel-, nicht mehr ein Achtelfinale – doch egal: Man nimmt gerne, was bis auf Manuel Neuer noch keiner im Kader erlebt hat: das Überstehen der WM-Vorrunde.
Karl und Rekordstürmer: Diese Stars verpassen die Fußball-WM 2026
Dass es Manuel Neuer auf einmal zu einer fünften WM-Teilnahme drängte – woran lag es? An seinem persönlichen Anti-Aging-Programm, zu dem neben Gesundheit-Apps, durchdachtem Schlaf und gezielter Ernährung das Zusammensein mit jungen Mitspielern aus der Generation Instagram gehört. Doch er arbeitet auch an einem Stück Geschichtsschreibung: Noch hat es kein Torhüter geschafft, zweimal Weltmeister zu werden.
Champion 2014 auf dem Höhepunkt der Leistungsfähigkeit und Champion 2026 als Alterswerk – „Wenn ich nicht die Chance sähe, säße ich nicht hier“, erklärte er. In der Wahrnehmung internationaler Medien ist es auch so, dass Deutschland den Ruf zurückgewinnen will, eine Turniermannschaft zu sein, das Wir-sind-Deutschland-Bewusstsein. Man hat, das spürt Neuer, keine Mannschaft, für die der Titel so zwingend ein Ziel sein muss wie vor zwölf Jahren in Brasilien, doch er nimmt eine Ausgewogenheit wahr „zwischen junger Dynamik und Erfahrung“.
Gegen die Elfenbeinküste, die übers Tempo kommt (Verteidiger Antonio Rüdiger: „Die haben D-Züge“), müsse man, so Neuer, „die Flüchtigkeitsfehler abstellen und die richtige Höhe in der Restverteidigung einhalten“. Über dieses zweite Spiel hinausblicken will er nicht. Selbst als Gruppenerster könnte die DFB-Auswahl bald auf einen ganz Großen treffen. Neuer: „Über Frankreich reden wir nicht.“ Er schwingt sich aufs Rad und nimmt eine leichte Anhöhe.