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Möglicher neuer Bundestrainer
Klopp als Nagelsmann-Nachfolger? „Würde genauso scheitern“
Jürgen Klopp gilt für viele als Wunschlösung nach der WM-Blamage. Reporter Günter Klein bremst die Euphorie aber und erklärt, warum er die Probleme des DFB wohl nicht lösen könnte.
„Ich glaube, dass Jürgen Klopp als Bundestrainer genauso scheitern würde wie Julian Nagelsmann“, sagte Klein in der WM-WG. Der erfahrene Reporter begründet seine Einschätzung allerdings nicht mit den Qualitäten des früheren Liverpool-Coachs, sondern mit den grundsätzlichen Problemen des deutschen Fußballs.
Klopp war beim DFB schon einmal ein konkretes Thema
„Die Strukturen, die aus dem Nachwuchs kommen und die aktuelle und künftige Spielergeneration bestimmen, wird er nicht ändern können“, erklärte Klein. Zudem passe Klopps Spielidee nur bedingt zum DFB. „Seine Art, Fußball spielen zu lassen, ist kein Nationalmannschaftsfußball, sondern Klubfußball“, so Klein weiter. Das Gegenpressing und die Automatismen, für die Klopp während seiner Stationen bei Borussia Dortmund und dem FC Liverpool bekannt wurde, ließen sich mit den wenigen gemeinsamen Trainingseinheiten einer Nationalmannschaft schwer umsetzen.
Dass Klopps Name überhaupt fällt, kommt nicht überraschend. Schon 2019 plante der DFB nach Angaben des damaligen Verbandspräsidenten Reinhard Grindel, den heutigen Global Head of Soccer von Red Bull langfristig als Nachfolger von Joachim Löw zu verpflichten. Damals reiste sogar eine DFB-Delegation nach Liverpool, um dem 59-Jährigen den Plan vorzustellen. Nach Grindels Rücktritt wurden diese Überlegungen aber nicht weiterverfolgt. Nach dem WM-Debakel flammt die Diskussion nun wieder auf.
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Auch Fußball-Experte Manu Thiele äußerte sich in der WM-WG kritisch über Julian Nagelsmann. Er habe den Bundestrainer lange verteidigt, inzwischen habe sich sein Eindruck allerdings verändert. „Ich glaube, das Grundproblem ist, dass er kein Menschenfänger ist“, sagte Thiele. Gerade als Bundestrainer brauche es jemanden, „der das Land vereint“ und Menschen mitreißen könne. Stattdessen ziehe Nagelsmann viele Themen auf eine persönliche Ebene und verliere dadurch an Strahlkraft.
Ob Nagelsmann im Amt bleibt, ist offen. Er selbst schloss einen Rücktritt aus: „Ich bin keiner, der wegläuft.“ Doch selbst ein Trainerwechsel wäre nach Ansicht von Günter Klein nur ein Teil der Lösung. In den vergangenen Tagen wurde bereits intensiv darüber diskutiert, welche erfahrenen Spieler nach der dritten WM-Enttäuschung in Folge Platz machen sollten und wer den Neuanfang prägen könnte. Solange sich an den Problemen nichts ändert, wird auch ein Trainer vom Format eines Jürgen Klopp den DFB nicht zurück an die Weltspitze führen. (luh)