Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

PSG-Kracher wie ein Endspiel

Heiß auf Paris: Bayern gehen mit breiter Brust in den CL-Showdown

Seit dem Schlusspfiff des denkwürdigen 4:5 im CL-Halbfinale in Paris fiebern die Bayern und ihre Fans auf das Rückspiel in München hin. Die Partie hat bereits Finalcharakter.

Selbst für die ruhmreiche Historie des FC Bayern ist die laufende Spielzeit eine absolut außergewöhnliche. Obwohl es wegen der Klub-WM zahlreiche Unkenrufe gegeben hatte, die einen katastrophalen Saisonstart prognostiziert hatten, startete Vincent Kompanys Mannschaft furios in die Spielzeit. Von Mitte Oktober bis Mitte November gab es wettbewerbsübergreifend vor und nach jedem Spiel Beiträge zum deutschen und europäischen Startrekord. Mit 16 Pflichtspielsiegen stellte der deutsche Rekordmeister national wie international neue Bestwerte auf.

Südkurven-Choreografie vor dem CL-Achtelfinale 2023 gegen PSG (2:0).

Früh in der Saison prophezeiten dann die nächsten Skeptiker, dass der mit 19 Feldspielern dünn besetzte FCB-Profikader die Intensität seiner Spielweise nicht bis zum Ende durchziehen könne. Für die entscheidenden Wochen in den Pokalwettbewerben wurden Einbrüche vorhergesagt, die sich nicht erfüllen sollten. Auch wenn in der Champions League noch gewaltige Hürden zu überwinden sind, scheinen die Bayern für das dritte Triple der Vereinsgeschichte nach 2013 und 2020 stark genug.

Kompany-Bayern setzen offensive Maßstäbe

Dabei bietet der FC Bayern seit dem ersten Pflichtspiel der Saison, dem Sieg im Franz-Beckenbauer-Supercup beim VfB Stuttgart (2:1), fast ohne Ausnahme einen faszinierenden Angriffsfußball. In der Bundesliga stehen nach 32 Spieltagen schier unglaubliche 116 Tore zu Buche, der legendäre Rekord aus der Saison 1971/72 (101) wurde nicht nur gebrochen, sondern torpediert. Insgesamt wurden in 51 Pflichtspielen bislang 174 Treffer erzielt. Der Europarekord des FC Barcelona aus der Spielzeit 2011/12 mit 180 Pflichtspieltoren in 61(!) Partien wackelt gewaltig.

Die Mannschaft glänzt aber nicht nur auf dem Spielfeld, sondern begeistert die Fußballwelt auch außerhalb mit für Münchner Verhältnisse extrem hohen Sympathiewerten, welche sie nicht nur ihrem charismatischen Chefcoach zu verdanken hat. Und nun steht das bisher größte, wichtigste Saisonspiel mit einer außergewöhnlichen Ausgangslage, dem 4:5 im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals beim Titelverteidiger PSG, an. Beide Seiten fiebern dieser Partie bereits seit dem Schlusspfiff des ersten Spektakels entgegen.

Bayern-Duo überragt bei verrücktem Torspektakel gegen PSG und holt sich Note 1

Manuel Neuer: Wurde lange nicht gefordert und lenkte dann einen strammen Schuss von Leverkusens Tella stark am Tor vorbei (52.). War da, wenn man ihn brauchte. Note: 2
Manuel Neuer: So viele Gegentreffer musste der 40-jährige Torhüter noch nie in einem Königsklassen-K.o.-Spiel hinnehmen. An diesem Abend in Paris hielt er die unhaltbaren Schüsse nicht, aber wirkliche Vorwürfe kann man Neuer bei den zahlreichen Gegentoren nicht machen. Note: 4 © IMAGO/Jerry Andre
Josip Stanisic: Hinterlief immer wieder Olise und schaffte so zusätzliche Anspielstationen. Blieb defensiv konzentriert. Note: 3
Josip Stanisic: Auf die Allzweckwaffe war in der bisherigen Saison stets Verlass, doch auf diesem absoluten Top-Niveau bekam der Verteidiger von den PSG-Stars regelmäßig seine Grenzen aufgezeigt. So wie beim 1:1 von Kvaratskhelia, das Stanisic auch wegen seines schlechten Stellungsspiels zu verantworten hatte. Note: 5 © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Dayot Upamecano: Ließ zu Beginn die Chance aufs 1:0 liegen, verteidigte dafür fehlerfrei und gewann mit seinen aggressiven Tacklings zahlreiche Bälle. Note: 2
Dayot Upamecano: Mit einer unglaublichen Überzeugung spielte Upamecano im Pariser Prinzenpark auf. In einigen Zweikämpfen ging er bewusst ins Risiko. Trotzdem konnte er die Ausnahmekünstler der PSG-Offensive nicht immer stoppen. Der Anschlusstreffer zum 3:5 war sein erstes Tor in der Königsklasse. Note: 3 © IMAGO/Markus Fischer
Jonathan Tah: Entschied die wichtigen Duelle für sich und hielt Leverkusens Stürmer souverän in Schach. Note: 3
Jonathan Tah: Seine ganze internationale Erfahrung nutzte der Innenverteidiger gegen Dembele & Co. – das gelang mal besser, mal schlechter. Note: 4 © IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER
Alphonso Davies: Ohne Einsatz im Kader.
Alphonso Davies: Überraschend stand der Kanadier statt Konrad Laimer in der Startformation – und Davies zahlte das Vertrauen der Trainer mit einer starken Leistung zurück. Beim Handelfmeter kurz vor dem Pausenpfiff agierte er jedoch unglücklich und trübte seine eigentlich starke Leistung. Note: 4 © IMAGO/JOERAN STEINSIEK
Joshua Kimmich: Verteilte die Bälle im Mittelfeld und hielt außerdem das Zentrum vor der Abwehr dicht. Note: 2
Joshua Kimmich: Weil sich das Spielgeschehen meistens auf den Flügeln zutrug, hatte Kimmich nicht so viel Spielanteile wie gewohnt. Trotzdem war er viel auf dem Platz unterwegs. Note: 3 © IMAGO/Noah Wedel
Aleksandar Pavlovic: Schaltete sich häufig nach vorn ein und überzeugte mit Offensivläufen in den gegnerischen Strafraum. Note: 3
Aleksandar Pavlovic: Das Tempo war auch dem jungen Mittelfeldspieler teilweise zu hoch, aber mit seiner cleveren Spielweise und seiner Passstärke konnte er das häufig wettmachen. Note: 4 © IMAGO/Allstar Picture Library Ltd
Michael Olise: Zog immer wieder in die Mitte und suchte den Abschluss, war dabei aber oft zu eigensinnig. Blieb dadurch ineffektiver als zuletzt. Note: 4
Michael Olise: Die personifizierte Coolness war in Paris besonders in der Anfangsphase ungewohnt nervös. Doch mit zunehmender Spieldauer legte er das Lampenfieber ab und drehte auf. Nicht nur wegen seines Ausgleichstreffers zum zwischenzeitlichen 2:2. Note: 1 © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Jamal Musiala: Glänzte mit viel Spielfreude im Offensivzentrum, ließ sich immer wieder fallen und dribbelte von dort Löcher in Leverkusens Abwehr. Legte den Ball beim 1:0 präzise zurück, sodass Kane freistehend einschieben konnte. Bester Münchner Angreifer. Note: 1
Jamal Musiala: Dem Spielgestalter im zentralen Mittelfeld wurde von seinen Außenbahn-Kollegen Olise und Diaz die Offensiv-Show gestohlen. Musiala zögerte bei Entscheidungen im gegnerischen Drittel häufig zu lange und beim Kopfballtor von Neves nach einem Eckstoß verteidigte er zu zaghaft in der Luft. Note: 4 © IMAGO/David Klein
Luis Diaz: War zwar offiziell nicht am Führungstor beteiligt und hatte mit einem genialen Moment doch großen Anteil: Diaz ließ die Flanke gedankenschnell durch seine Beine und bewies damit seine Extraklasse. Ansonsten einer der Aktivposten im Angriff, ihm gelang das erlösende 2:0 in der Nachspielzeit. Note: 1
Luis Diaz: Immer wieder trieb der Kolumbianer mit Tempoläufen auf der rechten Außenbahn das Münchner Spiel an. Mal zog er im Dribbling nach innen, mal flankte er gefährlich. Den Strafstoß zum 1:0 der Bayern holte er auch mit seiner Willenskraft heraus, das 4:5 verwandelte er eiskalt. Note: 1 © IMAGO/Noah Wedel
Harry Kane: Scheiterte in der Anfangsphase noch per Lupfer, markierte dann aber nach 22 Minuten das wichtige 1:0 und schloss trocken ab. Hatte vor und nach der Pause sogar noch Chancen aufs 2:0, die er jedoch ausließ. Darüber hinaus fungierte Kane aber als wichtiger Taktgeber in der Offensive, weil er seine Stürmerrolle gewohnt mitspielend interpretierte. Note: 2
Harry Kane: Der Torjäger erzielte mit seinem eiskalt verwandelten Elfmeter seinen 13. Champions-League-Treffer in der laufenden Königsklassen-Saison. Kane half gewohnt viel nach hinten mit und war sich für keinen Zweikampf zu schade. Note: 3 © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank
Konrad Laimer: Hatte auf der linken Seite viel Offensivdrang. Defensiv zudem tadellos. Note: 2
Konrad Laimer (ab 46. Minute für Davies): Ein gewohnt beherzter Auftritt des Österreichers. Note: 3 © IMAGO/Ulrik Pedersen/DeFodi Images
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Leon Goretzka: Kam in der 79. Minute – ohne Bewertung. © IMAGO/Noah Wedel
02.08.2025, Fussball Testspiel, FC Bayern - Olympique Lyon
Minjae Kim: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Nicolas Jackson: Ohne Einsatz im Kader.
Nicolas Jackson: Kam in der 93. Minute – ohne Bewertung. © IMAGO/Ulrich Wagner
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Jonas Urbig: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Revierfoto
Franz-Beckenbauer-Supercup 2025, VfB Stuttgart - FC Bayern München; 16.08.2025
Sven Ulreich: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg
Hiroki Ito: Ohne Einsatz im Kader.
Hiroki Ito: Ohne Einsatz im Kader. © DeFodi/Imago
Filip Pavić: Ohne Einsatz im Kader.
Filip Pavić: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Deniz Ofli: Ohne Einsatz im Kader.
Deniz Ofli: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Markus Ulmer
CALCIO
Raphaël Guerreiro: Nicht im Kader. © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Fussball Supercup Saison 2025/2026 VfB Stuttgart - FC Bayern Muenchen
Serge Gnabry: Nicht im Kader. © IMAGO/Markus Ulmer
Wisdom Mike: Ohne Einsatz im Kader.
Wisdom Mike: Nicht im Kader. © IMAGO/Markus Ulmer
Leon Klanac: Ohne Einsatz im Kader.
Leon Klanac: Nicht im Kader. © IMAGO/Mladen Lackovic

Zuletzt voller Fokus auf Pokal und CL

Die Anspannung ist überall bei den Anhängern des Rekordmeisters zu spüren. Es gibt seit Tagen fast keinen unter ihnen, der nicht zugeben würde, mit Blick auf den PSG-Kracher bereits (ziemlich) nervös zu sein. Trotzdem herrscht auch großer Optimismus: Das Team ist in großartiger Form, die Torquoten überragend. Man traut ihm „alles“ zu, auch einen Sieg mit zwei Toren Unterschied über den Titelverteidiger.

Die jüngste Gegentorflut mag zwar beunruhigend wirken, ist aber auch ein Resultat dessen, dass die Bayern seit sechs Wochen in der Bundesliga nicht mehr ansatzweise in Bestaufstellung aufgelaufen sind. Voller Fokus auf die Pokalwettbewerbe: Im DFB-Pokal steht man bereits gegen den VfB Stuttgart im Berliner Finale (23. Mai), das CL-Endspiel in Budapest (30. Mai) soll auch noch klar gemacht werden.

Hoffnung macht die bislang ausgezeichnete CL-Saison: Tabellenzweiter nach der Ligaphase, obwohl die Gegner außerordentlich kompliziert waren. Im Achtelfinale den Europa-League-Gewinner 2024, Atalanta Bergamo, „pulverisiert“ (6:1; 4:1), im Viertelfinale wurde Real Madrid erstmals seit 14 Jahren eliminiert (2:1; 4:3) – gefühlt bereits die ersten Königsklassen-Endspiele der laufenden Saison. Und vor dem Rückspiel gegen PSG in der Allianz Arena herrscht bereits längst so etwas wie Endspielstimmung.

Außergewöhnlicher Fansupport

Selten, vielleicht nie, wurde eine FCB-Mannschaft so bedingungslos unterstützt wie die aktuelle. Der 3:3-Ausgleich gegen den Tabellenletzten Heidenheim durch Michael Olise tief in der Nachspielzeit – sportlich für die Münchner bedeutungslos – wurde von den Fans so frenetisch wie ein wichtiger Siegtreffer in einem Pokalspiel bejubelt. Das ist eine moralische Unterstützung, die bei den Spielern sehr wohl ankommt. Diese gehen in das PSG-Spiel mit der Gewissheit, dort denselben überragenden Support von den Rängen zu bekommen wie gegen Madrid.

Und selbst wenn das Match gegen Paris – wie schon gegen Madrid – wenig verheißungsvoll starten sollte: Alle, auch die Gegner, wissen, mit welcher Moral und Willensstärke die Bayern auch zu großen Comebacks fähig sind. Kein Wunder, dass sich Vereinslegende Arjen Robben „zu hundert Prozent“ sicher ist, dass seine Nachfolger zum zwölften Mal in ein Königsklassenendspiel einziehen werden. Lothar Matthäus glaubt ebenfalls daran, nicht zuletzt wegen der physischen Überlegenheit von Kompanys Truppe.

Wenn alles gut geht, ziehen die Bayern zum ersten Mal seit 2001 (damals nach einem 2:1-Sieg über Real) in einem Heimspiel ins Finale der Champions League ein. Sollte das passieren, werden die Szenarien nach dem Schlusspfiff denjenigen eines Endspielsieges ähneln. 1999 (1:0 gegen Kiew) und 2001 gab es so etwas im Olympiastadion – für die Arena in Fröttmaning wäre es eine heiß ersehnte Premiere. Das Halbfinal-Rückspiel könnte – sportlich wie emotional – zu einem der größten Spiele der Klubgeschichte werden.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Matthias Koch

Kommentare