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2:2 des FC Bayern
Nach Mainz-Remis: Bayern-Boss lässt sich zum Sieg gratulieren
Nach dem Dämpfer beim 2:2 gegen Mainz will sich der FC Bayern „nicht verrückt machen lassen“. Obwohl die Akkus leerer werden und Manuel Neuer ausfällt.
München – Der Satz des Reporters kam so selbstverständlich über die Lippen, dass sogar Max Eberl lachen musste. Mit den Worten „Glückwunsch zum Sieg“ wurde der Sportvorstand des FC Bayern nach dem 2:2 (1:1) gegen Mainz 05 bei den Medienvertretern begrüßt – die Macht der Gewohnheit hatte aus dem Fragensteller gesprochen. Und wer konnte es ihm auch verübeln?
Einen Punktverlust in einem Bundesliga-Heimspiel hatte es schließlich zuletzt im April (!) gegeben. Da kam dieses Remis gegen den Tabellenletzten doch überraschend daher. Und trotzdem muss man jetzt, in dieser letzten Woche des unfassbar langen Fußballjahres 2025, damit umgehen. Genau wie mit dem Ausfall von Manuel Neuer, der sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hat – und vorerst fehlt.
Eberl: „Haben verpasst, unsere Übermacht zu nutzen“
Die Meldung kam am Montagvormittag und passte zu diesem Jahresausklang mit Schönheitsfehler. Sicher am Sonntag (17.30 Uhr) gegen Heidenheim und wahrscheinlich auch noch im ersten Pflichtspiel 2026 gegen den VfL Wolfsburg wird der Kapitän fehlen und von Jonas Urbig vertreten werden. Während Neuer damit schon „frei“ hat, muss der Rest die Schlüsse aus dem Mainz-Spiel ziehen, über das Eberl sagte: „Wir haben selten so eine Dominanz gesehen. Aber wir haben es verpasst, unsere Übermacht zu nutzen.“
In der Kabine fragten sich die Spieler, teils noch mit Nikolausmütze, wie man dieses Spiel nicht hatte gewinnen können. Nur zwei Mal ging der Ball rein, bei der Führung durch Lennart Karl (29.) sowie beim Last-Minute-Ausgleich per Harry-Kane-Elfmeter (87.). Dazwischen hatte Mainz zweimal zugeschlagen und die Bayern in einer Mischung aus Ärger und Ungläubigkeit zurückgelassen.
Nur Karl in Topform reicht nicht: Bayern-Einzelkritik gegen Mainz
Allein der Blick auf die Statistik sprach Bände. Die Bayern nämlich verbuchten nicht nur 85 Prozent Ballbesitz, sie schossen 24 Mal aufs Tor (Mainz: 5), spielten fast 1000 Pässe (Mainz: 170) und hatten einen „Expected goal“-Wert von 4,5 (Mainz: 0,6). Dass Mainz am Ende dennoch – und ausgerechnet beim Jahresausklang – als erstes Liga-Team mit Punkten abreiste, machte die Sache noch bitterer. Zwar ist tabellarisch nichts passiert – die Bayern haben den Hinrunden-Titel so gut wie sicher. Aber „trotzdem ist es der Anspruch, dass man zu Hause gegen Mainz gewinnt“, sagte Joshua Kimmich.
Kimmich mahnt: „Spiele sind zu lange zu offen“
Während die meisten Beteiligten das Ergebnis als Ausrutscher abtun wollten, fand der Vize-Kapitän vergleichsweise mahnende Worte. Schon seit ein paar Wochen nämlich beschleicht Kimmich „das Gefühl, dass wir die Spiele nicht mehr so früh entscheiden konnten“.
Müdigkeit oder mangelnde Fitness seien nicht das Problem, aber Kimmich wünscht sich für 2026 eine andere Ausstrahlung: „Wir müssen die Spiele früher entscheiden. Die Spiele sind zu lang zu offen. Und wir waren oft in Rückstand zuletzt.“ Mit Blick auf 56 Pflichtspiele im Jahr 2025 ist eine gewisse mentale Abnutzung vielleicht nicht jedem bewusst, aber menschlich. Die Bayern lechzen nach dem „herausragenden Kalenderjahr“ (Eberl) nach Urlaub.
Das 57. Pflichtspiel folgt am Sonntag. Bis dahin gilt es umzusetzen, was Kompany für die lange Trainingswoche mit auf den Weg gab: „Frustration gehört dazu, es geht darum, damit umzugehen. Wir lassen uns nicht verrückt machen.“ Dass man „keine blinde Mannschaft“ habe, wisse man, betonte auch Kimmich.
Eberl erbrachte den Beweis: „Wenn einer vor der Saison gesagt hätte: Am 14. Spieltag bist du neun Punkte vorne, hätten wir gesagt: Phantastisch, würden wir alle so unterschreiben.“ Und jetzt: „Abhaken – und in Heidenheim einen Sieg einfahren.“ Dann darf auch wieder gratuliert werden...