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Nach deutlicher Kritik
Nach Díaz-Platzverweis im Bayern-Spiel bricht Schiedsrichter Dingert sein Schweigen
Das Spiel Bayer Leverkusen gegen Bayern München wurde vor allem von Schiedsrichterentscheidungen überschattet. Nach viel Kritik erklärt sich dieser.
Es war ein Abend voller strittiger Entscheidungen – und am Ende räumte der Mann, der sie traf, selbst einen schwerwiegenden Fehler ein. Schiedsrichter Christian Dingert gestand nach dem Bundesligaspiel zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München (1:1) am Sky-Mikrofon, dass die Gelb-Rote Karte gegen Luis Díaz in der 84. Minute falsch war.
„Während des Spiels habe ich den Vorfall als Schwalbe wahrgenommen. Das habe ich gesehen. Wenn ich mir die Aufzeichnung jetzt anschaue, ist klar, dass es kein Elfmeter war. Aber die rote Karte war sehr hart; heute würde ich sie nicht mehr geben“, sagte der 45-Jährige. Ein Eingeständnis dieser Deutlichkeit ist im deutschen Profifußball ungewöhnlich.
Schiedsrichter Christian Dingert räumt Fehler bei Bayern gegen Leverkusen ein
Die Szene, die Dingert im Nachhinein anders bewertet als während des Spiels, ereignete sich in der 84. Minute. Díaz ging nach einem Kontakt mit Leverkusens Torhüter Janis Blaswich zu Boden. Dingert wertete die Aktion als Schwalbe. Da Díaz bereits eine Gelbe Karte gesehen hatte, folgte zwingend die Gelb-Rote. Bayern spielte damit in den Schlussminuten mit nur noch neun Spielern – Stürmer Nicolas Jackson war bereits in der 41. Minute des Feldes verwiesen worden.
Zwei weitere Bayern-Tore wurden wegen Handspiels aberkannt. Trotz allem sicherten sich die Münchner noch ein 1:1. Besonders brisant: Dingerts Fehlentscheidung war regelbedingt nicht korrigierbar. Gelb-Rote Karten können laut aktuellem Regelwerk nicht per VAR überprüft werden. Erst ab der kommenden Saison soll sich das ändern. Dingerts eigenes Eingeständnis macht die Situation pikant – er bestätigte selbst, dass er die Szene anhand der Aufzeichnung anders beurteilt als in der Situation auf dem Platz.
Einser und Fünfer bei Platzverweis-Drama: Die Bayernstars in der Einzelkritik gegen Leverkusen
Bayerns Sportvorstand Max Eberl suchte nach dem Abpfiff das Gespräch mit dem Schiedsrichter. Das Ergebnis überraschte: „Ich habe gerade mit Dingert gesprochen, alles in Ordnung, das war ein guter Dialog gewesen. Er hat auch gesagt, die Gelb-Rote Karte ist keine Gelb-Rote Karte“, berichtete Eberl in der Mixed Zone gegenüber Sky. Kritische Worte über Dingert vermied der Bayern-Boss bewusst; er lobte dessen offene Kommunikation.
Die sportliche Konsequenz trifft Bayern hart: „Das Gefühl, dass Lucho Diaz jetzt im nächsten Spiel fehlt, verstehe ich gar nicht“, sagte Kompany. Díaz hatte zuvor in der 69. Minute den Ausgleich erzielt – es war sein letzter Auftritt auf dem Platz, bevor Dingerts Entscheidung fiel. Eine Entscheidung, die der Schiedsrichter selbst nicht mehr treffen würde. (fpt)