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„Zum ersten Mal das Gefühl“
Bayern und Fans mobilisieren: Gegen PSG wieder „alle in Rot“ – Hoeneß dabei
Auf dem Weg zum möglichen dritten Triple der Vereinsgeschichte sind der FC Bayern und seine Fans auf bemerkenswerte Weise zusammengewachsen. Ein Erfolgsfaktor gegen Paris?
Die Bayern spielen unter Chefcoach Vincent Kompany eine bemerkenswerte Saison. Anfang Mai sind vor dem CL-Rückspiel gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain noch alle Titel möglich, die Meisterschaft längst eingefahren. Das ganz große Ziel ist nun der Gewinn des siebten Königsklassen-Titels in der Klubhistorie, auch wenn die Sehnsucht nach dem ersten Triumph im DFB-Pokal seit 2020 natürlich ebenfalls gewaltig ist. Dass die aktuelle FCB-Mannschaft – sportlich wie charakterlich – eine außergewöhnliche ist, ist bei den Anhängern längst angekommen.
An großen Europapokalabenden konnte sich der deutsche Rekordmeister in der heimischen Arena – das war schon zu Olympiastadionzeiten so, aber auch in Fröttmaning – immer auf den Support der eigenen Fans verlassen. Das Rückspiel im CL-Viertelfinale gegen Real Madrid offenbarte jedoch eine neue Dimension: Anders als bei normalen Bundesligaspielen stimmte sich ein großer Teil des Stadions, beileibe nicht nur in der Südkurve, auf die anstehende Europapokalschlacht ein. Derartige Szenarien ist man von deutschen Fanscharen nur von großen Endspielen gewohnt. .
Kann die Stimmung des Real-Fights gegen Paris noch einmal gesteigert werden?
Tatsächlich hatten die Bayern – trotz ihrer außergewöhnlichen Comeback-Qualitäten – gegen die Königlichen nicht ihren besten Tag bzw. Abend. Die „alle in Rot“-Fans dagegen schon. Zusammen schaffte man es, dass lamentierende Madrilenen nach dem 3:4 mit der zweiten Niederlage innerhalb von acht Tagen nach Hause geschickt wurden.
Nach dem spektakulären 4:5 bei PSG ist nun eine Wiederholung mehr als erwünscht. Dies hatte der im Hinspiel gesperrte Kompany bereits unmittelbar nach der Partie in Frankreichs Hauptstadt ausdrücklich angesprochen: „Wir brauchen unsere Fans, wir brauchen Unterstützung. Es war so ein Feuer gegen Madrid. Wir brauchen nicht weniger, wir brauchen sogar noch mehr.“ Und weiter: „Ich glaube, die Jungs geben immer alles. Das haben die Fans auch gesehen heute. Die Fans geben auch immer alles für uns, aber wir brauchen halt 75 000 Fans, die genauso wie unsere Auswärtsfans heute gefiebert haben.“
FCB-Offensive stärker, Enrique schlägt Kompany – Bayern und PSG im Head-to-Head
Wer die Stimmung in München und bei den FCB-Anhängern in diesen Tagen mitbekommt, bekommt das Gefühl, dass die eigentlich schon vollkommen außergewöhnliche Atmosphäre gegen Real noch einmal gesteigert werden soll und auch kann. Die Südkurve wird sich bereits ab 20:00 Uhr, also eine Stunde vor Spielbeginn, einsingen. Viele Tausende im Stadion werden zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich bereits mitmachen.
Auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß versprüht vor dem CL-Kracher Zuversicht: „Das Momentum nach diesem Spiel liegt beim FC Bayern, nicht bei Paris. Wichtig ist, dass man nicht hektisch wird. Natürlich wollen wir versuchen, das erste Tor zu schießen, das steht außer Frage.“ Spannend werde die Herangehensweise von PSG: „Ob sie von Anfang an kommen oder ob sie uns erst einmal spielen lassen.“
Mit der Einschätzung unterscheidet sich der 74-Jährige nicht großartig von anderen Expertenmeinungen. Und als wichtigen Faktor nennt Hoeneß dieses Mal, wer ihn über die Jahrzehnte aufmerksam verfolgt, durchaus überraschend, auch die Bayern-Fans: „Weil ich zum ersten Mal das Gefühl habe, dass unser Publikum eine wirklich große Hilfe ist. Gegen Madrid war das ja Wahnsinn.
Früher war es so: Fünf Minuten vor Spielende sind viele schon gegangen. Dieses Mal waren selbst eine halbe Stunde nach dem Abpfiff noch zahlreiche Zuschauer im Stadion. Das hat sich deutlich verändert, und genau das ist ein Vorteil für uns, der am Mittwoch eine ganz große Rolle spielen kann.“