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Gespräche über Bundestrainer-Posten

Verband bestätigt: DFB und Klopp kommen in New York gut voran

Der DFB und Jürgen Klopp haben in New York mehr als vier Stunden in einem Flughafenhotel nahe des JFK-Airports verhandelt. Es soll eine grundsätzliche Einigung geben.

Update vom 11. Juli, 15.22 Uhr: Was Absolut Fussball und die Frankfurter Rundschau bereits berichteten, wurde nun vom DFB bestätigt: Der Verband hat mit dem designierten Bundestrainer in New York „eine Verständigung über wesentliche Eckpunkte eines potenziellen Vertrages erzielt“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

Die Gespräche sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden. „Beide Seiten sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen – vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull – letztlich erfolgreich abgeschlossen werden können“, heißt es weiter.

Erstmeldung vom 11. Juli, 12.43 Uhr: Der Deutsche Fußball-Bund ist in Person von Präsident Bernd Neuendorf und Bundesligaboss Hans-Joachim Watzke offenbar vollauf zufrieden von einem 24-Stunden-Trip aus New York zurückgekehrt. Nach Informationen von Absolut Fussball und der Frankfurter Rundschau vom Frankfurter Flughafen flogen die beiden Verhandlungsführer in verschiedenen Maschinen zurück. Neuendorf eine Stunde nach Watzke in einem A 340 300 der Lufthansa, Watzke zunächst mit der Singapore Airlines.

Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.

Beide waren tags zuvor von Frankfurt aus gemeinsam mit der Lufthansa zum John F. Kennedy International Airport geflogen und hatten ganz in der Nähe des Flughafens Jürgen Klopp und dessen Berater und Freund Marc Kosicke getroffen. Die Gespräche dauerten mehr als vier Stunden lang (alle Infos zum DFB-Gipfel hier im News-Ticker) und sollen erfolgreich verlaufen sein.

DFB-Treffen mit Jürgen Klopp verlief positiv

Neuendorf nahm möglicherweise einen späteren Flug, weil er noch letzte finanzielle Details mit Klopp und Kosicke, der seit zwei Jahrzehnten eng an der Seite von Klopp steht, zu klären hatte. Große Dissonanzen soll es ohnehin nicht gegeben haben, Klopp ist dem DFB wohl erwartungsgemäß entgegengekommen, ganz so, wie es Watzke mit seinem Hinweis auf einen „Patriotismus-Abschlag“, den er von Klopp erwarte, vorgeschlagen hatte.

In den großen Linien soll man sich also einig geworden sein. Es stehen allerdings noch Verhandlungen mit Klopps aktuellem Arbeitgeber Red Bull aus. Die will der DFB mit Hochdruck vorantreiben, es soll dazu alsbald ein Treffen mit RB-Co-Boss Oliver Mintzlaff geben. Vorteil: Mintzlaff und Neuendorf wohnen beide in Bonn, auch Watzke ist im Sauerland nicht ewig weit weg beheimatet. Zudem trifft sich Globetrotter Mintzlaff mit Klopp und Kosicke in den USA, wo Klopp noch seiner Tätigkeit als TV-Experte nachgeht.

BVB- und Liverpool-Legende, RB-Feindbild und jetzt Bundestrainer: Die Karriere von Jürgen Klopp

Schon als Spieler galt Klopp als verlängerter Arm des Trainers, als Führungspersönlichkeit und Antreiber auf dem Platz. Nach mehreren Jahren bei unterklassigen Vereinen wechselte er 1990 zum FSV Mainz 05. Für die Nullfünfer bestritt er 340 Pflichtspiele, ehe er seine Karriere im Februar 2001 beendete – um in Mainz überraschend den Posten als Cheftrainer zu übernehmen.
Schon als Spieler galt Klopp als verlängerter Arm des Trainers, als Führungspersönlichkeit und Antreiber auf dem Platz. Nach mehreren Jahren bei unterklassigen Vereinen wechselte er 1990 zum FSV Mainz 05. Für die Nullfünfer bestritt er 340 Pflichtspiele, ehe er seine Karriere im Februar 2001 beendete – um in Mainz überraschend den Posten als Cheftrainer zu übernehmen. © dpa/ Kay_Nietfeld
Weil die Vereinskasse leer war, implementierte der FSV Mainz 05 im Februar 2001 kurzerhand den noch als Spieler aktiven Jürgen Klopp als Cheftrainer. Sein Debüt auf der Trainerbank endete am 28. Februar 2001 mit einem 1:0-Heimsieg gegen den MSV Duisburg.
Weil die Vereinskasse leer war, implementierte der FSV Mainz 05 im Februar 2001 nach der Entlassung von Eckhard Krautzun kurzerhand den noch vor wenigen Tagen als Spieler aktiven Jürgen Klopp als Cheftrainer. Sein Debüt auf der Trainerbank endete am 28. Februar 2001 mit einem 1:0-Heimsieg gegen den MSV Duisburg. © dpa/ Tobias_Heyer
Von Beginn an zeigte sich Klopps außergewöhnliche Fähigkeit, Menschen mitzunehmen, Mannschaften zu begeistern und Spieler für gemeinsame Ziele einzuschwören. Obwohl ihm anfangs sogar noch der erforderliche Trainerschein fehlte, gewann Mainz unter Klopp sechs der ersten sieben Partien und schaffte den Klassenverbleib.
Von Beginn an zeigte sich Klopps außergewöhnliche Fähigkeit, Menschen mitzunehmen, Mannschaften zu begeistern und Spieler für gemeinsame Ziele einzuschwören. Obwohl ihm anfangs sogar noch der erforderliche Trainerschein fehlte, gewann Mainz unter Klopp sechs der ersten sieben Partien und schaffte den Klassenverbleib. © dpa/ Frank May
Der FSV Mainz 05 schaffte unter Klopp nach drei vergeblichen Anläufen im Jahr 2004 den Aufstieg in die Bundesliga.
Schnell wurde deutlich, dass Klopp etwas Besonderes mitbrachte. Er galt als junger Motivator mit einer mitreißenden Ausstrahlung und schaffte es, nahezu jeden Spieler besser zu machen und aus jedem das Maximum herauszuholen. 2004 führte er den FSV Mainz 05 erstmals in die Bundesliga. © dpa/ Arne Dedert
2008 verließ Jürgen Klopp die Mainzer nach sieben Jahren als Cheftrainer.
Nach dem historischen Bundesliga-Aufstieg etablierte Klopp den FSV Mainz 05 erstmals in der Vereinsgeschichte in der höchsten deutschen Spielklasse. Mit mutigem Offensivfußball und seiner mitreißenden Art führte er den Außenseiter zu zwei souveränen Klassenerhalten. Nach drei Jahren in der Bundesliga folgte 2007 zwar der Abstieg, doch Mainz hielt an Klopp fest. Als der direkte Wiederaufstieg 2008 verpasst wurde, endete nach insgesamt sieben Jahren seine Zeit als Cheftrainer am Rhein. © dpa/Frank Leonhardt
2008 wurde Klopp bei Borussia Dortmund als neuer Cheftrainer vorgestellt – dort begann sein Aufstieg zur Trainerlegende.
2008 wurde Klopp bei Borussia Dortmund als neuer Cheftrainer vorgestellt – dort begann sein Aufstieg zur Trainerlegende. © dpa/Bernd Thissen
Klopp begeisterte auch beim BVB mit seiner offenen, emotionalen Art, seiner Authentizität und seinem Humor. Auch auf dem Platz feierten die Dortmunder unter ihm schnell Erfolge.
Klopp begeisterte auch beim BVB mit seiner offenen, emotionalen Art, seiner Authentizität und seinem Humor. Auch auf dem Platz feierten die Dortmunder unter ihm schnell Erfolge. © dpa/ Marcus Brandt
Beim BVB beendete Klopp 2011 die jahrelange Titel-Durststrecke und führte Dortmund ein Jahr später sogar zum Double aus Deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal.
Beim BVB beendete Klopp 2011 die jahrelange Titel-Durststrecke und führte Dortmund ein Jahr später sogar zum Double aus Deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal.  © dpa/ Torsten Silz
In Dortmund entwickelte Klopp zahlreiche Spieler weiter und begeisterte die Fans mit offensivem Fußball. Auch Nuri Şahin, der später selbst Trainer des BVB wurde, feierte unter Klopp seinen großen Durchbruch.
In Dortmund entwickelte Klopp zahlreiche Spieler weiter und begeisterte die Fans mit offensivem Fußball. Auch Nuri Şahin, der später selbst Trainer des BVB wurde, feierte unter Klopp seinen großen Durchbruch. © dpa/Franz-Peter Tschauner
Jürgen Klopp und seine Frau Ulla feiern den 2:0-Sieg feiern den 2:0-Sieg über Gladbach und die 2. deutsche Meisterschaft unter dem gebürtigen Stuttgarter.
Jürgen Klopp und seine Frau Ulla feiern den 2:0-Sieg feiern den 2:0-Sieg über Gladbach und die 2. deutsche Meisterschaft unter dem gebürtigen Stuttgarter. © dpa/ Roland Weihrauch
Durch seine emotionalen (Wut-)Ausbrüche an der Seitenlinie erhielt er den Spitznamen “Pöhler”.
Durch seine emotionalen Ausbrüche an der Seitenlinie erhielt Klopp beim BVB den Spitznamen „Pöhler“. © dpa/Bernd Thissen
Bis heute zählt Klopp zu den erfolgreichsten Trainern der BVB-Geschichte und gilt noch immer als Maßstab für neue Trainer bei den Schwarz-Gelben. Das liegt nicht nur an seinen Erfolgen auf dem Platz, sondern auch an seinen Qualitäten als Motivator und Menschenfänger.
Bis heute zählt Klopp zu den erfolgreichsten Trainern der BVB-Geschichte und gilt noch immer als Maßstab für neue Trainer bei den Schwarz-Gelben. Das liegt nicht nur an seinen Erfolgen auf dem Platz, sondern auch an seinen Qualitäten als Motivator und Menschenfänger. © dpa/Timur Emek
2013 führte er den BVB zudem ins Champions-League-Finale. In einem dramatischen Endspiel im Londoner Wembley-Stadion unterlag Borussia Dortmund dem FC Bayern München knapp mit 1:2.
2013 führte er den BVB zudem ins Champions-League-Finale. In einem dramatischen Endspiel im Londoner Wembley-Stadion unterlag Borussia Dortmund dem FC Bayern München knapp mit 1:2. © dpa/Andy Rain
Nach zwei Vizemeisterschaften und dem Champions-League-Finale erlebte Borussia Dortmund unter Klopp aber auch einen sportlichen Rückschlag: In der Bundesliga rutschte das Team zwischenzeitlich auf den letzten Tabellenplatz ab und überwinterte 2014 als Schlusslicht. Trotz dieser schwierigen Phase gelang es Klopp wieder, das Team zu stabilisieren, und der BVB beendete die Saison noch versöhnlich auf Platz 7.
Nach zwei Vizemeisterschaften und dem Champions-League-Finale erlebte Borussia Dortmund unter Klopp aber auch einen sportlichen Rückschlag: In der Bundesliga rutschte das Team zwischenzeitlich auf den letzten Tabellenplatz ab und überwinterte 2014 als Schlusslicht. Trotz dieser schwierigen Phase gelang es Klopp wieder, das Team zu stabilisieren, und der BVB beendete die Saison noch versöhnlich auf Platz 7.  © dpa/ Marius Becker
Dennoch gelang am Ende der Saison noch der Einzug ins DFB-Pokalfinale. Dort musste sich Borussia Dortmund jedoch erneut dem Rivalen FC Bayern München geschlagen geben.
Dennoch gelang am Ende der Saison noch der Einzug ins DFB-Pokalfinale. Dort musste sich Borussia Dortmund jedoch erneut dem Rivalen FC Bayern München geschlagen geben. © dpa/Federico Gambarini
Ob in der Pressekonferenz, auf der Trainerbank oder im direkten Austausch mit den Fans – Klopp wirkte nie wie eine Figur, die eine Rolle spielte. Er war die Rolle. Nach der Saison 2014/15 gab er schließlich seinen Abschied als BVB-Trainer bekannt.
Ob in der Pressekonferenz, auf der Trainerbank oder im direkten Austausch mit den Fans – Klopp wirkte nie wie eine Figur, die eine Rolle spielte. Er war die Rolle. Nach der Saison 2014/15 gab er schließlich seinen Abschied als BVB-Trainer bekannt. © dpa/Bernd Thissen
Nur wenige Monate später wurde Klopp als neuer Trainer des kriselnden Premier-League-Klubs FC Liverpool vorgestellt. Dort trat er die Nachfolge von Brendan Rodgers an.
Nur wenige Monate später wurde Klopp als neuer Trainer des kriselnden Premier-League-Klubs FC Liverpool vorgestellt. Dort trat er die Nachfolge von Brendan Rodgers an. Gleich bei seiner Vorstellung sorgte er mit einem legendären Satz für Aufsehen. In Anspielung auf José Mourinhos Spitznamen „The Special One“ bezeichnete sich Klopp selbst augenzwinkernd als „The Normal One“.  © dpa/Phil Richards
In Liverpool entwickelte sich eine regelrechte Klopp-Mania. Fans aller Generationen verehrten den Deutschen, dessen Leidenschaft und Nähe zum Verein ihn zu einer der prägendsten Persönlichkeiten der Klubgeschichte machten.
In Liverpool entwickelte sich eine regelrechte Klopp-Mania. Fans aller Generationen verehrten den Deutschen, dessen Leidenschaft und Nähe zum Verein ihn zu einer der prägendsten Persönlichkeiten der Klubgeschichte machten. © dpa/Peter Powell
An der Anfield Road gelang Klopp das Kunststück, den schlafenden Fußballriesen wiederzubeleben und ihn wieder im Spitzenfeld der Premier League zu etablieren.
An der Anfield Road gelang Klopp das Kunststück, den schlafenden Fußballriesen wiederzubeleben und ihn wieder im Spitzenfeld der Premier League zu etablieren.  © dpa/Adam Davy/PA Wire/dpa | Adam Davy
Der erfolgreiche Aufschwung unter Klopp gipfelte 2018 im Champions-League-Finale, in dem Liverpool auf Real Madrid traf. Die Reds mussten sich geschlagen geben, sodass Klopp auch sein zweites Champions-League-Finale als Verlierer beendete.
Der erfolgreiche Aufschwung unter Klopp gipfelte 2018 im Champions-League-Finale, in dem Liverpool auf Real Madrid traf. Die Reds mussten sich den Königlichen mit 1:3 geschlagen geben, sodass Klopp auch sein zweites Champions-League-Finale als Verlierer beendete. © dpa/Mike Egerton/PA Wire/dpa | Mike Egerton
Unter Klopp erlebte der FC Liverpool einen nachhaltigen sportlichen Aufschwung. Die Mannschaft begeisterte mit intensivem, offensivem Fußball und etablierte sich wieder als europäische Spitzenmannschaft. Auch Spieler wie Mohamed Salah, Sadio Mané oder Trent Alexander-Arnold entwickelten sich in dieser Phase zu Weltklasseakteuren.
Unter Klopp erlebte der FC Liverpool einen nachhaltigen sportlichen Aufschwung. Die Mannschaft begeisterte mit intensivem, offensivem Fußball und etablierte sich wieder als europäische Spitzenmannschaft. Auch Spieler wie Mohamed Salah, Sadio Mané oder Virgil van Dijk entwickelten sich in dieser Phase zu Weltklasseakteuren. © dpa/Peter Byrne
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In Klopps Zeit beim FC Liverpool prägte die sportliche Rivalität mit Manchester-City-Trainer Pep Guardiola die Premier League maßgeblich. Beide Teams spielten auf höchstem Niveau und trieben einander zu Höchstleistungen an, wodurch sich intensive und hochklassige Duelle entwickelten. © dpa/ Jon Super
2019 erfüllte Klopp nach einer starken Saison endlich seinen Traum vom Champions-League-Titel. Im Finale im spanischen Madrid traf der FC Liverpool auf Tottenham Hotspur und setzte sich mit 2:0 durch. Bereits früh brachte ein Elfmeter von Mohamed Salah die Reds in Führung, ehe Divock Origi in der Schlussphase den Endstand besorgte. Für Klopp war es der erste Champions-League-Titel mit Liverpool und der bis dato größte Erfolg seiner Trainerkarriere.
2019 erfüllte Klopp nach einer starken Saison endlich seinen Traum vom Champions-League-Titel. Im Finale im spanischen Madrid traf der FC Liverpool auf Tottenham Hotspur und setzte sich mit 2:0 durch. Bereits früh brachte ein Elfmeter von Mohamed Salah die Reds in Führung, ehe Divock Origi in der Schlussphase den Endstand besorgte. Für Klopp war es der erste Champions-League-Titel mit Liverpool und der bis dato größte Erfolg seiner Trainerkarriere. © dpa/ Jan Woitas
Ein Jahr später setzte er noch einen drauf und machte sich endgültig zur Legende in Liverpool. 2020 gewann der FC Liverpool die englische Meisterschaft und holte damit die erste Premier-League-Trophäe seit 1990. Mit deutlichem Vorsprung dominierte das Team die Liga und krönte eine überragende Saison, in der das Team 99 Punkte holte.
Ein Jahr später setzte er noch einen drauf und machte sich endgültig zur Legende in Liverpool. 2020 gewann der FC Liverpool die englische Meisterschaft und holte damit die erste Premier-League-Trophäe seit 1990. Mit deutlichem Vorsprung dominierte das Team die Liga und krönte eine überragende Saison, in der das Team 99 Punkte holte. © dpa/Paul Ellis
Fans aller Generationen verehrten den Deutschen, dessen Leidenschaft und Nähe zum Verein ihn zu einer der prägendsten Persönlichkeiten der Klubgeschichte machten. Umso emotionaler verlief sein Abschied im Sommer 2024. „I am running out of energy“, erklärte Klopp seine Entscheidung nach neun Jahren in Liverpool. Als er bei seiner Verabschiedung im Anfield-Stadion sogar den Fangesang auf seinen Nachfolger Arne Slot anstimmte, zeigte er noch einmal genau jene Größe, die ihn während seiner gesamten Karriere ausgezeichnet hatte.
Fans aller Generationen verehrten den Deutschen, dessen Leidenschaft und Nähe zum Verein ihn zu einer der prägendsten Persönlichkeiten der Klubgeschichte machten. Umso emotionaler verlief sein Abschied im Sommer 2024. „I am running out of energy“, erklärte Klopp seine Entscheidung nach neun Jahren in Liverpool. Als er bei seiner Verabschiedung im Anfield-Stadion sogar den Fangesang auf seinen Nachfolger Arne Slot anstimmte, zeigte er noch einmal genau jene Größe, die ihn während seiner gesamten Karriere ausgezeichnet hatte. © dpa/Peter Byrne
Jürgen Klopp wurde am 1. Oktober 2024 von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Gewürdigt wurden damit neben seinen sportlichen Erfolgen vor allem sein herausragendes soziales Engagement, seine Vorbildfunktion sowie sein Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Jürgen Klopp wurde am 1. Oktober 2024 von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Gewürdigt wurden damit neben seinen sportlichen Erfolgen vor allem sein herausragendes soziales Engagement, seine Vorbildfunktion sowie sein Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. © dpa/Bernd von Jutrczenka
Seit Januar 2025 ist Klopp als Head of Global Soccer für Red Bull tätig und verantwortet dort die sportliche Entwicklung der internationalen Fußballklubs des Unternehmens. Nun folgt womöglich die nächste und größte Herausforderung seiner Laufbahn: Als Bundestrainer soll er die deutsche Nationalmannschaft künftig zurück in die Weltspitze führen.
Seit Januar 2025 ist Klopp als Head of Global Soccer für Red Bull tätig und verantwortet dort die sportliche Entwicklung der internationalen Fußballklubs des Unternehmens. Vielen Fans schmeckte das gar nicht – doch als Bundestrainer wünschen sich ihn trotzdem viele. Nun folgt womöglich die nächste und größte Herausforderung seiner Laufbahn: Als Nagelsmann-Nachfolger soll er die deutsche Nationalmannschaft künftig zurück in die Weltspitze führen. © dpa/ Jan Woitas
Am 25. Juli 2026 wurde Jürgen Klopp offiziell als neuer deutscher Bundestrainer vorgestellt. Auch Bernd Neuendorf, Rudi Völler und Hans-Joachim Watzke freuten sich über den Neuzugang.
Am 25. Juli 2026 wurde Jürgen Klopp offiziell als neuer deutscher Bundestrainer vorgestellt. Auch Bernd Neuendorf, Rudi Völler und Hans-Joachim Watzke freuten sich über den Neuzugang. © picture alliance/dpa | Jennifer Brückner

Mintzlaff – zuvor Geschäftsführer von RB Leipzig, ehe er nach dem Tod von Firmengründer Dietrich Mateschitz zum CEO Corporate Projects und Investments des Gesamtkonzerns aufstieg – hatte Klopp im Oktober 2024 nach neun Jahren als Chefcoach des FC Liverpool und einer halbjährigen Auszeit davon überzeugen können, als „Head of Global Soccer“ zumindest fünf Jahre lang den weltweiten Fußballspielbetrieb von Red Bull zu leiten. Der Vertrag soll jetzt statt 2029 vorzeitig zugunsten des DFB enden.

Die Ankunft und Abfahrt des Treffens von Neuendorf und Watzke mit dem Bald-Bundestrainer am Freitagmittag (Ortszeit) in einem Sitzungszimmer des TWA-Hotels ist von einem Fotoreporter der „Bild“-Zeitung dokumentiert worden. Man sieht Klopp und Kosicke bei einem Treffen in einem Café des Hotels sowie Neuendorf und Watzke mit Ziehköfferchen auf dem Weg zu dem Termin und hinterher auch wieder beim Verlassen des Hotels.

DFB spricht mit Klopp auch über Red-Bull-Posten

Dabei soll auch die Debatte um eine geplante künftige Rolle von Klopp als Markenbotschafter von Red Bull besprochen worden sein. Diese Pläne, die eine Ablösesumme im Gegenwert von Klopps Vertragsdauer und Bedeutung in zweistelliger Millionenhöhe vermeiden sollen, waren sowohl von der Fanorganisation „Unsere Kurve“ als auch von Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger fundamental kritisiert worden.

Zwanziger bezeichnete das im „FAZ“-Interview als „No-Go“ und ergänzte: „Red Bull will Macht gewinnen in den Sport hinein. Durch eine Person mit der neben dem Präsidenten wichtigsten Funktion im deutschen Fußball, vielleicht sogar die allerwichtigste.“ Wenn es Jürgen Klopp „so wichtig“ sei, Bundestrainer zu werden, „dann muss er alles andere sein lassen. Deutscher Nationaltrainer ist ein Riesenamt in dieser Gesellschaft, immer noch und trotz der Dinge, die in den letzten Jahren nicht so gut gelaufen sind. Der Bundestrainer kann nicht zwei Hüte tragen.“

Kritisiert den DFB: der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Beim DFB sieht man das weniger kritisch. Klopp arbeitet seit elf Jahren als Markenbotschafter der Deutschen Vermögensberatung, ohne dass es deshalb Probleme mit seinen Arbeitgebern gegeben hätte. Ähnlich soll auch seine Beziehung zu Red Bull sich gestalten. Absolut kein Thema ist es, dass ein künftiger Bundestrainer Klopp mit einem Red-Bull-Käppi durch die Coachingzone hastet oder bei DFB-Pressekonferenzen erscheint. Auch eine Einflussnahme von Red Bull wird beim DFB ausgeschlossen.  

Es darf erwartet werden, dass sich Klopp künftig öfter auf dem DFB-Campus in Frankfurt aufhält, als dass seine Vorgänger Joachim Löw, Hansi Flick und Julian Nagelsmann taten. Denn Klopp, der inzwischen Opa geworden ist, hat nach seinem Liverpool-Engagement sein neues Haus in Wiesbaden gemeinsam mit seiner Ehefrau bezogen. Von dort ist man in einer halben Stunde am DFB-Campus.

Klopp dürfte auch in den Gesprächen mit Neuendorf und Watzke seine Bereitschaft zum Ausdruck gebracht haben, dass er sich über die A-Nationalmannschaft hinweg um die Entwicklung des deutschen Fußballs kümmert. Als globaler Fußballchef von Red Bull hat er noch einmal ganz neue Einsichten bekommen. Sein vertrauensvolles Verhältnis zu DFB-Nachwuchschef Hannes Wolf, den Klopp einst zu Borussia Dortmund holte, ist sicher hilfreich, ebenso wie die gewachsene Freundschaft zu Watzke.

Ohnehin gibt es durchaus auch Lichtblicke im Nachwuchsbereich: Die deutschen U17-Junioren wurden 2023 sowohl Europa- als auch Weltmeister, die U19 erreichte am heutigen Samstagabend das EM-Finale gegen Spanien (alle TV-Infos hier), die U21 ist Vize-Europameister. Klopp will sich alles erst genau anschauen, ehe er Vorschläge für Reformen macht, die es in jüngster Vergangenheit ohnehin schon umfangreich gegeben hat.

Der 59-Jährige dürfte für die A-Nationalmannschaft anstreben, seinen „Heavy-Metal-Fußball“ aus Dortmunder Zeiten wiederzubeleben und vorn auf schnellere Spieler setzen als Vorgänger Julian Nagelsmann. Leute wie etwa den Kölner Said El Mala, Karim Adeyemi (künftig FC Barcelona) oder Kevin Schade vom FC Brentford. Beim DFB erwartet man, dass sich der erfahrene Klopp strategisch klug und tief in viele Arbeitsbereiche hereinwühlt.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Florian Wiegand und picture alliance/dpa | Jan Woitas

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