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DFB bereitet Bundestrainer-Coup vor
Red Bull bekommt keine Ablöse, behält aber das Gesicht Klopp – der aktuelle Stand
DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Hans-Joachim Watzke lösen einige Probleme vorab, um Jürgen Klopp den Weg zum Bundestrainer zu ebnen. Der aktuelle Stand.
Dieser Tage sitzen Bernd Neuendorf und Hans-Joachim Watzke im Flugzeug über den großen Teich. Wann der DFB-Präsident und der Bundesligaboss sich genau auf den Weg machen, um in den USA mit Jürgen Klopp und dessen Berater Marc Kosicke zu sprechen? Eine Antwort gibt es aus dem hohen Hause Deutscher Fußball-Bund nicht. Es würden „keine Wasserstandsmeldungen“ verkündet, heißt es wiederholt auf Anfrage.
Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.
Man möchte im Verband tunlichst vermeiden, dass die beiden führenden Fußballmänner beim Einchecken am Airport, am Gate oder gar im Flieger von einer Medienmeute bedrängt werden. Und man möchte sich damit auch öffentlichen Druck von den Schultern halten. Denn Klopps Verpflichtung ist, anders als die Gefühligkeit bei Medien und Fans, längst noch nicht fix. Der gemeinsame Wille vieler Beteiligter und die persönlichen Kontakte von Neuendorf (zu den DFB-Sponsoren) und Watzke (zu Klopp) können Türen öffnen. Aber noch stecken allenfalls ein paar Füße im Türspalt.
Klopp wird Markenbotschafter von Red Bull, der Konzern verzichtet auf eine Ablöse
Vermutlich wird der Boulevard doch irgendwie, irgendwo, irgendwann geheime Bilder von Watzke und Neuendorf schießen, wiewohl auch der Ort des Treffens mit Klopp und Kosicke geheim gehalten werden soll. Es lägen, sagte Watzle dieser Tage dem ZDF, „noch ein paar gewaltige Hürden“ im Weg, ehe die Tinte trocken ist. Weniger Sorgen machen sich Neuendorf und Watzke, dass sie hinsichtlich des Gehalts mit dem designierten Bundestrainer nicht einig werden.
Watzke äußerte bereits ohne Augenzwinkern, dass er von Klopp ein Entgegenkommen in Form eines „Patriotismus-Abschlags“ erwarte. Eine pfiffige Wortschöpfung. Klopp weiß selbst, dass er bei Red Bull einige Millionen Euro mehr verdienen und weniger öffentlichen Druck aushalten muss, als wenn er sich den Bundestrainer antut.
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Allerdings sind die Verdienstmöglichkeiten auch beim DFB sehr ordentlich, was den Landesverbandschefs, die bei solch kostspieligen Personalien zu Teilen gehört werden, regelmäßig den Schweiß auf die Stirn treibt. Sieben, acht Millionen Euro Gehalt pro Jahr, das Ganze womöglich bis 2028 oder 2030, dazu die Millionenabfindungen für Julian Nagelsmann und seine Assistenten – puuuh, das muss ein DFB-Präsident erst einmal durch die Gremien bekommen.
Laut Bild sind immerhin weitere Lösungen absehbar, wenn auch noch nicht alle. Klopp ist seit 2020 mit Adidas verbandelt. Der DFB wirbt ab 2027 nicht mehr für die deutsche Weltfirma, sondern für Nike. Klopps Vertrag bei Adidas laufe nach der WM aus, heißt es. Problem vom Tisch. Aber: Klopp wirbt seit 2015 für die Deutsche Vermögensberatung. Der DFB für die Ergo-Versicherung. Klopp ist Testimonial für Anheuser-Busch (Budweiser-Bier), DFB-Sponsor ist die deutsche Brauerei Bitburger.
Die komplizierten Berührungspunkte sind offenkundig. „Probleme sind auch dazu da, dass man sie löst“, sagt Watzke. Kollege Neuendorf hält sich öffentlich zurück, arbeitet aber dem Vernehmen nach ein Problem nach dem anderen ab und hat längst mit Oliver Mintzlaff von Red Bull gesprochen. Der war seinerzeit not amused, als Neuendorf sich im September 2023 entschied, den Red-Bull-Kritiker Andreas Rettig als Sport-Geschäftsführer in den DFB zu holen.
Rettig geht zum Jahresende. Das erleichterte die bereits stattgefundenen Gespräche mit Red Bull. Watzke war von vornherein optimistisch: „Welches Unternehmen möchte auf seiner Image-Fahne stehen haben: ‚Ich habe das Engagement von Jürgen Klopp verhindert?‘“ Lösung: Klopp wird Markenbotschafter von Red Bull, der Konzern verzichtet auf eine Ablöse.
Wechselt auch Per Mertesacker zum DFB?
Die vertiefenden Gespräche, die vermutlich in New York stattfinden werden, drehen sich neben Gehalt und Sponsoring auch um Klopps Assistenten und deren finanzielle Ausstattung. Und darum, welche Ideen Klopp über die reine Bundestrainerträtigkeit hinaus für den Verband hat? Welches Mitspracherecht er beansprucht? Und ob es atmosphärisch passt? Neuendorf ist ein Mann des Ausgleichs, der überzeugt davon ist, dass eine gute Arbeitsatmosphäre besser ist als Reibung. Gerade in einem Verband wie dem DFB, der ständig unter dem medialen Brennglas steht.
Wenn Klopps Verpflichtung fixiert ist, könnte Neuendorf im nächsten Schritt mit Per Mertesacker über ein DFB-Engagement sprechen. Die beiden kennen und schätzen sich. Rudi Völler wäre gern bereit, Mertesacker einzuarbeiten. Gleichwohl hält Völler sich häufende Expertenvorschläge für „neue Strukturen“ für „Gelaber“. Mit dem einen oder anderen Guru will er sich deshalb mal zusammensetzen und ein paar klare Worte sprechen.