Ein Grund zur Sorge?
Starbulls verlieren DEB-Stern: Was bedeutet das für den Rosenheimer Nachwuchs?
Die Starbulls Rosenheim haben bei der Bewertung der Nachwuchs-Abteilungen durch den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) einen Stern abgezogen bekommen. Was bedeutet das für den Nachwuchs?
Rosenheim – Der Deutsche Eishockey Bund (DEB) vergibt nach jeder Saison ein Sterne-Rating für die Nachwuchsarbeit der Eishockey-Vereine. Von Null bis Fünf Sterne werden die Nachwuchsabteilungen der Clubs eingestuft, drei Standorte erhielten sogar das Prädikat „fünf Sterne plus“. Darunter Mannheim, Berlin und Iserlohn. Für Berlin und Mannheim ist es das zweite Jahr in Folge, die Iserlohn Roosters dürfen sich zum ersten Mal über die höchste Auszeichnung freuen. Die Starbulls Rosenheim haben jedoch einen Stern verloren.
Vereine zeigen Interesse an Rosenheimer Talenten
„In den Kernjahrgängen der U17, also 2008 und 2007, mussten wir im Sommer viele Abgänge verkraften“, sagt der Nachwuchskoordinator der Starbulls Heiko Stein. Der DEB zog deshalb einen Großteil der Punkte ab und vergab dieses Jahr nur drei statt vier Sterne an die Starbulls. Für die kommende Saison dürfte das aber kein Grund mehr für einen Punktabzug sein. Die Rosenheimer U20 kann sich ab September für die Hauptrunde der DNL-Top-Division qualifizieren und auch das U17-Team ist in der höchsten Liga seiner Altersklasse aktiv. Zudem zählen künftig mit dem Jahrgang 2009 acht weitere Spieler zum Kernjahrgang in der U17-Jugend.
Eisbären wildern an der Mangfall
Die Spielerabgänge dürften dadurch erst einmal eingedämmt sein, ausgeschlossen sind sie aber auch in diesem Sommer nicht. Die Eisbären Berlin lotsten zum Beispiel im vergangenen Sommer den 16-jährigen U18-Nationalspieler Elias Schneider in die Hauptstadt und unternehmen auch weiterhin Abwerbeversuche bei diversen Rosenheimer Talenten.
„Das Interesse an guten, beziehungsweise sehr guten Spielern, wo die Vereine bei den Spielern anfragen, gibt es immer. Ich glaube, dass der Standort Rosenheim seit Jahren schon sehr professionell aufgestellt ist“, sagt Stein. „Aber es gibt immer wieder Anfragen, ich sehe auch öfters mal Sportliche Leiter und Scouts in Rosenheim, die sich gewisse Spieler anschauen. Im Regelfall treten sie mit den Spielern direkt in Kontakt. Manchmal haben die Jungs auch schon Spielerberater, die dann natürlich sagen, wo der Weg hingeht. Dagegen können wir wenig machen, außer eine gute Basis zu bieten, die wir haben“, ergänzt Stein. Und die Konkurrenz aus der Nachbarschaft schläft auch nicht.
Die Nachbarschaft schläft nicht
Das hochmoderne Nachwuchsleistungszentrum von Red Bull in Salzburg brachte schließlich bereits Spieler von NHL-Format hervor. Und mit der Fertigstellung des SAP-Gardens, der neuen Multifunktionsarena im Münchener Olympiapark, kommt womöglich eine neue Bedrohung auf die Rosenheimer Nachwuchsgewinnung zu. Mit drei zusätzlichen Trainingsflächen hat das neue Eissportzentrum in der bayerischen Landeshauptstadt das Potenzial, Talente aus dem Großraum München und darüber hinaus anzuziehen. „Die neue Heimat der Red Bull München Juniors wird der gerade im Bau befindliche SAP Garden im Münchner Olympiapark sein. Unsere hochmoderne Infrastruktur gewährleistet eine kinder- und jugendgerechte Ausbildung, die höchsten Ansprüchen genügt“, heißt es auf der Website der Münchner. Zwar ist dort kein Internat wie in Salzburg geplant, doch die geografische Lage der Starbulls zwischen Red Bulls beiden Eishockey-Standorten kann in Zukunft ein Problem für Rosenheim werden.
Vorallem macht die nicht existente zweite Eisfläche dem Starbulls-Nachwuchs zu Schaffen, die laut Stein und DEB unabdinglich für den fünften Stern ist: „Bis drei, vier Sterne würden wir mit einer Eisfläche hinbekommen. Natürlich auch nur sehr eng. Im Regelfall haben fast alle, die fünf Sterne haben, zwei Eisflächen. Und das fehlt uns natürlich.“ Die DEL2-Mitstreiter aus Dresden, Krefeld, Regensburg und Landshut wurden jüngst mit fünf Sternen ausgezeichnet, alle mit mindestens zwei Eisflächen.
„Die Jungs haben tolle Voraussetzungen“
Ist es das Ziel, den fünften Stern zu erlangen? Schließlich hat man sich nach dem Aufstieg im letzten Jahr weiterhin der Nachwuchsarbeit verschrieben. „Natürlich sind wir immer stets bemüht, dass wir vier oder fünf Sterne haben. In den letzten Jahren haben wir sie auch bekommen. Dieses Jahr war es aufgrund der fehlenden Kernjahrgänge nicht absehbar, dass uns einige Spieler verlassen haben“, sagt Stein dazu und ergänzt: „Wir bieten den Spielern eigentlich alles. Wir haben eine Profimannschaft in der DEL2 und die Kooperation mit dem EC Peiting in der Oberliga. Jungen Spielern wird es damit tendenziell leichter gemacht, den Schritt in den Profibereich zu schaffen als bei so manchem DEL-Verein. Wir haben einen Athletik-Trainer fest angestellt, der sich um den Nachwuchs kümmert, wir haben einen super Athletik-Raum, die Jungs haben tolle Voraussetzungen, tolle Kabinen und professionelle Trainer, die alle A-lizenziert sind. Außerdem spielt unsere U20 künftig in der höchsten Liga. Es gibt also keinen Grund für ein junges Talent weg zu gehen.“