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Tragischer Derby-Abend gegen Bruckmühl

„Das tut sehr weh“: Wie Heufelds sensationelles Pokalmärchen an einem Moment zerbrach

Tragischer Held des Abends: Nach Spielende nimmt Maximilian Schmitz einen Moment für sich: Erst das Trikot über dem Kopf (rechts), dann den Blick nach vorne gerichtet, während Tobias Bloier vorbeigeht (links).
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Tragischer Held des Abends: Nach Spielende nimmt Maximilian Schmitz einen Moment für sich: Erst das Trikot über dem Kopf (rechts), dann den Blick nach vorne gerichtet, während Tobias Bloier vorbeigeht (links).

Vom Fast-Absteiger zum Pokalwunder – und dann ein bitterer Dienstagabend (7. Oktober) am Gerhard-Walz-Weg: 250 Zuschauer erleben, wie das große Heufelder Fußballmärchen an Bezirksligist Bruckmühl endet. Und einer wird zum tragischen Helden.

Heufeld (Bruckmühl) – Es war alles angerichtet. Flutlicht, Spannung, Pokalglanz – und dieses ganz besondere Knistern, das nur Derbys erzeugen können. Nach 14 Jahren trafen sich der SV DJK Heufeld und der SV Bruckmühl wieder zu einem Gemeinde-Derby. Rund 250 Zuschauer drängten sich am Gerhard-Walz-Weg, um das Halbfinale des Toto-Pokals zu sehen. A-Klasse gegen Bezirksliga. Außenseiter gegen Favorit. Herz gegen Erfahrung.

Und Heufeld glaubte wirklich an das Wunder. Nach einem halben Jahr, in dem sich der Klub vom Fast-Absteiger bis in dieses Halbfinale gekämpft hatte, schien nichts unmöglich. Trainer Hans Waldhör hatte die Mannschaft in eine Einheit verwandelt, die größer war als jede Ligaeinteilung. Und für einen Moment scheint alles möglich. Gerade einmal zwölf Minuten sind gespielt, als Schiedsrichter Stefan Rettenbeck auf den Punkt zeigt. Elfmeter für Heufeld. Bruckmühls Torwart Manuel Aigner kam gegen Luca Romano zu spät – klare Sache. Ein Raunen geht durchs Publikum. Und dann tritt der sonst so sichere Innenverteidiger Maximilian Schmitz vor den Ball. Einer, der sonst hinten abräumt, nicht zaubert. Doch jetzt steht er im Rampenlicht, auf einmal Mittelpunkt eines ganzen Dorfes.

Bruckmühl: Wie Heufelds Toto-Pokalmärchen an einem Moment zerbrach

Er blickt zum Tor, tief durchatmend. Dann Anlauf – Schuss – Aigner taucht ab, hält. Der Ball springt zurück, Schmitz setzt nach – wieder Aigner! Doppelt pariert. Jubel auf der einen, Schweigen auf der anderen Seite. Der Moment, der das Spiel verändern sollte. „Ich bin bei uns der Elfmeterschütze Nummer eins“, sagt Schmitz später ruhig gegenüber beinschuss.de. „Aber klar, bei so einem Spiel ist man nervös. Vor so einer Kulisse ist das was anderes. Natürlich war’s pure Enttäuschung – mir tat es mega leid fürs Team. Wir hatten uns den Elfer so geil erarbeitet.“ Der 25-Jährige schaut auf den Boden, aber seine Stimme bleibt fest. „Ich hab sofort die Unterstützung von allen bekommen. Die Jungs standen komplett hinter mir. Das hat mich beruhigt. Aber klar – das tut sehr weh.“

Und er spielt weiter – „auch wenn es ein bisschen gedauert hat im Spiel, das abzuschütteln“. Ohne Hadern, ohne Geste. Nur mit Blick nach vorn. Weil er weiß, was diese Mannschaft ausmacht. Teamgeist, Disziplin, Zusammenhalt. All das, was Trainer Hans Waldhör seit Monaten predigt. Es sind Worte, die zeigen, warum Schmitz zum Gesicht dieses Abends wurde – nicht, weil er verschoss, sondern weil er weitermachte. Und das tat Heufeld auch. In der 15. Minute zieht Furkan Kökten aus 16 Metern ab – knapp vorbei. Doch dann kam die 20. Minute – und die eiskalte Bezirksliga-Routine. Kapitän Patrick Kunze flankte, Lukas Steidl köpfte – 1:0 Bruckmühl. Torwart Fabian Theissen ohne Chance, der im weiteren Verlauf des Spiels aber noch die ein oder andere Glanzparade auspacken sollte.

Doch Heufeld fällt nicht auseinander. Im Gegenteil. Sie rennen, pressen, fighten. Die zweite Halbzeit wird zur reinen Willensprobe. „Ich fand’s beeindruckend, wie wir aus der Kabine kamen“, sagt Schmitz. „Jeder wusste, dass die stürmischen Bruckmühler versuchen werden, das Spiel schnell zuzumachen. Aber wir haben’s offen gehalten – und sogar noch Chancen gehabt.“ Wieder war es Kökten, der in der 56. Minute nach einem super herausgespielten Angriff über Theissen und Romano frei im Sechzehner wohl DIE Großchance auf das verdiente 1:1 auf dem Fuß hatte. Der 31-jährige Angreifer war aber von so viel Freiraum vor dem gegnerischen Kasten überrascht und vergab. Die Szene hätte den Ausgleich bringen müssen. Die Minuten verrinnen, die Hoffnung bleibt. Bis zur 90. Minute. Dann wieder Kunze beteiligt. Direktabnahme. Tor. 2:0. Das Ende des Heufelder Märchens.

Bezirksligist SV Bruckmühl lobt A-Klassist SV DJK Heufeld

Auf der anderen Seite stand Manuel Aigner, der Held aus Bruckmühler Sicht. Ausgerechnet er, der den Elfmeter verursacht hatte, wurde mit seiner Doppelparade zum Schlüsselspieler. „Ich musste den Fehler wieder gutmachen“, sagte der 28-Jährige nach dem Spiel. „Ich geh’ in den Pressball rein, der Schiri pfeift. Dann halte ich den Elfer, auch den Nachschuss – Gott sei Dank. Das hat uns ins Spiel gebracht.“ Sein Respekt vor dem Gegner war ehrlich. „Wenn der Elfer reingeht, läuft das Spiel vielleicht ganz anders“, so Aigner. „Heufeld hat gut gespielt, kämpferisch stark, haben’s uns echt schwer gemacht. Nicht umsonst stand’s bis zur 90. Minute nur 1:0. Chapeau.“

Bruckmühl beendet Heufelds Pokalmärchen im Marktgemeinde-Derby

SV DJK Heufeld gegen SV Bruckmühl
SV DJK Heufeld gegen SV Bruckmühl © mck
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SV DJK Heufeld gegen SV Bruckmühl
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SV DJK Heufeld gegen SV Bruckmühl
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SV DJK Heufeld gegen SV Bruckmühl
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Und das war vielleicht das größte Kompliment an diesem Abend: dass ein Bezirksligist den A-Klassisten lobt. Heufeld war unterlegen, ja – aber nie chancenlos. Sie haben alles versucht. Sie haben Herzen gewonnen. Nur kein Finale. So endet das Derby, das 14 Jahre auf sich warten ließ, mit einem Ergebnis, das gerecht, aber auch grausam ist. 2:0 für den Favoriten. Aber der Abend in Heufeld gehörte beiden. Einer hielt, einer scheiterte – und beide zeigten Größe. Der eine, weil er den Ball parierte. Der andere, weil er nach dem Fehlschuss aufrecht blieb.

Für Heufeld geht es jetzt zurück in den Ligaalltag. „Der Pokal war etwas Besonderes. Unser Motto jetzt: Die Liga ist jetzt unser Pokal“, erklärt Schmitz und ergänzt: „Jedes Spiel wie ein Endspiel angehen, schauen, was geht.“ Vielleicht wird aus diesem Satz irgendwann wieder ein Versprechen. Denn wer an diesem Abend in Heufeld war, der hat gesehen, dass Niederlagen manchmal größer sind als Siege. Und dass wahre Größe oft dort beginnt, wo der Ball nicht reingeht. (mck)

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