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„Haben uns da schon etwas wehgetan“

Schlammschlacht zwischen Vachendorf und Piding endet mit Haka-Moment Richtung Hochfelln

SC Vachendorf gegen ASV Piding - Bilder vom Spiel
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Georg Klauser (schwarz) bescherte den Vachendorfern den ersten Punktgewinn in dieser Saison.

SC Vachendorf und ASV Piding liefern sich in der Kreisklasse 4 ein Schlammduell am Limit – und dann kommt es zu einem Haka-Moment Richtung Hochfelln.

von Rudi Mayer

Vachendorf – Am Sonntagnachmittag (2. November) um 14.30 Uhr stand auf der Vachendorfer Schulsportanlage der 12. Spieltag der Fußball-Kreisklasse 4 Inn/Salzach an, mit der Begegnung SC Vachendorf gegen den ASV Piding. Welch eine Konstellation uns an diesem verregneten Sonntagnachmittag erwarten sollte, war unter den Kennern und Liebhabern von harten Abstiegskämpfen ein TOP-Spiel in besonderem Maße! Zum einen der Gastgeber SC Vachendorf, aktuell nach elf Spieltagen mit null Punkten auf dem letzten Tabellenplatz, zum anderen die Gäste aus dem Rupertiwinkel, der ASV Piding, mit gerade einmal acht Pünktchen auf dem Konto und als Tabellenvorletzter auf einem direkten Abstiegsplatz!

Vielen der 60 angereisten Zuschauer stand die Frage im Gesicht geschrieben: „Was wird das wohl heute für ein Fight geben?“ Zwei Mannschaften mit dem Rücken zur Wand auf einem Spielfeld, was bei anhaltenden Dauerregen durchaus die Anforderungen für „Schlamm-Catchen“ erfüllt hätte und einem Reporter-Team, bei dem die Gegenlichtblende der Kamera zwischenzeitlich die Funktion als Abflussrohr übernehmen musste. Soll uns nochmal einer blöd daherkommen und meinen, beim Fußball rennen 22 Menschen langweilig hinter einem Ball her, der sollte sich einmal nach Vachendorf aufmachen – wenn es regnet! Pünktlich um 14.30 Uhr pfiff Schiedsrichter Veselko Safundzic diese – wir können es vorwegnehmen – heiße Begegnung an!

Hochfelln: Vachendorfer Haka-Moment bei Schlammschlacht gegen Piding

Der ASV Piding übernahm von der ersten Spielminute an das Kommando auf dem Feld, Vachendorf hingegen beschränkte sich vornehmlich auf das Abwehr- und zerstörerische Mittelfeldspiel. Zumindest in der ersten Halbzeit konnte das Gästeteam um Cheftrainer Michael Wegscheider die ein und andere hochkarätige Torchance herausspielen, ohne jedoch dabei in Führung zu gehen. Sein Gegenüber, Cheftrainer Michael Wimmer, der seit nunmehr sechs Spieltagen die Nachfolge von Martin Meier an der Seitenauslinie übernahm, analysierte, wie sich später herausstellte, die erste Hälfte mit ganz scharfen Augen, um den Gästen in der zweiten Hälfte ein „Schnippchen“ schlagen zu können – aber dazu später mehr! Völlig durchnässt und optisch wie durch die Güllegrube gezogen, marschierten beide Teams zum wohlverdienten Pausentee! Halbzeit 0:0! Mit Beginn der zweiten Hälfte sah man eine ganz andere Vachendorfer Mannschaft auf dem „Rasen“ stehen! Was war da passiert?

Wieder einmal mehr war es die sagenumwobene Kabinenansprache eines Coaches, der sich wie kein anderer in der ersten Hälfte vom Spiel des Gegners inspirieren ließ, in der 15-minütigen Pause das Spiel seiner „Jungs“ in eine ganz andere Richtung zu leiten und damit völlig auf den Kopf zu stellen. Die Rede ist von „Trainer-Fuchs“ Michael Wimmer, der nach der Pause sein Spielsystem auf Offensive, mit hochstehenden Abwehr- und Mittelfeldreihen auf giftiges und brandgefährliches Umschaltspiel umstellte. Wahrlich ein gewagtes Ding ist man doch bei solchen Aktionen überempfindlich verletzbar gegen gegnerische Konterschläge. Und genau das war ein entscheidender Punkt, als Benedikt Kleinert in der 72. Spielminute das 1:0 für den ASV Piding gegen den verdutzten Heimtorhüter Thomas Ortner gelang.

War das die Entscheidung? Nein, werte Leser, denn nun kamen die ganz in schwarz gekleideten Vachendorfer in der besten Phase ihres Spiels nochmal richtig auf, dass sich viele der Zuschauer verwundert die Augen rieben! Das Match stand nun in der Schluss-Viertelstunde auf Biegen und Brechen, keiner gab nach, Kampf und Leidenschaft waren auf beiden Seiten die dominanten Spieltechniken – konnte der ASV Piding diesen knappen Vorsprung über die Zeit retten? Keine vier Zeigerumdrehungen nach dem Gästeführungstreffer, genauer gesagt in der 76. Spielminute, gelang dem „Rücktrittler vom Rücktritt“, dem mittlerweile 36-jährigen Georg Klauser, der viel umjubelte Ausgleichstreffer zum 1:1 nach einem krassen „Mistake“ von Gästetorhüter Alexander Mihelin. Ein tierischer, befreiender Schrei Richtung Hochfelln, der mich in seiner Intensität und Lautstärke sehr an den Haka-Tanz der neuseeländischen Maori-Eingeborenen erinnerte, war der „güldene“ Abschluss eines denkwürdigen Spiels der Kreisklasse 4 – Endstand 1:1!

SC Vachendorf gegen ASV Piding: Die Stimmen zum Spiel

Manfred Wurm (Abteilungsleiter SC Vachendorf): „Auch wenn wir zu Anfang nicht so gut ins Spiel gefunden haben, bin ich hochzufrieden mit der kämpferisch abgelieferten Leistung der Mannschaft. Es war für den ersten Punkt ein wenig Glück notwendig, denn wenn Piding konsequent seine Chancen genutzt hätte, wer weiß, wie es dann ausgegangen wäre. Aufgrund der zweiten Halbzeit geht meiner Meinung nach der Punktgewinn voll in Ordnung, auch wenn es nach wie vor bei uns im Sturm mit der Chancenverwertung noch hapert!“
Michael Wegscheider (Cheftrainer ASV Piding): „Ja, dass das Spiel nicht einfach wird und dass Vachendorf endlich einmal den ersten Punkt holen möchte, das wussten wir natürlich! Es waren sehr schwierige Platzverhältnisse, die uns nicht zugutekamen, wir haben uns da schon etwas weh getan. Die erste Hälfte mit drei 100%-Chancen, die wir nicht machen, war so weit in Ordnung, die zweite Hälfte mit nachlassenden Kräften und Kondition aufgrund des schwierigen Platzes hat mir nicht gefallen. Der Ausgleichstreffer zum 1:1 resultierte aus einem Torwartfehler unseres Alex, aber ich mag ihm keinen Vorwurf machen, denn er hat uns auch schon genügend Punkte erhalten, aber so ist das eben, wenn du einmal da unten drin stehst, dann haste die Scheiße am Bein!“

Erster Punktgewinn der Saison: Vachendorf trotzt Piding ein Remis ab

SC Vachendorf gegen ASV Piding - Bilder vom Spiel
SC Vachendorf gegen ASV Piding - Bilder vom Spiel © Rudi Mayer
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SC Vachendorf gegen ASV Piding - Bilder vom Spiel
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SC Vachendorf gegen ASV Piding - Bilder vom Spiel
SC Vachendorf gegen ASV Piding - Bilder vom Spiel © Rudi Mayer
Michael Wimmer (Cheftrainer SC Vachendorf): „Ich bin mit der kämpferischen Leistung meiner Jungs zufrieden, sie haben nie aufgegeben und bis zum Schluss ihr Bestes abgeliefert. Die letzte Viertelstunde sind wir ein wenig zu offensiv verfallen, das hat man deutlich an der Disziplin der Abwehrviererkette feststellen müssen. Es war nun unser erster Punkt, das ist für uns immens wichtig, jetzt gilt es weiter dranzubleiben!“
Markus Möstl (Mannschaftskapitän ASV Piding): „Ist ein wenig schwierig so kurz nach dem Spiel, aber die erste Hälfte haben wir mehr Spielanteile gehabt, nach der Führung in der zweiten Hälfte haben wir a`bisserl aufgehört Fußball zu spielen, die Bälle wurden immer länger, der Platz immer schwieriger – im Großen und Ganzen eine verdiente Punkteteilung!“
Tobias Schützinger (Mannschaftskapitän SC Vachendorf): „Ja, wir sind ziemlich schlecht ins Spiel gekommen, da war Piding wesentlich stärker gewesen, haben uns aber zunehmend über den Kampf zurück ins Spiel gekämpft. Im Großen und Ganzen dürfen wir alle mit dem, was wir heute abgeliefert haben, durchaus zufrieden sein!“ (rm)

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