Nach Sanka-Einsatz im Derby gegen Hammerau
„Jetzt ist alles kaputt“: Bad Reichenhalls Aufstiegskapitän Huber beendet abrupt seine Karriere
Im Derby gegen den FC Hammerau musste Florian Huber mit dem Krankenwagen vom Platz – nun steht fest: Für den Aufstiegskapitän des TSV Bad Reichenhall ist die Karriere abrupt beendet.
Bad Reichenhall – Samstagnachmittag (7. März), 14.36 Uhr, Nonner Stadion: Reichenhalls erfahrener Fußballer Florian Huber steigt bei einer Ecke seines Teamkollegen Arber Tafilaj zum Offensivkopfball hoch. Als er wieder am Boden aufkommt, kracht es – für ihn laut hörbar – im rechten Knie. Schon wieder. Mit schmerzverzerrtem Gesicht sackt er zusammen, sofort eilen Keeper Patrick Brunold und Abwehrspieler Julian Jung vom Kontrahenten FC Hammerau besorgt herbei. Und Huber weiß in diesem Augenblick: „Jetzt ist alles kaputt.“
Am Samstag (14. März) feiert der Huber Flo, wie ihn alle schon immer rufen, seinen 33. Geburtstag. Dass es sein erster als nicht mehr aktiver Kicker sein würde, hätte er im Leben nicht gedacht. Nachdem es am Samstag nach langer Behandlung auf und neben dem Feld ins Reichenhaller Krankenhaus ging, folgte tagsdrauf eine mehrstündige Untersuchung in Traunstein. Die Diagnose ist niederschmetternd: Kreuzbandriss, der zweite nach dem 11. April 2015 an der exakt gleichen Strafraumstelle gegen die SG Schönau (0:1), Innenband-Anriss, Außenmeniskus-Einriss. „Das ist natürlich schon brutal“, sagt er im Gespräch mit beinschuss.de.
Bad Reichenhall: Aufstiegskapitän Flo Huber beendet TSV-Karriere abrupt
„Weil ich mir nichts vormachen muss: Meine Karriere ist hiermit beendet.“ Doch der stets optimistische Spieler, der von Kindesbeinen an ein großes Talent mitbrachte, bläst deshalb nicht Trübsal – so traurig die Situation für ihn ist: „Es geht immer irgendwie weiter.“ Seine Fußballer-Laufbahn war ab dem Erwachsenenalter von sieben, acht schweren Verletzungen begleitet. Dadurch kam er seit seinem Pflichtspieldebüt in der TSV-Ersten – 2011 gegen TSV Petting und kurz nach seinem 18. Geburtstag noch als A-Jugendlicher – auf „nur“ rund 200 Partien. Denn tatsächlich konnte der vereinstreue Fußballer lediglich die Kreisliga-Aufstiegssaison 2021/22 inklusive Relegation tatsächlich mal komplett ohne Komplikationen durchspielen: „Als Kapitän ein unvergessliches Erlebnis, mein Karriere-Höhepunkt.“
Der Plan stand: „Im Sommer hätte ich ohnehin aufgehört“, sagt der faire Spieler, der nie vom Platz flog. „Dass es jetzt vorzeitig so endet, ist schon beschissen und war natürlich nicht das Ziel. Mein letztes Match hätte ich mir freilich ganz anders vorgestellt.“ Richtig schade ist, sagt er, dass sein letzter Schuss von der Strafraumgrenze kurz vor dem schmerzhaften Malheur haarscharf über den Querbalken strich: „Es wäre natürlich ein weit versöhnlicherer Abschluss gewesen, wäre der reingegangen.“ So endete Hubers aktive Zeit, letztlich dann ohne ihn, zumindest mit einem Sieg gegen Hammerau – wie vor 15 Jahren mit einem 3:1, damals ebenfalls im März gegen den TSV Petting. Vor gut 1,5 Jahren musste ein Publikumsliebling aus der Region mit damals nur 27 Jahren auch seine Karriere aufgrund einer schweren Verletzung beenden.
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Der Sport- und Deutsch-Lehrer am Marquartsteiner Gymnasium schließt aus, vielleicht irgendwann für ein paar Minuten einen letzten Einsatz zu wagen: „Das ist kein Thema, das Risiko wäre viel zu groß, nachdem was jetzt alles kaputt ist. Das Vertrauen in dieses Knie habe ich endgültig verloren.“ Der Sohn von Stadionsprecher Werner Huber wird demnächst operiert und möchte natürlich so rasch als möglich wieder auf die Beine kommen. Seinen TSV-Kickern wird Huber als Funktionär erhalten bleiben, seit zwei Jahren ist er 2. Abteilungsleiter neben Spartenchef Christian Scheifinger. (bit)