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„Kollektives Kopfschütteln“ in der Region

„Lächerlich“, „Skandal“ und „Butterbrot“: So tickt die Fußball-Bezirksliga nach dem 13. Spieltag

Die Trainer aus der Region – Aschauer Deißenböck (links), Peterskirchner Winklmaier (2.v.l.), Rosenheimer Zimpfer (3.v.l.) und Saaldorfer Rehrl (rechts) – hatten am Wochenende allen Grund zum Meckern.
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Die Trainer aus der Region – Aschauer Deißenböck (links), Peterskirchner Winklmaier (2.v.l.), Rosenheimer Zimpfer (3.v.l.) und Saaldorfer Rehrl (rechts) – hatten am Wochenende allen Grund zum Meckern.

Der 13. Spieltag in der Fußball-Bezirksliga hat die Emotionen wieder einmal ordentlich durchgeschüttelt: Von überraschenden Siegen bis hin zu enttäuschenden Punktverlusten – beinschuss.de hat exklusiv für euch die Reaktionen aus unserem Fußball-Kreis Inn/Salzach gesammelt.

Inn/Salzach – Der 13. Spieltag in der Fußball-Bezirksliga Ost ist Geschichte – und bei beinschuss.de haben wir für euch die Stimmen der Trainer, Spieler und Verantwortlichen aus unserem Fußball-Kreis Inn/Salzach eingefangen. Ob Niederlagen, Siege oder Remis: Wir geben euch den direkten Draht zu den Protagonisten vor Ort. In exklusiven Statements sprechen die Beteiligten über die Höhen und Tiefen, die besonderen Herausforderungen und ihre Erwartungen für die nächsten Spiele. So bekommt ihr einen authentischen Einblick in das Geschehen abseits des Spielfelds – für alle Fans, die den Bezirksliga-Fußball in der Region wirklich erleben wollen – egal ob SV Bruckmühl, SV Aschau/Inn, FC Töging, TSV Siegsdorf, TSV Peterskirchen, TSV Ampfing, SB DJK Rosenheim und SV Saaldorf.

SV Bruckmühl-Coach Mike Probst beschrieb den Sieg gegen den SV Waldperlach – das sechste Spiel in Folge ohne Niederlage – folgendermaßen: „Es waren überlebenswichtige Punkte, darüber brauchen wir gar nicht zu reden. Genau das hatten wir uns auch vorgenommen. Selten haben wir in der ersten Halbzeit ein Spiel gesehen, in der wir so viele Ballgewinne hatten und wirklich so griffig in den Zweikämpfen waren. Aber leider haben wir uns das natürlich auch wieder selbst niedergerissen. Wir haben zu langsam gespielt, zu viele Ballverluste und zu viele kleine Fehler gehabt, mit denen wir uns immer um den Lohn der gewonnenen Zweikämpfe gebracht haben. Gott sei Dank sind wir mit der 45. Minute 1:0 in Führung gegangen. Wir hatten in der zweiten Halbzeit durchaus noch Möglichkeiten, die Führung auszubauen, vor dem 1:0 auch schon. Das habe ich ihnen tatsächlich auch in der Kabine auf das Butterbrot geschmiert. Die letzten Spiele waren vom Niveau her alle in Ordnung her. Aber ein Mosaiksteinchen hat gefehlt und das war ganz einfach die Chancenverwertung. Großchancen hatten wir sowohl gegen Dorfen als auch im Pokal in Heufeld. Aber ein Tor reicht für drei Punkte, wenn man zu null spielt. Die zehnminütige Zeitstrafe hat uns das Leben nicht leichter gemacht. Aber die 16 Jungs haben ihren Job gemacht. Sicherlich wäre es für die Nerven beruhigender gewesen, wenn Luki Steidl sein Tor gemacht hätte oder Kili Mayer im zweiten Versuch mit seinem Kopfball. Aber wir haben wieder zu null gespielt. Das ist auch wichtig. Somit war es ein dreckiger Sieg, der in unserer Situation nicht unverdient und sehr, sehr wertvoll ist.“

So tickt die Fußball-Bezirksliga nach dem 13. Spieltag

SV Aschaus Spielertrainer Thomas Deißenböck war nach der 1:4-Niederlage beim SV Miesbach auch aufgrund der Leistung des Schiedsrichters mehr als unzufrieden: „Glückwunsch an Miesbach zu einem auch in der Höhe verdienten Sieg! Wir haben viel zu viele Fehler gemacht und den Gegner praktisch zum Tore schießen eingeladen. Leider konnten wir zu keiner Zeit an die Leistung aus der Vorwoche anknüpfen. Hinzu kommt eine fragwürdige Leistung des Schiedsrichters, der in Minute 10 eine glasklare Notbremse des Gegners, die jeder im Stadion gesehen und erst recht gehört hat, mit der (lächerlichen) Begründung: ‚Ich kann nicht nach 10 Minuten einen Platzverweis aussprechen!‘, nicht geahndet hat. Diese Ausrede gilt für den Schiedsrichter scheinbar generell für die erste Halbzeit, da er auf unserer Seite kurz vor dem Halbzeitpfiff eine klare Notbremse nur mit Gelb bestraft hat. Das war die klassische Konzessionsentscheidung, die auf beiden Seiten für kollektives Kopfschütteln gesorgt hat. Es ist immer schade, dass Spiele nicht (nur) durch die Mannschaften, sondern äußere Einflüsse (mit)entschieden werden. Soll nicht heißen, dass das der ausschlaggebende Grund war. Fakt ist, dass Miesbach klar besser war. In der zweiten Halbzeit haben wir nochmal alles probiert, aber leider hat es nicht zu mehr als einem Tor gereicht. Nichtsdestotrotz werden wir weitermachen und am Samstag eine bessere Leistung zeigen, damit wir das nächste Big-Point-Spiel gegen Bruckmühl, die aktuell gut drauf sind, auf unsere Seite ziehen können!“

FC Töging-Übungsleiter Robert Berg kritisierte – trotz des deutlichen 6:2-Siegs über den TSV Siegsdorf – seine Schützlinge: „Gefühlt befinden wir uns zu Beginn jeder Halbzeit im Tiefschlaf. Damit machen wir es uns selbst schon die ganze Saison über extrem schwer. Ansonsten haben wir es aber heute ganz gut gemacht und uns die drei Punkte verdient.“

TSV Siegsdorf-Teammanager Markus Wendlinger versuchte nach der zehnten Niederlage in der Fußball-Bezirksliga Ost die richtigen Worte zur äußert prekären Lage zu finden: „Die Jungs wollten. Das kann man ihnen nicht absprechen. Am Ende des Tages muss man sagen, wir sind einfach eine junge Mannschaft. Wir zahlen im Augenblick extrem viel Lehrgeld, um uns da mit Saaldorf oder Peterskirchen zu vergleichen, die ich auf unserer Range sehe, die haben dann doch immer noch den ein oder anderen erfahrenen Spieler mit dabei. Das geht uns aber ein bisschen ab, die Cleverness, die Erfahrung, die Mentalität an der Stelle vielleicht auch ein bisschen. Wir sind noch jung, wir müssen lernen. Aber es geht halt nicht von heute auf morgen. Wir machen eben gerade diesen Generationenwechsel durch. Im Vergleich zum letzten Jahr, als nur z. B. Felix Maaßen da hinten die Strippen gezogen hat, mit x Bezirksliga-, Landesliga- und Bayernliga-Spielen im Rücken. Stefan Mauerkirchner ist nicht mehr da. Wittmann Josef ist nicht fit, kämpft auch mit der ein oder anderen Verletzung. Wir haben einfach ein paar Granden verloren in den letzten Jahren, die wir jetzt auch versuchen sukzessive zu kompensieren, was natürlich nicht von heute auf morgen funktioniert. Das ist uns im Siegsdorf natürlich auch allen bewusst. Wir versuchen gerade diesen Generationenwechsel durchzuziehen, das Ganze ist ein Projekt. Natürlich das Ganze mit dem bestmöglichen Ausgang. Für uns als Bezirksliga immer noch das Maß aller Dinge. Da wollen wir bleiben, da wollen wir sein. Da müssen wir jetzt viel arbeiten dran und die richtigen Schlüsse ziehen. Wir müssen schauen, dass wir die Mannschaft so weit mit dem Trainerteam gemeinsam entwickeln können, dass sie auch so schnell wie möglich das Bezirksliga-Format annimmt. Das Niveau haben wir nicht. Von dem her müssen die Jungs einfach die Erfahrung sammeln und für sich selber da auch die nötigen nächsten Schritte ableiten. Dann wird es auch wieder mal ein Interview auf beinschuss.de geben, in dem ich positiv über das vergangene Wochenende sprechen kann. Wir geben uns auf gar keinen Fall auf. Ich bin immer noch optimistisch, weil ich weiß, was in der Mannschaft steckt. Wir kriegen das noch hin. Ich spreche hier nicht von einem Wort, das nicht erlaubt ist, sondern wir werden bis zum Schluss kämpfen, um in dieser Bezirksliga zu bleiben.“

TSV Peterskirchen-Trainer Daniel Winklmaier war nach der knappe 1:2-Niederlage bei Tabellenführer VfB Forstinning auf die Qualität des Schiedsrichters ebenfalls nicht gut anzusprechen: „In Summe extrem bitter, weil wir nah dran waren und am Ende verlieren wir trotzdem. Der Gegner war natürlich von der Spielanlage und Qualität dominant, aber wir können uns echt keinen Vorwurf machen, weil wir in erster und zweiter Halbzeit richtig gut verteidigt haben und nach vorne immer wieder Nadelstiche gesetzt haben. Wenn du 1:0 zur Halbzeit in Führung gehst, erhofft man sich natürlich mehr. Bitte waren dann auch die Umstände mit den beiden Elfern. Frustrierend war für mich die Schiedsrichterleistung mit zweifelhaften Entscheidungen gegen uns in der ersten Halbzeit. In der zweiten Halbzeit dann entscheidend der erste Elfmeter, der einfach keiner war, was am Ende sogar der gefoulte Opara selber zugegeben hat. Der zweite Elfmeter war aus meiner Sicht berechtigt, aber zehn Sekunden davor war ein Foul an Felix Ecker, das nicht gepfiffen wurde, und so ist die Situation zustande gekommen. In Summe hört es sich immer blöd an, wenn man verliert und dann auf den Schiri schimpft, aber hätte man heute etwas mehr Schiedsrichterqualität gehabt, dann fahren wir mit mindestens einem Punkt heim und hätten uns den auch wirklich verdient gehabt. Bitter, dass man am Ende wieder mit null Punkte von so einem Spiel heimfährt, wo man super gespielt hat und am Ende individuelle Qualität des Gegners und Eigenverschulden dafür gesorgt haben, dass wir mit gar nichts dastehen. Mund abwischen, und jetzt versuchen wir, gegen Zorneding zu punkten.“

Sportbund Rosenheim wittert nach Ampfing-Pleite einen „Skandal“

TSV Ampfing-Interimscoach Burim Djimsiti war nach dem 3:1-Sieg im traditionsreichen Duell gegen Sportbund DJK Rosenheim äußert erfreut: „Ein verdienter Heimsieg durch eine klare Leistungssteigerung und mannschaftliche Geschlossenheit. Das erste Foul war klar Gelb, bei der zweiten Situation hat der Schiri noch ein Auge zugedrückt und dann war es ein klares taktisches Foul, da muss der Schiedsrichter noch mal Gelb ziehen.“

Auf der Gegenseite war SB DJK Rosenheim-Trainer Patrick Zimpfer, der während des Spiels die Rote Karte sah, sauer auf den Schiri und auch Gastgeber Ampfing: „Heute war das ein Skandal, wie der Schiedsrichter das Spiel entschieden hat. Was hier abgelaufen ist, hatte mit sportlicher Fairness wenig zu tun. Die Entscheidungen waren absolut einseitig, das haben selbst Zuschauer von Ampfing mir so gesagt. Ich hätte von Ampfing sowohl sportlich als auch mit dem Drumherum mehr erwartet: Vor Ort wird man weder begrüßt noch eingeteilt, der Rasen wurde 45 Minuten vor Anpfiff gemäht und hatte danach noch Fahrspuren. Das war natürlich für beide Mannschaften gleich schlecht, aber es hätte andere Plätze gegeben, die besser gewesen wären. Der Schiedsrichter wollte aber unbedingt im Stadion spielen. Heute lief wirklich extrem viel, sehr wild ab. Zudem hat mich der BFV-Ticker sehr geärgert, mit unsportlichen Kommentaren.“

SV Saaldorf-Übungsleiter Josef Rehrl lobte seine Männer nach dem 3:2-Sieg beim TSV Zorneding, aber thematisierte auch den Schiedrichter: „Von der ersten Minute waren meine Männer heute im Spiel, da wurde endlich eine entsprechende Steigerung zu den letzten Spielen gezeigt. Der Führungstreffer gelang aus einer super Pressingsituation, die Maxi Huber aus 10 Meter überlegt eingeschoben hat. Im Anschluss wurden uns zwei Tore fragwürdig aberkannt. Durch ein angebliches Abseits und einem Kopfballtor, bei dem der gegnerische Keeper im Luftstand das Duell gegen Felix Großschädl klar aber fair verlor. Somit ging es mit der 0:1 Führung in die Kabine. Nach der Halbzeit haben wir Probleme mit der gegnerischen Systemänderung gehabt und den Ausgleich kassiert. Gut zehn Minuten später wurde die Spielkontrolle wieder übernommen und der Doppelschlag erzielt. Michael Schreyer staubt 5 Meter vorm Tor gut ab und beim dritten Treffer wurde Robert Hafner schön auf Reise geschickt und souverän vorm Keeper verwandelt. Anschließend kommt Zorneding zum Anschluss nach einem unüblichen Kommunikationsproblem zwischen Helminger und Großschädl. Zweiterer hatte im zweiten Durchgang zweimal die Möglichkeit, das Ergebnis hochzuschrauben. Beide Male scheitert er per Kopf an der Latte. Der Ausschluss von Michi Schreyer war etwas überzogen, jedoch hat sich die Mannschaft super aufgereibt um die Führung zu halten. Absolut verdiente drei Punkte, die durch die regulären Treffer nicht in Gefahr gewesen wären.“ (mck)

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