Bei Dudelsack, Nebel und einem „Wirbelwind“
„Muss offen zugeben“: Kirchanschörings Dinkelbach überrascht nach Erlbach-Derby mit Geständnis
Über 800 Zuschauer, Dudelsack-Klänge und ein „Wirbelwind“: Das Bayernliga-Derby zwischen dem SV Erlbach und dem SV Kirchanschöring bot bereits vor dem Anpfiff große Bühne. Auf dem Platz setzte sich Erlbach am Ende verdient durch – und sorgte beim Rivalen aus dem Rupertiwinkel für klare Worte. Vor allem SVK-Spieler Christoph Dinkelbach ließ nach der Partie mit einem offenen Geständnis aufhorchen.
von Rudi Mayer
Erlbach – Am Freitagabend (6. März) um 19 Uhr stand im Rahmen des 23. Spieltages der Fußball-Bayernliga Süd das Südost-Derby SV Erlbach gegen den SV Kirchanschöring in der heimischen Holzbau-Grübl-Arena an. Die über 800 angereisten Zuschauer erlebten bei trockenen, aber kühlen Wetterbedingungen einen furiosen Auftakt ihrer Heimmannschaft gegen den Erzrivalen aus dem Rupertiwinkel. Mit ordentlich Selbstvertrauen behaftet erwartete das Team in „Gelb-Schwarz“ von Trainer Thomas Leberfinger das „Inferno in Rot“, was sich schon zu Beginn der Begegnung mit schottischem Dudelsack-Schlachtkonzert und künstlichem Nebel ankündigte.
Was für eine gigantische Stimmung ein kleines 1000-Seelendorf auf die Beine stellen kann, ist einfach nur unglaublich und äußerst beeindruckend! Kirchanschörings Sportlicher Leiter Sven Vetter wusste schon unmittelbar vor Anpfiff, was da heute auf sie zukam: „Schon die letzten beiden Tage bin ich sehr nervös und das hat meist nichts Gutes zu bedeuten.“ War das eine Vorahnung des „Leipziger-Langen“? Der SV Erlbach wollte schon zu Anfang der Partie für klare Verhältnisse sorgen, wurde aber von den Gästen aus dem Rupertiwinkel, vor allem in der ersten Viertelstunde, mit offensiven Gegenschlägen attackiert.
Kirchanschöring: Dinkelbach überrascht nach Erlbach-Niederlage mit Geständnis
Benjamin Schlettwagner brachte es auf den Punkt: „Die ersten zehn Minuten hatten wir bedingt durch die lange Winterpause schon etwas leichte Anlaufschwierigkeiten, als Kirchanschöring mächtig Druck machte. Danach sind wir immer besser ins Spiel gekommen, haben vorne auch immer mehr die zweiten Bälle gewonnen und so gezielt den Gegendruck aufbauen können.“ Und genau diesen Umstand nutzte der SV Erlbach gnadenlos in der 26. Spielminute aus, als Leonhard Thiel einen „Billardtreffer“ vom Innenpfosten des „Greifers“ Egon Weber abprallend zur 1:0-Pausenführung für die Holzländler verwandeln konnte.
Jonas Kronbichler hatte dazu folgende Meinung: „Mit dem vermeidbaren 1:0-Rückstand haben uns die Erlbacher den Zahn gezogen, danach war nichts mehr, wie es sein sollte.“ Deutliche Worte vom begehrten Goalgetter des SV Kirchanschöring, der sich bereits offiziell dazu bekannte – wie auch beinschuss.de schon berichtete – dass er seinen Vertrag bei den „Gelb-Schwarzen“ bis Saisonende 2027 verlängert hat. Wieder einmal eine Glanzleistung von Sven Vetter, der als sportlicher Leiter und Manager sehr große Verdienste für den derzeitigen Leistungsstand des SVK verantwortlich zeichnet und hier auch einmal Erwähnung finden sollte!
Statement im Aufstiegsrennen: Erlbach ringt Kirchanschöring im Südost-Derby nieder




Aber zurück zum Spiel! Nach der Halbzeitpause formierte sich das Team um Erfolgstrainer Lukas Lechner immer mehr zum „Match-Dominator“. Auffallend war jedoch, dass der SVK über die gesamte Spielzeit kein Mittel fand, Erlbachs „Wirbelwind“ Florian Wiedl auf der Linksaußenposition an die Leine zu legen. Er war an diesem Abend eindeutig der „Matchwinner“ mit seinen jederzeit brandgefährlichen Ausreißern und „unruhestiftenden“ Hereingaben. Dementsprechend wenig überraschend war in der 60. Spielminute das 2:0 durch Wolfgang Hahn, der mit einem satt getroffenen Gewaltschuss den sonst so zuverlässigen Keeper Egon Weber infolge einer misslungenen Faustabwehr zur vorentscheidenden Führung überlisten konnte.
Erlbach setzt mit Kirchanschöring-Sieg ein Statement im Aufstiegsrennen
Christoph Dinkelbach kommentierte die spielentscheidende Phase mit seinen eigenen Worten: „Absolut verdienter Sieg des SV Erlbach. In der ersten Halbzeit waren wir meiner Meinung nach ebenbürtig, auch wenn wir zur Pause mit 0:1 im Rückstand lagen. Die zweite Halbzeit war nicht das, was wir können: Zu wenig Einsatz, keine Ideen, die langen Bälle zu ungenau und daraus folglich auch die verdiente Niederlage.“ Auf unsere Frage, wie es um seine Gefühlslage steht, wenn er zum 1. Juli seine eigene Mannschaft als Cheftrainer zusammen mit Co-Trainer Manuel Omenalowsky (Anm.d.Red. vormals langjähriger Kapitän des SV Kirchanschöring!) übernimmt, bekamen wir folgende Sätze zu hören:
„Klar, das ist natürlich eine gewaltige Aufgabe für mich, es ist mir auch nicht gerade leicht gefallen, denn ich hätte zu gern noch ein wenig länger Fußball gespielt, das muss ich ganz offen zugeben.“ Sein „Noch-Cheftrainer“ Thomas Leberfinger kommentierte die Niederlage wie folgt: „Glückwunsch an den Sieger, es war ein sehr kampfbetontes Spiel, wir kamen gut in die Partie, hatten gleich zu Anfang zwei gute Abschlüsse, das 1:0 fiel meiner Meinung nach aus dem Nichts und damit hat es bei uns den Stecker gezogen. Im Anschluss fehlte uns ganz einfach der Glaube, das Spiel noch zu drehen.“
Schon am kommenden Mittwoch (11. März) um 19.30 Uhr, wird es wieder ernst für den SV Kirchanschöring, wenn die Begegnung beim Aufstiegsaspiranten FC Deisenhofen ansteht, während der SV Erlbach zum schweren Auswärtsspiel am Freitag (13. März) um 19 Uhr zum TSV Landsberg reisen muss. (rm)