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Stiftung Warentest

Sonnencremes im Check: Günstig schlägt teuer

Frau cremt andere mit Sonnenmilch ein
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Stiftung Warentest: Von den 26 getesteten Sonnenschutzmitteln schneiden acht Produkte mit „Sehr gut” ab, sieben fallen durch.

Die aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest offenbart: Günstige Sonnencremes aus dem Discounter leisten oft mehr als teure Markenprodukte. Welche die Gewinner sind und welche die Verlierer und worauf Verbraucher bei Kauf und Anwendung achten sollten, lest Ihr hier.

Insgesamt 26 Sonnencremes, Lotionen und Sprays mit Lichtschutzfaktor (LSF) 30, 50 und 50+ hat die Stiftung Warentest aktuell einem umfassenden Test unterzogen: mit Fokus auf UV-Schutz, Inhaltsstoffe und praktische Anwendung. Die Preise für 100 Milliliter reichen von 1,46 Euro bis 21,52 Euro. Die Ergebnisse überraschen … 

Stiftung Warentest: Welche Kriterien wurden bei der Bewertung verwendet?

Die Experten der Stiftung Warentest haben die 26 Sonnencremes nach mehreren zentralen Kriterien bewertet:

  • Einhalten des ausgelobten UV-Schutzes: Das wichtigste Kriterium ist der Schutz vor UVA- und UVB-Strahlung. Der angegebene Lichtschutzfaktor (LSF) wird sowohl in vitro als auch an Testpersonen überprüft. (55% der Gesamtbewertung)
  • Kritische Inhaltsstoffe: Die Sonnencremes werden auf Stoffe geprüft, die laut EU als kritisch gelten, etwa Weichmacher, die bei der Herstellung bestimmter UV-Filter entstehen können. (5% der Gesamtnote)
  • Verpackung: Die Verpackung wird auf Originalitätssicherung, Recycling- und Entsorgungshinweise, Inhaltsmenge und Füllgrad überprüft. (10% der Bewertung)
  • Anwendung: Geschulte Prüfer bewerten Konsistenz, Verteilbarkeit, Einziehen, Klebrigkeit, Filmbildung, Menge der Rückstände und Weißeln. (10%)
  • Deklaration: Die Angaben auf der Verpackung werden auf Einhaltung der EU-Empfehlungen, Lesbarkeit und Wahrheit der Werbeaussagen (z.B. „wasserfest“) überprüft. (20% der Gesamtnote)

Auch andere sommerliche Produkte haben die Experten getestet, wie etwa SUP-Boards oder das leckere Sommer-Lieblingsobst der Deutschen Erdbeeren.

Stiftung Warentest: Die überraschende Erkenntnis

Hohe Preise garantieren keinen zuverlässigen Schutz, während günstige Eigenmarken häufig sehr gut sind. Von den 26 getesteten Sonnenschutzmitteln schneiden acht Produkte mit „Sehr gut” ab – darunter vier günstige. Gleichzeitig liefern sieben Produkte nicht den angegebenen UV-Schutz, dabei auch das teuerste Produkt im Test.

Und: Produkte von Marken, die im Vorjahr gut oder sehr gut abschnitten haben, fallen diesmal durch – und umgekehrt. „Kunden können also von einem guten Produkt einer Marke nicht auf alle Produkte dieser Marke verallgemeinern“, warnt Heike Dierbach, Gesundheitsexpertin bei Stiftung Warentest. „Und die Testergebnisse zeigen einmal mehr, dass der Preis kein Indikator für Qualität ist.“

Testsieger & Preis-Leistungs-Tipps

Insgesamt wurden acht Produkte mit der Bestnote „Sehr gut“ (1,5) bewertet, unter anderem

  • Cien Sun Sonnenmilch LSF 30 von Lidl (1,46 €/100 ml)
  • Lavozon Sonnenmilch von Müller (1,48 €/100 ml)
  • Sundance Sonnenmilch LSF 50 von dm (1,88 €/100 ml)
  • Eau Thermale Avène Sonnenmilch Dry Touch (ca. 25 €)

Auffallend: Das teurere Produkt von Avène ist eine Ausnahme unter den Testsiegern, die meist preiswerte Eigenmarken sind. Die vollständige Liste findet sich in der aktuellen Ausgabe der Stiftung Warentest. Ein Negativbeispiel ist das, das den angegebenen UVA-Schutz nicht einhält und daher durchfiel1.

Durchgefallen! Darunter einige teure Marken

Sieben Produkte erhielten das Urteil „Mangelhaft“, weil der tatsächliche UV-Schutz deutlich hinter den Angaben zurückblieb. Darunter:

  • Vichy Capital Soleil Sonnenspray
  • Coola Classic Sunscreen Spray
  • Eco Cosmetics Sonnenlotion Neutral
  • Sunozon Transparentes Sonnenspray LSF 50 (Rossmann)

Im Test: Inhaltsstoffe und Anwendung

Erfreulich: Die Anzahl der Produkte mit kritischen Inhaltsstoffen ist zurückgegangen – nur vier der getesteten Sonnenschutzmittel enthielten bedenkliche Substanzen, darunter auch die zweitteuerste Creme im Test. Benzophenon, potenziell krebserregend, wurde in einem Mittel in hoher, in drei weiteren in niedriger Konzentration nachgewiesen.

DnHexP, ein Weichmacher als Nebenprodukt des Filters DHHB, fand sich in einem Produkt (test.de). Das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft die Werte als nicht akut gefährlich ein, empfiehlt jedoch genaue Kontrolle.

Testpersonen bewerteten auch das Verhalten der Cremes beim Auftragen: Einziehen, Hautgefühl, Rückstände nach dem Auftragen sind zentrale Qualitätskriterien. Zum Beispiel Avéne Dry Touch bekam Lob für ihren „leichten Auftrag, kein Fettfilm“.

Welcher Hauttyp bin ich – und wie viel Sonnenschutz brauche ich?

Die Hautreaktion auf Sonne ist individuell – je nach Hauttyp unterscheidet sich die Eigenschutzzeit der Haut und damit die nötige Intensität des UV-Schutzes. Die Experten empfehlen deswegen den Lichtschutzfaktor (LSF) von Sonnencremes abhängig vom jeweiligen Hauttyp. Sie orientieren sich an der international gebräuchlichen Fitzpatrick-Skala mit sechs Hauttypen:

Hauttyp I – Sehr helle Haut, rötliches oder blondes Haar, Sommersprossen

  • Wird sehr schnell rot, bräunt kaum oder gar nicht
  • Eigenschutzzeit: 5–10 Minuten
  • Empfohlener LSF: 50+

Hauttyp II – Helle Haut, blonde bis hellbraune Haare

  • Wird schnell rot, bräunt langsam
  • Eigenschutzzeit: 10–20 Minuten
  • Empfohlener LSF: 30–50

Hauttyp III – Hell bis leicht gebräunte Haut, braune Haare

  • Leichte Rötung möglich, bräunt moderat
  • Eigenschutzzeit: 20–30 Minuten
  • Empfohlener LSF: 20–30

Hauttyp IV – Olivfarbene bis leicht dunkle Haut, dunkle Haare

  • Wird selten rot, bräunt gut und schnell
  • Eigenschutzzeit: 30–45 Minuten
  • Empfohlener LSF: 20

Hauttyp V – Dunkle Haut, dunkelbraunes bis schwarzes Haar

  • Sehr geringe Sonnenempfindlichkeit, bräunt intensiv
  • Eigenschutzzeit: 45–60 Minuten
  • Empfohlener LSF: 15–20

Hauttyp VI – Sehr dunkle Haut, schwarzes Haar

  • Nahezu keine Sonnenreaktion, aber dennoch UV-Schäden möglich
  • Eigenschutzzeit: über 60 Minuten
  • Empfohlener LSF: 15

Die empfohlenen Lichtschutzfaktoren gelten für ungebräunte Haut und sollten bei längerem Aufenthalt in der Sonne entsprechend angepasst werden.

Wichtig: Auch dunklere Hauttypen brauchen UV-Schutz – vor allem um vorzeitiger Hautalterung und Hautkrebs vorzubeugen. Entscheidend ist außerdem die richtige Menge Sonnencreme: etwa ein Teelöffel pro Körperregion (z. B. Gesicht, Arm, Bein).

Fazit

Der aktuelle Warentest bestätigt: Zuverlässiger Sonnenschutz ist auch günstig zu haben. Und: Kritische Inhaltsstoffe treten selten auf, können aber vorkommen. Achtet beim Kauf immer auf die aktuelle Rezeptur – und bleibt informiert: Rezepturen ändern sich, Testergebnisse auch.

Wie alle 26 getesteten Produkte genau abgeschnitten haben, steht in der Juli-Ausgabe der Stiftung Warentest oder unter www.test.de im kostenpflichtigen Bereich. Dort gibt es auch die detaillierten Bewertungen zum UV-Schutz und zur Hautverträglichkeit. (as/Stiftung Warentest)

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