Stiftung Warentest
Pestizide in Erdbeeren: Bio überzeugt im Test
Erdbeeren zählen zu den beliebtesten Obstsorten der Deutschen. Doch wie steht es um Pestizidrückstände? Und was ist weniger belastet? Heimische Erdbeeren oder Importware? Die Stiftung Warentest hat 23 Erdbeer-Proben aus Deutschland und Südeuropa untersucht - mit einem überraschenden Ergebnis und einer klaren Empfehlung.
Die Erdbeersaison ist in vollem Gange – doch viele Verbraucher fragen sich: Wie viel Pestizid steckt in der süßen Versuchung? Bekommen vor allem die importierten Früchte nicht jede Menge Spritzmittel verpasst, um perfekt auszusehen und die weite Reise zu überstehen? Ein aktueller Test von Stiftung Warentest (Ausgabe 07/2025) liefert hierzu verlässliche Antworten.
Umfangreicher Laborcheck: 23 Erdbeer-Proben unter der Lupe
Stiftung Warentest ließ im Juni 2025 insgesamt 23 Erdbeer-Proben untersuchen – darunter 12 aus Südeuropa (Spanien, Italien, Griechenland) und 11 aus Deutschland. Die Palette reicht von Bio-Erdbeeren bis zu konventioneller Ware aus Supermärkten, Discountern und von Erdbeerhöfen.
Im Labor wurden die Früchte auf rund 900 Pestizide untersucht, darunter Glyphosat; bei Bio-Proben wurde zusätzlich der Kupfergehalt geprüft.
Ein ebenfalls sommerlicher Test der Stiftung Warentest: SUP-Boards 2025.
Hintergrund: Warum Erdbeeren so oft belastet sind
Pflanzenschutzmittel helfen, Schädlinge auszuschalten und eine makellose, lagerfähige Frucht zu garantieren. Konventionelle Erdbeeren tragen daher im Schnitt mehr Wirkstoffe als Bio-Ware – teils bis zu zwölf verschiedene in einer einzigen Probe. Die Kontrolle erfolgt nach EU-weit geltenden Höchstgrenzen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) überwacht diese Grenzwerte regelmäßig; liegt eine Probe darüber, wird das Produkt aus dem Handel genommen.
Erfreuliches Ergebnis: Pestizidgehalte weit unter Grenzwerten
Insgesamt waren die Belastungen sehr gering bis gering und lagen deutlich unter den gesetzlichen Höchstgehalten. Testergebnis: keine gesundheitlich bedenklichen Pestizidwerte. 19 von 23 Proben zeigten nur sehr geringe bis geringe Rückstände, vier Proben waren sogar völlig rückstandsfrei.
Und: Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass importierte Früchte aus Spanien, Italien oder Griechenland nicht grundsätzlich stärker belastet sind als heimische Ware. Auch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bestätigt in seinen Daten: Regional produzierte Erdbeeren liegen im Pestizid-Rückstands-Mittel oft nur geringfügig unter importierter Ware.
Vier Bio-Sieger: Komplett rückstandsfrei
„Während konventionelle Erdbeeren oft mehrere Wirkstoffe enthielten – bis zu zwölf verschiedene in einer Probe – konnten wir bei vier Bio-Proben keinerlei Rückstände nachweisen“, erklärt Swantje Waterstraat, Ernährungsexpertin bei der Stiftung Warentest.
Die geprüften Bio-Erzeugnissen ganz ohne Rückstände waren folgende:
- Penny Naturgut Bio-Erdbeeren (Spanien)
- Alnatura Amico Bio-Erdbeeren (Italien)
- Alnatura Naturgut Hörnle Bio Erdbeeren (Deutschland)
- Rewe Bio-Erdbeeren (Deutschland)
Zwei weitere Bio-Sorten von Aldi Süd („Bayerische Erdbeeren”) und Edeka („Luther Erdbeeren”) wiesen so minimale Spuren auf, dass die Menge im Labor kaum bestimmbar war.
Stiftung Warentest: Deutliche Preisunterschiede
Im Test gibt es deutliche Preisunterschiede: Die günstigsten Erdbeeren aus Spanien kosteten knapp 5 Euro pro Kilo. Für ein Kilogramm heimischer Bio-Erdbeeren mussten die Tester dagegen das Vier- bis Fünffache zahlen.
Erfreulich für preisbewusste Käufer: Auch unter den günstigen Erdbeeren fanden die Tester Früchte, die nur sehr gering belastet waren. Umgekehrt kann der Kauf heimischer Ware Vorteile haben, denn die Früchte sind meist frischer, aromatischer und umweltschonender.
Was können Verbraucher gegen Pestizide tun?
Gründliches Waschen der Früchte vor dem Verzehr reduziert Pestizide weiter – etwa mit lauwarmem Wasser, Salz- oder Natronlösungen.
Dennoch dringen manche Stoffe ins Fruchtinnere ein und lassen sich nicht komplett entfernen. Daher empfiehlt Stiftung Warentest: Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu Bio-Ware. Die ist nicht nur rückstandsfrei, sondern erfüllt auch ökologische Anbauvorgaben.
Fazit
Der aktuelle Test der Stiftung Warentest zeigt: Erdbeeren sind in Deutschland im Regelfall unbedenklich, egal ob importiert oder regional. Nur Bio-Produkte garantieren vollständige Rückstandsfreiheit. Allerdings mit einem entsprechenden Preisaufschlag.
Alle Infos zum Test und die kompletten Ergebnisse stehen in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest und online unter www.test.de/erdbeeren. Und wer seine Erdbeeren mit Schlagsahne mag, findet ebenfalls in der Juli-Ausgabe oder unter www.test.de/schlagsahne die aktuelle Untersuchung von 22 Produkten fürs Sahnehäubchen. (as/Stiftung Warentest)