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Symptome im Überblick

Gefährliches Hantavirus: Das sollte man bei der Gartenarbeit unbedingt vermeiden

Eine Maus frisst Vogelfutter in einer Gartenanlage.
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Hantaviren werden durch den indirekten Kontakt mit Speichel, Urin oder Kot von infizierten Nagetieren auf den Menschen übertragen.

Eine Ansteckung mit dem Hantavirus kann schwere Folgen haben, die im schlimmsten Fall bis zum Tod führen. Und die Zahl der Infizierten ist in diesem Jahr schon deutlich höher als in den Jahren davor. Wie man sich schützt und wann man handeln sollte:

Bayern - Bereits 27 Menschen haben sich im Freistaat in diesem Jahr bereits mit Hantaviren infiziert. In den drei Jahren zuvor habe es in dem Zeitraum nur drei bis neun Fälle gegeben, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit. Übertragen wird das Virus hauptsächlich von Rötelmäusen. Deshalb ist aktuell bei Gartenarbeiten Vorsicht geboten:

Vorsicht bei staubigen Gartenarbeiten

Mäuse übertragen den Hantavirus durch Kot, Urin oder Speichel - die Nagetiere selbst erkranken nicht daran. Und das bedeutet: Überall wo sich Mäuse aufhalten, kann man sich potenziell anstecken, in Garagen, Carports, bei Gartenarbeiten, in Lauben, im Geräteschuppen.

  • Einatmen von virushaltigem Staub: Der häufigste Infektionsweg ist das Einatmen von Staub, der mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere kontaminiert ist. Dies kann zum Beispiel beim Fegen von Kellern, Dachböden, Garagen oder beim Reinigen von Gartenhäusern passieren.
  • Kontakt mit verletzter Haut: Wenn virushaltiger Staub, Erde oder Material mit kleinen Wunden oder Rissen in der Haut in Berührung kommt, kann das Virus ebenfalls in den Körper gelangen.
  • Verzehr kontaminierter Lebensmittel: Lebensmittel, die mit Ausscheidungen infizierter Nager in Kontakt gekommen sind (z. B. angeknabbertes Brot oder Obst), können beim Verzehr eine Infektion auslösen.
  • Bisse von Nagetieren: In seltenen Fällen ist eine Übertragung auch durch den Biss eines infizierten Tieres möglich, kommt aber praktisch kaum vor, da die Tiere eher fliehen.
  • Direkter Kontakt mit Nagern oder ihren Ausscheidungen: Auch der direkte Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen kann zur Ansteckung führen

So schützt man sich vor dem gefährlichen Hanta-Virus:

Bevor man also im Schuppen oder der Garage tätig wird, sollte man dringend einige Schutzvorkehrungen treffen.

  • Räume, wenn möglich, vor den Arbeiten gut lüften
  • Um eine Ansteckung zu vermeiden ist es unbedingt ratsam, Maske zu tragen (FFP2, besser sogar FFP3) und Handschuhe.
  • Wer fegen möchte, sollte vorher den Bereich mit Wasser anfeuchten, um zu verhindern, dass unnötig Staub aufgewirbelt wird.
  • Nach Arbeiten im Garten, Keller, Schuppen oder Dachboden Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen.
  • Nach Kontakt mit potenziell kontaminierten Materialien Arbeitskleidung wechseln und waschen, ebenso die Haare waschen.
  • Keinen Staubsauger benutzen, der wirbelt die Viren eher auf.
  • Mäusekot und Kadaver gut in Plastiktüten verschließen und im Hausmüll entfernen.

Am besten man achtet schon vorab darauf, dass Mäuse sich generell einnisten. Nagetiere gehören in Hausnähe konsequent bekämpft, Schlupflöcher geschlossen, Nistmöglichkeiten wie Sperrmüll und Gestrüpp entfernt. Lebensmittel und Tierfutter gehören in fest verschlossene Behälter (Glas, Metall, Hartplastik), Lebensmittel dürfen nicht auf den Kompost.

Hantavirus in Bayern

Die meisten Fälle verzeichnete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in diesem Jahr im Bayerischen Wald. Betroffen sind aber auch die Regionen um Würzburg und Aschaffenburg sowie der Schwäbischen Alb. Eine Impfung gegen das Hantavirus ist derzeit nicht möglich.

Symptome einer Hantavirus-Erkrankung:

Die Symptome einer Hantavirus-Infektion können sehr unterschiedlich ausfallen – von symptomlosen oder milden Verläufen bis hin zu schweren Erkrankungen. Die Beschwerden hängen vom Virustyp und vom individuellen Verlauf ab.

Häufige und typische Symptome:

  • Plötzlich einsetzendes, hohes Fieber (meist über 38,5 °C), das 3 bis 4 Tage anhält.
  • Grippeähnliche Beschwerden wie Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen.
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
  • Schüttelfrost, Schwäche, Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
  • Schwindel, Benommenheit und Sehstörungen sind möglich
  • In manchen Fällen punktförmige Hautblutungen (Petechien), Hautausschlag, Bindehautentzündung

Schwere aber auch seltene Verlaufsformen:

  • In schweren Fällen kann es zu Nierenbeschwerden bis hin zum akuten Nierenversagen kommen. Typisch sind erhöhte Nierenwerte, Eiweiß im Urin, schaumiger oder blutiger Urin, verminderte oder später vermehrte Urinausscheidung.
  • Im weiteren Verlauf kann ein plötzlicher Blutdruckabfall auftreten, der bis zum Schock führen kann.
  • Selten treten Blutungen an Augenbindehäuten, Haut oder Schleimhäuten auf.
  • Bei bestimmten Hantavirus-Typen (vor allem in Amerika) kann ein schweres Lungenversagen (Hantavirus-Pulmonales Syndrom, HPS) auftreten, das mit Husten, Atemnot und Flüssigkeitsansammlung in der Lunge einhergeht

Wenn mehrere der Symptome gleichzeitig auftreten, sollte man frühzeitig zu einem Arzt gehen, bei schwerwiegenden Symptomen umgehend. Im Krankenhaus oder der Praxis Bescheid geben, dass man eventuell nach einem Kontakt mit Nagetieren infiziert sein könnte, um eine Hantavirus-Infektion auszuschließen oder rechtzeitig zu erkennen.

Die ersten Beschwerden treten meist 2 bis 4 Wochen nach Ansteckung auf, in Ausnahmefällen auch früher oder später. Nach etwa einer Woche kann die Erkrankung in eine zweite Phase übergehen, in der Nieren- oder Lungenprobleme im Vordergrund stehen. Die meisten Infektionen in Deutschland verlaufen mild und heilen folgenlos aus. Todesfälle sind sehr selten, schwere Verläufe mit Nierenversagen kommen aber vor. Zuletzt hat das Hantavirus traurige Berühmtheit beim Tod des Hollywood-Schauspielers Gene Hackman und dessen Frau erlangt, die an den Folgen einer Infizierung gestorben ist. (si)

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