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Dreiste Mogelpackung im Supermarkt – Katjes nimmt Änderungen vor

Inhalt schrumpft, Preis bleibt gleich: Das kennzeichnet eine typische Mogelpackung im Supermarkt. Eine Süßigkeiten-Marke gerät jetzt in den Fokus.

Update, 13. Februar 2024: Offenbar hatte die Rüge von Foodwatch Erfolg. Der Süßwarenhersteller Katjes hat nun angekündigt, bis Oktober 2024 „die Maße sämtlicher Katjes-Verpackungen, bei denen es zu Gewichtsreduktionen gekommen ist, [zu] verkleinern.”

Die Verbraucherorganisation findet diese Entscheidung richtig, „schon alleine deshalb, weil der Konzern damit eine Menge Plastikmüll einspart.“ Weiter fordern die Verbraucherschützer von Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) eine Kennzeichnungspflicht von Produkten, die von der Shrinkflation – also verstecken Preiserhöhungen – betroffen sind. Bislang ist diese allerdings nicht geplant.

Dreiste Mogelpackung im Supermarkt – bekannte Süßigkeiten-Marke betroffen

Erstmeldung, 18. Oktober 2023: Als „versteckte Preis-Abzocke“ bezeichnet die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) die Masche vieler Lebensmittelhändler. Ganz unbemerkt reduzieren sie die Inhaltsmenge der Produkte und bieten sie zum gleichbleibendem Preis an. In diesem Monat nehmen die Verbraucherschützer beliebte Süßigkeiten ins Visier, weiß RUHR24.

Im Juli hat die VZHH bereits auf ganze 65 Produkte aufmerksam gemacht, die als besonders dreiste Mogelpackungen herausgestellt wurden. Im Monat Oktober kürt sie nun eine weitere Verbrauchertäuschung zur „Mogelpackung des Monats“.

Diesmal trifft es die Fruchtgummi-Marke Katjes. Supermarkt-Kunden haben möglicherweise nicht mitbekommen, dass die Verpackungen der Bonbons nicht mehr 200 Gramm, sondern nur noch 175 Gramm der Süßigkeiten enthalten. Bei einem gleichbleibenden Preis sei das eine versteckte Preiserhöhung von etwa 14 Prozent, erklärt die VZHH.

Die Füllmenge der Katjes-Familienpackungen wurden bereits im Jahr 2022 einmal von 300 auf 275 Gramm, danach sogar auf 250 Gramm reduziert. Damit sind die Bonbons bei gleichem Preis ungefähr 20 Prozent teurer geworden. Diese Inhaltsänderung hat zuletzt auch der Joghurt-Hersteller Alpro veranlasst, was bei Kunden für Unmut sorgte.

Katjes-Bonbons mit versteckter Preiserhöhung für Kunden – mehr Plastikverbrauch als Folge

Die Verschrauberschützer gehen davon aus, dass über 30 verschiedene Süßigkeiten-Sorten von Katjes eine „Schrumpfkur“ durchgemacht haben.

Folgende Katjes-Produkte seien von der Mogelmasche betroffen:

  • Standardtüten von Katjes – beispielsweise Yoghurt-Gums, Fred Ferkel, Grün-Ohr-Hasen,
    Lakritzprodukte oder Katzen Pfötchen
  • größere Familien-Packungen der Marke Katjes Family – beispielsweise Winegums oder Milchkater 
  • Katjes VitaMinis

Wer einen näheren Blick auf die Verpackungsaufschrift der Katjes-Fruchtgummis geworfen hat, weiß, dass die Süßigkeiten ohne tierische Gelatine hergestellt werden. Das Unternehmen achte laut Homepage nicht nur auf die Inhaltsstoffe, sondern auch auf einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen wie Kunststoff.

Katjes-Bonbons sind zur Mogelpackung des Monats Oktober gekürt worden.

Doch indem der Hersteller den Inhalt der Plastiktüten verringert, werden laut VZHH für 1.000 Tonnen Fruchtgummis über 700.000 Plastiktüten mehr benötigt. So prangern die Verbraucherschützer den „unnötigen Müll“ trotz angeworbener Nachhaltigkeit an (mehr zu Supermärkte und Discounter bei RUHR24).

Katjes ist „Mogelpackung des Monats“ – Unternehmen schweigt zu den Vorwürfen

Wie die Verbraucherzentrale berichtet, seien schon zahlreiche Beschwerden von Kunden bezüglich der Mogelpackung Katjes eingetroffen. Der Fruchtgummi-Hersteller schweigt allerdings bislang zu den Vorwürfen. „Das wirft ein schlechtes Bild auf den Konzern, finden wir. Sollten Firmen so mit ihren Kundinnen und Kunden umgehen?“ stellt die VZHH infrage.

Da immer häufiger unbemerkte Preiserhöhungen im Supermarkt zu finden sind, fordern die Verbraucherschützer ein Verbot von gleichbleibenden Verpackungen mit reduzierter Füllmenge und gleichem Preis. Ein Vorstoß des Bundesumweltministeriums nimmt eine solche Regelung sogar ins Visier, um Verpackungsmüll generell zu verringern. Ob und wann diese umgesetzt wird, ist jedoch noch unklar.

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/imago

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