Dreiste Mogelpackungen im Supermarkt: 65 Produkte haben jetzt weniger Inhalt
Supermarkt-Kunden werden beim Einkauf überlistet. Viele Produkte sind plötzlich deutlich teurer, ohne dass Verbraucher es merken.
Dortmund – Nahezu unbemerkt steigen die Preise für zahlreiche Produkte im Supermarkt. Wer nicht genau auf die Packung schaut, kriegt davon womöglich gar nichts mit. Mittlerweile werden Kunden bereits von etwa 65 Mogelpackungen getäuscht. Darunter befinden sich bekannte Lebensmittelmarken.
Mogelpackungen im Supermarkt: Weniger Inhalt für den gleichen Preis
Die Lebensmittelpreise sind im vergangenen Jahr überall stark angestiegen. Meist ließ sich eine Preiserhöhung auf dem jeweiligen Preisschild erkennen, doch manchmal versuchen Hersteller die Kunden mit dreisten Werbemaschen zu täuschen.
In vielen Fällen ist der Preis des Produkts zwar gleich geblieben, der Verpackungsinhalt allerdings geschrumpft. Zuletzt haben daher Alpro-Kunden mit Kritik auf die neue Bechergröße reagiert.
Im ersten Halbjahr des Jahres 2023 verzeichnete die Verbraucherzentrale Hamburg einen neuen Mogelpackung-Rekord mit etwa 65 Produkten. Im selben Halbjahr vor einem Jahr waren es vergleichsweise nur 28, teilt Armin Valet aus der Abteilung Lebensmittel und Ernährung gegenüber der Bild mit.
Mogelpackung im Supermarkt – versteckte Preiserhöhungen täuschen Kunden
Wieviele bekannte Marken sich unter den aktuellen Schummel-Packungen befinden, zeigt die Mogelpackungsliste auf der Homepage der Verbraucherzentrale Hamburg. Hier können Kunden auch selbst Produkttäuschungen einreichen. Besonders dreiste Beispiele für eine Preiserhöhung lassen sich bei unterschiedlichsten Lebensmittelmarken feststellen. Darunter befinden sich beispielhaft die folgenden Produkte:
- Dr. Oetker LoVE it! Puddingsorten Schokolade, Bourbon-Vanille und Grieß Natur: Die Füllmenge hat sich von 400 Gramm (2,29 Euro) auf 120 Gramm (1,29 Euro) verringert. Somit liegt eine versteckte Preiserhöhung von 25,2 Prozent vor.
- Trolli Saure Glühwürmchen: Eine Reduzierung des Inhalts von 200 Gramm auf 150 Gramm für den gleichen Preis von 1,09 Euro bedeutet eine versteckte Preiserhöhung von 33,3 Prozent.
- Milka Eis Vanilla & Chocolate Swirl: Eine Preiserhöhung von ganzen 48,1 Prozent – die Füllmenge hat sich von 400 Millilitern auf 270 Millilitern reduziert. Ähnlich hoch sind die Preisunterschiede bei Eissorten wie Oreo Stieleis, Toblerone Stieleis und Daim Stieleis.
- Tuc Bake Rolls (ehemals „7Days“): Mit einer versteckten Preiserhöhung von 126,6 Prozent stechen die Bake Rolls als Produkt-Täuschung heraus. Denn der Inhalt wurde von 250 Gramm (1,39 Euro) auf 150 Gramm (1,89 Euro) verringert.
Ein Grund für die veränderte Füllmenge seien neue Entwicklungen in der Verbrauchernachfrage. Hersteller reagieren mit kleineren Portionsgrößen auf den Trend zu Probier- und Wechselkäufen der Kundschaft. Zudem sollen die gestiegenen Rohstoffpreise ebenfalls zu Preissteigerungen führen (mehr zu Supermärkte und Discounter bei RUHR24).
Neue Mogelpackung-Masche im Supermarkt – Marken wie Leibniz, Haribo und Rama
Mogelpackung-Fahnder Armin Valet erklärt im Interview mit der BILD, dass Hersteller heute auch eine neue Form der Produkt-Täuschung nutzen. Innerhalb einer Marke werden verschiedene Sorten des Produkts in unterschiedlichen Füllmengen angeboten. Für Verbraucher ist diese Masche besonders schwer zu erkennen, denn die Verpackung sieht von außen nahezu identisch aus.
So gibt es beispielsweise die klassischen Bahlsen Leibniz Kekse in der 200 Gramm-Packung und die Leibniz Kekse „30 Prozent weniger Zucker“ in der 150 Gramm-Packung. Der Preis von 1,59 Euro gilt für beide Produkte, trotz unterschiedlicher Füllmenge – ein versteckter Preisunterschied von 33,3 Prozent.
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Weitere Beispiele für einen geringeren Inhalt je nach Sorte sind Vitalis Müsli „Weniger süß“ in den Sorten „Knusper Früchte“ und „Knusper Pur“, die Rama „Original“ und „Balance“ und verschiedenste Haribo-Sorten. Diese Preisunterschiede begründen die Hersteller mit unterschiedlichen Produktionsverfahren und Zutaten.
Mogelpackungen im Supermarkt: Verbraucher sollten auf bestimmte Angaben achten
Um nicht auf versteckte Preiserhöhungen reinzufallen, müssen Verbraucher beim Einkaufen also einen näheren Blick auf die Verpackung der Lebensmittel werfen. Wichtig dabei ist ein Vergleich der Füllmenge je nach Sorte des Produkts. So können Kunden die möglichen Hersteller-Tricks gezielt umgehen.
Zudem kann auch die Zutatenliste Auskunft über mögliche Mogeleien geben. Denn Lebensmittel wie Säfte enthalten häufig nicht das, was die Verpackung verspricht.
Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Panama Pictures/Zoonar.com/monticello/Imago; Collage: RUHR24
