Schutz vor Datendiebstahl
E-Mail-Spam: Was Sie gegen betrügerische Nachrichten unternehmen können
Wer eine E-Mail-Adresse besitzt, wird öfter von Spam-Nachrichten heimgesucht. Kritisch wird es, wenn diese Viren enthalten. So können Sie sich schützen.
Kassel – Als Spam oder Junk-Mail (Müllpost) bezeichnet man im Internet den Massenversand nicht angeforderter Werbe-E-Mails. Diese sind nicht nur nervig, weil sie das Mail-Postfach unnötig zum Überquellen bringen und dazu noch enormen Speicherplatz beanspruchen, sondern im schlimmsten Fall können sie auch Phishing-Versuche sein. Laut Experten und Mail-Anbietern sollten Spam-Mails jedoch nie direkt gelöscht werden.
Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) kommen Spam-Mails selten allein. Häufig haben sie als Anhang Schadsoftware im Gepäck, die sich beim unachtsamen Öffnen auf den Computer installieren können. Sogenannte „Wegwerf-Adressen“ können allerdings Abhilfe schaffen. Zuletzt wurde verstärkt vor dreisten Spam-Anrufen gewarnt. Man kann potenziell gefährliche Spam-Anrufe allerdings auch blockieren. Auch ruhr24.de berichtete zuletzt über einen Betrug an Sparkassen-Kunden.
Betrügerische Nachrichten im Internet: Wie Sie sich vor Spam-Mails schützen können
Das Bundeskriminalamt empfiehlt E-Mails von unbekannten Absendern und deren Inhalte, die Sie zur Weiterleitung oder sonstige Handlungen auffordern, immer kritisch zu hinterfragen. Außerdem raten sie davon ab, auf Spam-Mails zu antworten oder E-Mail-Anhänge zu öffnen. Immer wieder werden Menschen Opfer von Phising-Mails. Es gibt aber Merkmale, an denen sie Fake-Mails einfach erkennen können.
Im Internet werden ununterbrochen Daten von Verbrauchern gesammelt. Um die persönlichen Informationen zu schützen und die Spam-Flut zu verringern, empfiehlt das Web-Portal netzwelt.de am besten selten die echte Mail-Adresse anzugeben, sondern besser auf temporäre E-Mails zurückzugreifen. Denn das hat nicht nur den Vorteil, dass man unerwünschte Spam-Mails vom echten E-Mail-Postfach fernhält, Betreiber können auch keinen direkten Kontakt über die echte E-Mail-Adresse aufnehmen.
Wegwerf-Adressen: Diese zwei Arten gibt es
Nach Angaben des Online-Portals giga.de gibt es zwei Arten von Wegwerf-Mails:
- Die Weiterleiter: Hier muss man bei der temporär erstellten Mail-Adresse angeben, wohin die ankommenden Mails weitergeleitet werden sollen. Wie lange und wie viele Mails ankommen können, kann vom Nutzer festgelegt werden. Nach dem abgelaufenen Zeitraum verfällt die E-Mail-Adresse und ist nicht mehr erreichbar.
- Die Online-Anzeiger: Die recycelbare E-Mail-Adresse nimmt laut dem Online-Portal für 24 Stunden E-Mails an und danach wird sie automatisch deaktiviert. Sollte man die Adresse weiter benötigen, so muss sie jeden Tag mindestens einmal aufgerufen werden, sonst verfällt sie. Der Vorteil beim Online-Anzeiger: Man muss nicht mal dem Anbieter seine echte Mailadresse geben.
Die Auswahl an Anbieter, bei denen man kostenlos Einweg-Adressen erstellen kann, ist groß. Wir stellen Ihnen nachfolgend fünf vor. Gerade beim Online-Shopping kann man schnell an Betrüger geraten. Mit einigen Tricks bekommen Verbraucher bei einem Internet-Betrug ihr Geld wieder zurück.
Weniger Spam-Emails: Bei diesen Anbietern können Sie Wegwerf-Adressen erhalten
Diese Wegwerf-Adressen schützen Sie vor Spam und mögliche Cyber-Angriffe:
- Trash-Mail: Der Anbieter hat eines der umfangreichsten Angebote und stellt dem Nutzer kostenlos fast alles zur Verfügung. Ein Zugriff auf ein eigenes Postfach, entweder mit zufallsgenerierter oder eigener ausgedachten Adresse. Bei Bedarf kann es mit einem Passwort gesichert werden. Passwortgeschützte Adressen werden bei Inaktivität nach drei Monaten gelöscht, ansonsten bleiben sie dauerhaft aktiv.
- rashmail.de: Dieser Dienst bietet die Möglichkeit, ohne Registrierung schnell eine Wegwerf-E-Mail-Adresse zu erhalten. Die Adresse bleibt für sechs Stunden aktiv und es besteht die Option, eine eigene Trash-Mail-Adresse zu wählen. Sämtliche Mails werden nach 24 Stunden gelöscht.
- Byom: Im Vergleich zu Trash-Mail ist das Angebot weniger umfangreich, die Bedienung aber ähnlich einfach. Ein entscheidender Vorteil sind die verschiedenen Domainendungen, die beim Anlegen der Fake-Adresse inbegriffen sind.
- Müllmail: Dieser Anbieter ermöglicht die Erstellung einer einmaligen E-Mail-Adresse ohne Zeitlimit. Er bietet zudem beim ersten Anlegen der Wegwerf-Adresse eine Vielzahl von Domainendungen an. Mit einem Klick kann aber auch eine zufällige Adresse erstellt werden. Der Nachteil hier: Andere Personen können auf das Postfach zugreifen, sobald man sich länger als 15 Minuten ausgeloggt hat. Auf das Versenden von Mails muss ebenfalls verzichtet werden.
- Spoofmail.de: Hier wird auf eine Exklusivität der Mailadressen verzichtet, das heißt hier können unter Umständen auch andere Personen auf das erstellte Postfach zugreifen. Bei Spoofmail.de stehen mehrere Domains zur Auswahl, was von Vorteil ist, da bekannte Wegwerf-Adressen von manchen Internetseiten blockiert werden.
- Quelle: netzwelt.de, chip.de
Die Verbraucherzentrale empfiehlt generell sehr sparsam mit eigenen Daten umzugehen. Denn was einmal im Internet steht, bleibt dort meist dauerhaft und verschwindet nicht von selbst. Jeder Nutzer hat laut Verbraucherschützer allerdings das Recht, alte Informationen über sich von Seiten und Suchmaschinen entfernen zu lassen. (Vivian Werg)
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