Übertragungswege und Symptome
Aktuelle Hasenpest-Fälle in Bayern: Was man über die Infektionskrankheit wissen muss
Zwei Menschen aus dem nördlichen Landkreis in München haben sich mit der Hasenpest infiziert. Zumindest eine der beiden Ansteckungen ist auf einen Zeckenbiss zurückzuführen. Was man jetzt wissen muss:
Hasenpest, auch als Tularämie bezeichnet, ist eine hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem bei wildlebenden Hasen, Kaninchen und anderen Nagetieren auftritt. Der Erreger ist ein Bakterium, nämlich Francisella tularensis. Hasenpest ist eine sogenannte Zoonose, das heißt, sie kann von Tieren auf den Menschen übertragen werden.
Wie steckt man sich mit Hasenpest an?
Die Infektion erfolgt meist durch:
- Direktkontakt mit infizierten oder toten Tieren, insbesondere beim Häuten oder Zerlegen von Feldhasen.
- Stiche oder Bisse von infizierten Zecken, Mücken oder Flöhen.
- Einatmen von erregerhaltigem Staub, z. B. beim Umgang mit kontaminiertem Heu, Stroh oder Tierfell.
- Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, infiziertem Fleisch oder kontaminiertem Wasser.
- Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht bekannt.
Betroffen sein können laut Landesgesundheitsamt neben Feldhasen, auch Mäuse, Eichhörnchen oder Vögel. Typischerweise übertragen Insekten wie Zecken oder Bremsen das Bakterium von infizierten Tieren.
Lesen Sie auch: Gefährliches Hantavirus: Das sollte man bei der Gartenarbeit unbedingt vermeiden
Was ist eine Zoonose?
Eine Zoonose ist eine Infektionskrankheit, die auf natürlichem Wege zwischen Tieren (insbesondere Wirbeltieren) und Menschen übertragen werden kann. Das bedeutet, Zoonosen können sowohl vom Tier auf den Menschen als auch umgekehrt vom Menschen auf Tiere übertragen werden. Bekannte Zoonose sind Tollwut, Salmonellose, Toxoplasmose, Schweinegrippe, FSME, Tuberkulose, Borreliose, SARS, Vogelgrippe.
Woran merkt man, ob man infiziert ist?
Infizierte Tiere zeigen oft Schwäche, Abmagerung, struppiges Fell und verlieren ihre natürliche Scheu. Sie sterben meist innerhalb weniger Tage. Beim Menschen können folgende Symptome auftreten:
- Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen
- Schmerzhafte Schwellung der Lymphknoten
- Geschwüre an der Eintrittsstelle (z. B. an der Hand nach Kontakt mit infiziertem Tier)
- Bei inhalativer Aufnahme: grippeähnliche Symptome, Atembeschwerden bis hin zur Lungenentzündung
- Bei oraler Aufnahme: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
Die Hasenpest ist mit Antibiotika gut behandelbar, sofern sie rechtzeitig erkannt wird. Tote oder auffällige, kranke Wildtiere auf keinen Fall berühren, nur mit Handschuhen und Mundschutz. Die Gesundheitsbehörden raten dazu, nach Garten- und Waldarbeiten Hände zu waschen, Zeckenschutzmittel und lange Kleidung als Schutz vor Insekten zu tragen. Außerdem wird empfohlen, Wildfleisch vollständig zu garen und keine toten Hasen oder Kaninchen zu berühren. Grund zur Sorge besteht aber derzeit nicht (si/dpa).