Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Drei neue Risiko-Gebiete in Deutschland

Zecken: Fast ganz Bayern ist jetzt FSME-Risikogebiet - bis auf diese Stadt

Das Bild zeigt eine Zecke auf der Haut
+
Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen - fast ganz Bayern ist Risikogebiet für FSME. Bis auf eine Stadt in Unterfranken.

Kaum werden die Temperaturen wärmer, krabbeln die Zecken wieder aus ihren Winter-Quartieren auf der Suche nach tierischem oder menschlichem Blut. Dabei können sie gefährliche Krankheiten wie FSME übertragen. In diesen Gebieten lauert die größte Gefahr.

Zeckenalarm in Deutschland - kaum geht es hoch mit den Temperaturen, haben auch die lästigen Biester wieder Hochsaison. Denn Zecken werden aktiv, sobald die Temperaturen etwa 5-8 Grad Celsius erreichen. In unseren Breitengraden dauert die Zeckensaison in der Regel von März bis November. Bei milden Wintern, wie in diesem Jahr und auch in den bereits vergangenen, können Zecken jedoch schon früher aktiv werden - so wurden bereits jetzt im Februar welche gesichtet. Durch den Klimawandel und die damit verbundenen höheren Temperaturen sind Zecken mittlerweile nahezu ganzjährig aktiv.

Drei neue FSME-Risikogebiete - eine Stadt in Bayern noch ohne Risiko

Fast ganz Bayern ist inzwischen Risikogebiet für die Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), in diesem Jahr wurden bereits die ersten FSME-Fälle registriert. Wie das Gesundheitsministerium in München berichtete, erklärte das Robert Koch-Institut (RKI) nun auch noch die Stadt Augsburg zum Risikogebiet. Damit verbleibt einzig noch ein kleiner Teil Unterfrankens, und zwar die Stadt Schweinfurt, als Nicht-Risikogebiet im Freistaat.

Bundesweit kommen noch im südlichen Brandenburg der Landkreis Elbe-Elster und der niedersächsische Landkreis Celle. Somit seien aktuell bundesweit 183 Kreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen.

FSME tritt vor allem in bestimmten Risikogebieten auf, die das RKI jährlich definiert: Wenn bezogen auf die Bevölkerungszahl eine bestimmte Zahl von Erkrankungen in einem Berechnungszeitraum überschritten wird, wird ein Gebiet zur Risikozone erklärt. Im Fall von FSME ist hauptsächlich Süddeutschland betroffen. Bayern und Baden-Württemberg sind mittlerweile fast flächendeckend Risikogebiet.

FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME ist eine Viruserkrankung, die das Nervensystem angreift und zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute führen kann. Die Erkrankung verläuft oft in zwei Phasen - zunächst mit grippeähnlichen Symptomen, dann mit neurologischen Beschwerden. Eine ursächliche Behandlung ist nicht möglich, aber es gibt eine wirksame Impfung.

Die Impfquote gegen FSME lässt insgesamt zu wünschen übrig, nur gut ein Fünftel der Erwachsenen in Bayern hat derzeit einen Impfschutz. Für einen kompletten Schutz sind drei Impfungen innerhalb eines Jahres notwendig. Bereits die zweite Impfung schützt bis zu 98 %, die dritte bis zu 99 % und muss zum ersten Mal nach drei Jahren, danach alle fünf Jahre aufgefrischt werden. Sie wird empfohlen für:

  • Alle, die in einem FSME-Risikogebiet wohnen und sich viel im Freien aufhalten
  • Alle, die in Risikogebiet reisen
  • Berufsgruppen wie Förster, Waldarbeiter oder Jäger in Risikogebieten

Das bayerische Gesundheits-Landesamt registrierte im Jahr 2024 311 FSME-Fälle, seit Einführung der Meldepflicht 2001 ein Höchstwert. In den beiden Vorjahren waren es 233 und 266 Fälle.

Wie macht sich FSME bemerkbar?

Nach dem Stich einer infizierten Zecke beträgt die Inkubationszeit zwischen 4 und 28 Tagen. Der Krankheitsverlauf erfolgt typischerweise in zwei Phasen:

  1. Phase 1: Unspezifische, grippeähnliche Beschwerden - dann: Übergangsphase: Symptomfreies Intervall
  2. Phase 2: Bei 5-30% der Infizierten kommt es zu Entzündungen der Hirnhäute, des Gehirns und des Rückenmarks

Schwere Verläufe werden bei Erwachsenen häufiger beobachtet als bei Kindern und können zu bleibenden neurologischen Schäden führen. Mögliche Spätfolgen sind lang anhaltende Kopfschmerzen, Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche sowie Lähmungen. Etwa 1 % der Erkrankungen führen zum Tod. Im Gegensatz zur Borreliose, bei der eine Übertragung erst nach etwa 12 Stunden erfolgt, kann FSME sofort übertragen werden - das schnelle Entfernen der Zecke schützt daher nicht vor einer FSME-Infektion.
Bei einer Infektion mit FSME können lediglich die Symptome behandelt werden, gegen den Erreger selbst gibt es kein Medikament.

Auch diese Krankheit wird von Zecken übertragen

Neben der gefährlichen FSME übertragen Zecken durch ihre Bisse eine Vielzahl an weiteren, schwerwiegenden Erkrankungen. Die häufigste ist die Lyme-Borreliose. Diese bakterielle Erkrankung muss vor allem rechtzeitig diagnostiziert werden, um vollständig und folgenlos auszuheilen. Es ist keine Impfung dagegen möglich. Die Borreliose verläuft typischerweise in drei Stadien und kann die Haut, Gelenke, das Nervensystem und selten das Herz betreffen. Charakteristisch ist eine ringförmige Hautrötung im Frühstadium. 

Wer von einer Zecke gebissen wird und sich Tage später krank und abgeschlagen fühlt, Hautausschläge oder den oben genannten roten Ring um die Stichstelle hat, sollte sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. (si/dpa/rki)

Kommentare