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Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Zunahme der Arbeitslosigkeit: Die finanzielle Last für den Staat wächst

Die Arbeitslosigkeit fordert Rekordsummen. Verantwortlich sind die Explosion des Bürgergeldes, die Wirtschaftskrise und der Strukturwandel.

Berlin – Die Arbeitslosigkeit in Deutschland erreicht lange nicht mehr gesehene Höhen – und belastet die öffentlichen Haushalte so stark wie seit Jahren nicht mehr. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazin Spiegel über Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stiegen die gesamtfiskalischen Kosten der Arbeitslosigkeit 2023 auf 67,5 Milliarden Euro – ein Plus von 14,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2024 und 2025 zeichnen sich weitere Belastungen ab, getrieben von steigenden Regelsätzen, einer stagnierenden Konjunktur und strukturellen Umbrüchen in der Industrie.

Steigende Arbeitslosigkeit treibt Ausgaben des Staates in die Höhe

Die direkten Ausgaben des Staates für arbeitslose Leistungsbeziehende lagen 2023 bei 41 Milliarden Euro – rund 60 Prozent der Gesamtkosten. Davon entfielen 15,5 Milliarden Euro auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III), darunter 9 Milliarden Euro für Arbeitslosengeld und 6,5 Milliarden Euro für Sozialversicherungsbeiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Den größten Posten bildete jedoch die Grundsicherung nach SGB II (Bürgergeld) mit 25,1 Milliarden Euro, vor allem aufgrund inflationsbedingter Anpassungen der Regelbedarfsätze.

Die Kostensteigerung im Bürgergeld-Bereich ist vor allem auf die deutliche Anhebung der Regelsätze zurückzuführen, so das IAB. So stieg der Regelbedarf im Januar 2024 erneut um 5,9 Prozent, was die Ausgaben weiter in die Höhe trieb. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) warnt vor einer „Verfestigung von Arbeitslosigkeit“, sollte die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter sinken, so das Handelsblatt.

Pläne der neuen Koalition von Friedrich Merz könnten zu Einschnitten für Arbeitslose führen

Die geplante Reform der schwarz-roten Koalition unter Friedrich Merz (CDU) könnte hier tiefe Einschnitte bringen: Merz kündigte an, die „überbordenden Sozialausgaben“ zu prüfen, darunter das Bürgergeld, und verwies auf eine Haushaltslücke von 30 bis 40 Milliarden Euro. Man müsse das „alles auf den Prüfstand stellen“, erklärte Merz im RTL-Interview. Konkret plant die Union, das Bürgergeld in eine „Neue Grundsicherung“ umzuwandeln – vermutlich mit strengeren Sanktionen oder niedrigeren Leistungen. Kritiker wie die Junge Union warnen jedoch vor sozialer Härte.

Wen holt Friedrich Merz in sein Kabinett? Diese Minister stehen bereit

Wahlkampf CDU - Halle/Saale
Der CDU-Vorsitzende und Kanzler in spe Friedrich Merz muss sein Kabinett zusammenstellen. Nach mehreren Medienberichten sollen plus dem CDU-Kanzler Merz insgesamt sieben Minister von der CDU, fünf von der SPD und drei von der CSU gestellt werden. Wie ein mögliches schwarz-rotes Kabinett unter Merz aussehen kann, zeigt die folgende Bilderstrecke.  © Hendrik Schmidt/dpa
Die Vorstandsvorsitzender des Energiedienstkleisters Westenergie AG - Katherina Reiche - am 11. März 2024 während einer
Katherina Reiche (CDU) © Manngold/Imago
CDU-Politikerin Nina Warken spricht am 15. Mai 2024 im Bundestag
CDU-Politikerin Nina Warken  © Christoph Soeder/dpa
Wolfram Weimer zu Gast bei „Maischberger“ am 18. Februar 2025
Wolfram Weimer zu Gast bei „Maischberger“ am 18. Februar 2025  © HMB-Media/Imago
Karsten Wildberger
AFP_43QG68H.jpg © Tobias Schwarz/AFP
Merz‘ Kabinett: Christiane Schenderlein (CDU)
dpa_urn_binary_dpa_com_20090101_250428-935-552616-FILED.jpg © Christiane Schenderlein/dpa
Fortsetzung der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD
SPD-Chef Lars Klingbeil führt zusammen mit der Co-Vorsitzenden Saskia Esken die Verhandlungsdelegation der Sozialdemokraten an. Berichten zufolge könnte er das Finanzministerium übernehmen. © Kay Nietfeld/dpa
Michaela Kaniber (CSU), Landwirtschaftsministerin von Bayern,
Michaela Kaniber (CSU) könnte auf Wunsch Markus Söder aus Bayern nach Berlin gerufen werden. Medienberichten zufolge wird sie als Agrarministerin gehandelt.  © Sven Hoppe/picture alliance/dpa
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
SPD-Chefin Saskia Esken ist auch parteiintern nicht unumstritten. Dennoch wird spekuliert, ob sie zukünftig ein Ministerium übernehmen könnte. © Christophe Gateau/dpa
Friedrich Merz‘ treuer Generalsekretär Carsten Linnemann gilt als Minister fast schon gesetzt. Er käme wohl für das Wirtschaftsministerium infrage, wo er die gewünschte Reform des Bürgergelds vorantreiben könne. Linnemann ist Volkswirt.
Friedrich Merz’ treuer Generalsekretär Carsten Linnemann galt als Minister fast schon als gesetzt. Der Volkswirt teilte jedoch überraschend mit, dass er sich gegen ein Ministeramt entschieden habe. Der CDU-Politiker wurde in der Vergangenheit als aussichtsreicher Kandidat für das Wirtschafts- oder Arbeitsministerium gehandelt. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett ebenfalls als gesetzt, wenn es mit Schwarz-Rot klappt. Laut Medienberichten könnte er eine zweite Amtszeit als Verteidigungsminister erhalten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Roland Koch
Der ehemalige hessische Ministerpräsident und Merz-Vertraute Roland Koch wird ebenfalls als möglicher Minister gehandelt. © Sebastian Gollnow/dpa
Christina Sinemus – von der CDU aus Hessen – könnte zukünftig Digitalministerin werden
Kristina Sinemus – von der CDU aus Hessen – könnte zukünftig Digitalministerin werden ©  IMAGO / Jörg Halisch
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Berichten zufolge könnte Spahn bei der Vergabe der Ministerien unter Friedrich Merz leer ausgehen und stattdessen den Vorsitz der CDU/CSU Fraktion im Bundestag übernehmen.  © IMAGO/Jens Schicke
Überraschen könnte Merz mit einer Besetzung des Innenministeriums von außerhalb der Politik. Möglicher Kandidat wäre Dieter Romann, Chef der Bundespolizei, von dem sich Merz häufig beraten lässt und der in Asylfragen versiert ist.
Überraschen könnte die schwarz-rote Regierung mit einer Besetzung des Innenministeriums von außerhalb der Politik. Ein möglicher Kandidat wäre Dieter Romann, Chef der Bundespolizei. Von diesem lässt sich auch Kanzler in spe Friedrich Merz häufig beraten. Romann soll in Asylfragen besonders versiert sein.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Johann Wadephul, bisher Vize-Fraktionschef der CDU. ist als Verteidigungsminister denkbar, sollte Pistorius weichen. Im Dezember war er gemeinsam mit Merz in Kiew und besuchte mit ihm auch die Siko in München.
Johann Wadephul war bisher Vize-Fraktionschef der CDU. Nun wird er Berichten zufolge, auch als Außenminister für die schwarz-rote Koalition gehandelt. Im Dezember war er gemeinsam mit Friedrich Merz in Kiew. Im Februar besuchte der 62-Jährige mit dem Kanzler in spe die Sicherheitskonferenz in München.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Tino Sorge, gesundheitspolitischer Sprecher der Union, zum Cannabis-Gesetz
Tino Sorge war bislang gesundheitspolitischer Sprecher der Union. Er könnte zukünftig als Gesundheitsminister unter Kanzler Friedrich Merz fungieren, und die Cannabislegalisierung rückgängig machen. Im November erläuterte er unserer Redaktion im Interview: „Wenn es möglich ist, werden wir die Cannabislegalisierung in einer neuen Regierungskonstellation rückgängig machen.“ © Philip Dulian/picture alliance
Die niedersächsischen Fraktionsvize Silvia Breher hat Außenseiterchancen auf das Digitalministerium unter Friedrich Merz. Die 51-Jährige ist gelernte Juristin.
Die niedersächsischen Fraktionsvize Silvia Breher hat Außenseiterchancen auf das Familienministerium unter Friedrich Merz. Die 51-Jährige ist gelernte Juristin. Im Jahr 2021 war Silvia Breher noch Teil des achtköpfigen „Zukunftsteams“ von dem damaligen Kanzlerkandidaten Armin Laschet. Bereits dort vertrat sie das Thema Familie. Laschet verlor das Rennen um die Kanzlerschaft gegen Olaf Scholz.  © IMAGO/Jakub Porzycki
Die Brandenburger Richterin Sonja Eichwede könnte für die SPD in das Justizministerium einziehen.
Die Brandenburger Richterin Sonja Eichwede könnte nach Medienberichten für die SPD in das Justizministerium einziehen. Sie ist seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestags, seitdem ruht auch ihr Richteramt. Sie ist die Tochter des Historikers und Professors für Politik und Zeitgeschichte Osteuropas Wolfgang Eichwede. Die 37-Jährige hat einen Sohn. ©  IMAGO / dts Nachrichtenagentur
Die CSU hat als Schwesterpartei der CDU Anspruch auf Ressorts in Merz‘ Kabinett. An allererster Stelle ist hier Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef. Er soll ein mächtiges Ministerium wie das Finanz-, Innen- oder Verteidigungsministerium bekommen.
Die CSU hat als Schwesterpartei der CDU Anspruch auf Ressorts in Merz‘ Kabinett. An allererster Stelle ist hier Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef. In Merz neuem schwarz-roten Kabinett soll er ein mächtiges Ministerium wie das Innenministerium bekommen. Dobrindt war bereits von Dezember 2013 bis Oktober 2017 Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Fortsetzung der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD
Die frühere Bundestagspräsidentin Bärbel Bas könnte in Merz schwarz-roter Koalition das Ministerium für Arbeit übernehmen. Ob Soziales mit in das Ministerium aufgefasst wird, bleibt derweil offen. Unterdessen wurde Bas laut Medienberichten, auch als neue Parteivorsitzende der SPD gehandelt. Zuvor hatten bereits Manuela Schwesig und Anke Rehlinger abgelehnt.  © Kay Nietfeld/dpa
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei, darf sich auf einen einflussreichen Posten in der neuen Regierung unter Merz freuen. Denkbar wäre das Innenressort, da Frei in dem Bereich als versiert gilt. Er könnte aber auch Kanzleramtschef werden oder den Fraktionsvorsitz übernehmen.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei, darf sich auf einen einflussreichen Posten in der neuen Regierung unter Kanzler Friedrich Merz freuen. Er könnte in einer schwarz-roten Koalition unter Merz den wichtigen Posten des Kanzleramtschefs übernehmen. Zuvor hielt diesen Posten Wolfgang Schmidt von der SPD inne.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo ist für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei. Er könnte zukünftig im schwarz-roten Kabinett unter Friedrich Merz Staatsminister für Kultur im Bundeskanzleramt werden. Der 54-jährige CDUler würde in dieser Funktion Claudia Roth von den Grünen folgen.  © Jörg Carstensen/dpa
Klara Geywitz (SPD) war unter Olaf Scholz Bauministerin. Sie wird als mögliche Arbeitsministerin in einem Kabinett Merz gehandelt.
Klara Geywitz (SPD) war unter Olaf Scholz Bauministerin. Sie wird als mögliche Arbeitsministerin in einem Kabinett von Kanzler Friedrich Merz gehandelt. Geywitz hatte 2019 erfolglos mit Ex-Kanzler Olaf Scholz um den SPD-Vorsitz kandidiert. Im Dezember 2019 wurde sie zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD.  © IMAGO/Rüdiger Wölk
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet. Nach der verlorenen Wahl wurde Laschet 2022 Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Friedrich Merz plant für sein Kabinett wohl auch ein Digitalministerium. Es wird gemunkelt, dass er es mit einer Expertin oder einem Experten von außen besetzen will. Auf die Beraterin Julia Jäkel würde dies zutreffen.
Friedrich Merz plant für sein schwarz-rotes Kabinett wohl auch ein Digitalministerium. Es wird gemunkelt, dass er es mit einer Expertin oder einem Experten von außen besetzen will. Auf die Beraterin Julia Jäkel würde dies zutreffen. Julia Jäkel ist Managerin und Verlegerin. Sie ist in mehreren Aufsichtsräten aktiv.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Die Chefin des Start-up-Verbandes, Verena Pausder, könnte Digitalministerin in der neuen Regierung von Merz werden. Ihr wird ein gutes Verhältnis zum CDU-Chef nachgesagt.
Die Chefin des Start-up-Verbandes, Verena Pausder, könnte Digitalministerin in der neuen Regierung von Friedrich Merz werden. Ihr wird ein gutes Verhältnis zum CDU-Chef nachgesagt. Die 46-jährige Verena Pausder war im Aufsichtsratsmitglied bei der Commerzbank-Tochter comdirect. © IMAGO/Emmanuele Contini
Merz wird sich auch einen Politiker aus dem großen CDU-Landesverband Niedersachsen als Minister in die Regierung holen. Hendrik Hoppenstedt wäre hierfür ein Kandidat. Er ist parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion und arbeitete unter Angela Merkel im Kanzleramt.
Merz wird sich auch einen Politiker aus dem großen CDU-Landesverband Niedersachsen als Minister in die Regierung holen. Hendrik Hoppenstedt wäre hierfür ein Kandidat. Er ist parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion und arbeitete unter Angela Merkel im Kanzleramt.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Mathias Middelberg (CDU) gilt als Haushaltsexperte. Ist er ein möglicher neuer Finanzminister im Kabinett von Friedrich Merz? Middelberg ist Vize-Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Haushalt, Finanzen und Kommunalpolitik und Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen.
Mathias Middelberg (CDU) gilt als Haushaltsexperte. Ist er ein möglicher neuer Finanzminister im Kabinett von Friedrich Merz? Middelberg ist Vize-Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Haushalt, Finanzen und Kommunalpolitik und Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen.  © IMAGO
Dorothee Bär (CSU) war bei der Bundestagswahl 2025 Stimmkreiskönigin und holte als einzige Kandidatin über 50 Prozent der Erststimmen. Belohnt Merz sie mit einem Ministeramt? Am ehesten käme wohl das Digitalministerium infrage. Bär war schon Digitalstaatsministerin unter Angela Merkel.
Dorothee Bär (CSU) war bei der Bundestagswahl 2025 Stimmkreiskönigin und holte als einzige Kandidatin über 50 Prozent der Erststimmen. Belohnt Friedrich Merz sie mit einem Ministeramt? Am ehesten käme wohl das Bildungsministerium infrage. In dem schwarz-roten Kabinett könnte sie eine sinnvolle Ergänzung darstellen – Regierungserfahrung besitzt sie bereits: Bär war schon Digitalstaatsministerin unter Angela Merkel.  © IMAGO/M. Popow
Als Umweltminister käme Andreas Jung (CD) infrage. Er gilt als Liberaler und stammt aus Baden-Württemberg. Merz will das Umwelt- und Klimaministerium wieder aus dem Wirtschaftsministerium herauslösen.
Als Umweltminister käme Andreas Jung (CD) infrage. Er gilt als Liberaler und stammt aus Baden-Württemberg. Kanzler Friedrich Merz will das Umwelt- und Klimaministerium wieder aus dem Wirtschaftsministerium herauslösen. Der deutsche Rechtsanwalt könnte in diesem schwarz-roten Kabinett eine passende Besetzung sein.  © IMAGO/M. Popow
Dirk Wiese von der SPD wird bei einer schwarz-roten Koalition als neuer Arbeitsminister gehandelt. Wiese ist Vize-Chef der SPD-Bundestagsfraktion. Der gelernte Jurist war früher Mitarbeiter von Franz Müntefering.
Dirk Wiese von der SPD wird bei einer schwarz-roten Koalition als neuer Arbeitsminister gehandelt. Wiese ist Vize-Chef der SPD-Bundestagsfraktion. Der gelernte Jurist war früher Mitarbeiter von Franz Müntefering.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Noch eine mögliche Digitalministerin im Kabinett von Merz: Katrin Suder, Vorsitzende des Digitalrats der Bundesregierung. Sie war früher Unternehmensberaterin.
Noch eine mögliche Digitalministerin im Kabinett von Merz: Katrin Suder, Vorsitzende des Digitalrats der Bundesregierung. Sie war früher Unternehmensberaterin.  © M. Popow via www.imago-images.de
Svenja Schulze
Svenja Schulze könnte Berichten zufolge das Ministerium für Entwicklungshilfe übernehmen. Die 56-jährige SPDlerin wäre für Friedrich Merz schwarz-rotes Kabinett, eine Kandidatin mit Regierungserfahrung. Bis 2021 war Schulze Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland unter Kanzler Olaf Scholz.  © Thomas Banneyer/dpa
Sie gilt als Geheimtipp als mögliche Ministerin: Ex-Verfassungsschützerin Felor Badenberg. Sie ist Justizsenatorin in Berlin. Möglich wären das Justiz- oder Innenressort. Badenberg ist im Iran geboren und wäre eine Kandidatin mit Migrationshintergrund, die Chancen unter Merz hat.
Sie gilt als Geheimtipp als mögliche Ministerin: Ex-Verfassungsschützerin Felor Badenberg. Sie ist Justizsenatorin in Berlin. Möglich wären das Justiz- oder Innenressort. Badenberg ist im Iran geboren und wäre eine Kandidatin mit Migrationshintergrund, die Chancen unter Merz hat.  © IMAGO
Auf Ines Claus (CDU) soll Merz große Stücke halten. Sie wäre eine denkbare Justiz- oder Familienministerin. Claus ist Fraktionschefin in Hessen. Die 47-Jährige ist gelernte Juristin und gilt als konservativ und bodenständig.
Auf Ines Claus (CDU) soll Merz große Stücke halten. Sie wäre eine denkbare Justiz- oder Familienministerin. Claus ist Fraktionschefin in Hessen. Die 47-Jährige ist gelernte Juristin und gilt als konservativ und bodenständig.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Als mögliche Newcomerin in einem Kabinett von Friedrich Merz gilt Dagmar Schmidt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD und Historikerin. Sie könnte Arbeitsministerin werden.
Als mögliche Newcomerin in einem Kabinett von Friedrich Merz gilt Dagmar Schmidt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD und Historikerin. Sie könnte Arbeitsministerin werden.  © IMAGO/Juliane Sonntag
CSU-Mann Klaus Holetschek ist bislang Gesundheitsminister n Bayern. Geht es für ihn im gleichen Amt nach Berlin? Ambitionen auf einen Kabinettsposten unter Merz werden ihm nachgesagt. In der Gesundheitsbranche gilt er als gut vernetzt.
CSU-Mann Klaus Holetschek war bereits Gesundheitsminister in Bayern. Geht es für den Vorsitzenden der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag im gleichen Amt nach Berlin? Ambitionen auf einen Kabinettsposten unter Merz werden ihm nachgesagt. In der Gesundheitsbranche gilt er als gut vernetzt.  © IMAGO/Rolf Poss
Karin Prien kommt innerhalb der CDU als Bildungsministerium infrage. Als Merz während des Wahlkampfs gemeinsam mit der AfD im Bundestag abstimmte, verteidigte Karin Prien ihn leidenschaftlich. Prien ist derzeit Bildungsministerin in Schleswig-Holstein.
Karin Prien kommt innerhalb der CDU als Bildungsministerium infrage, für das schwarz-rote Kabinett infrage. Als Merz während des Wahlkampfs gemeinsam mit der AfD im Bundestag abstimmte, verteidigte Karin Prien ihn leidenschaftlich. Prien ist derzeit Bildungsministerin in Schleswig-Holstein. © IMAGO/teutopress GmbH

Indirekte Kosten der Arbeitslosigkeit: Milliardenlöcher in Steuern und Sozialkassen

Neben den direkten Transferleistungen entgehen dem Staat erhebliche Einnahmen: Die indirekten Kosten durch entgangene Steuern und Sozialbeiträge summierten sich 2023 auf 26,8 Milliarden Euro. Davon fehlten den öffentlichen Kassen 8,9 Milliarden Euro an Steuereinnahmen – vor allem durch ausbleibende Lohnsteuer und geringere Konsumausgaben Arbeitsloser. Den Sozialversicherungen entgingen 18 Milliarden Euro, wobei die Rentenversicherung mit 9,9 Milliarden Euro den größten Ausfall verzeichnete.

Arbeitslosigkeit sei nicht nur eine soziale, sondern auch eine fiskalische Hypothek, betont das IAB. Die Forschenden berechneten die Mindereinnahmen basierend auf dem durchschnittlichen Einkommen, das Arbeitslose bei einer Beschäftigung erzielen würden.

9,9 Mrd. Euro Mindereinnahmen: Arbeitslosigkeit lässt Beitragsausfälle explodieren. Gleichzeitig fordert die Wirtschaft Senkungen der Sozialabgaben.

Prognosen für die Wirtschaft und die Arbeitslosenzahlen: Düstere Aussichten für 2024 und 2025

Aktuelle Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass die Arbeitslosenzahl im Februar 2025 bei 2,989 Millionen lag – saisonbereinigt ein Anstieg um 5.000 zum Vormonat. Zwar sank die Zahl im Vergleich zum Januar leicht, im Jahresvergleich stieg sie jedoch um 175.000. Das IAB prognostiziert für 2025 durchschnittlich 2,92 Millionen Arbeitslose, 140.000 mehr als 2024. Die deutsche Wirtschaft stecke in einer Schwächephase fest, warnt IAB-Forscher Enzo Weber laut br24.de. Das Institut rechnet 2025 nur mit einem Wachstum von 0,2 Prozent.

Gründe sind neben der Konjunkturflaute die Transformationskrise: Die Umstellung auf klimaneutrale Produktion und die Digitalisierung kosten Jobs, vor allem im verarbeitenden Gewerbe. Hier wurden 2024 über 100.000 sozialversicherungspflichtige Stellen abgebaut, so der BR, während der Öffentliche Dienst und der Gesundheitssektor Zuwächse verzeichneten.

Deutscher Arbeitsmarkt unter Druck: Kurzarbeit und sinkende Stellenangebote

Die konjunkturelle Schwäche spiegelt sich auch in der Kurzarbeit wider: Im Dezember 2024 erhielten 222.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld, davon 80 bis 90 Prozent in der Industrie. Gleichzeitig sank die Nachfrage nach Arbeitskräften dramatisch: Im Februar 2025 meldeten Unternehmen nur noch 639.000 offene Stellen – ein Rückgang um 67.000 im Jahresvergleich.

Die Jobchancen seien so schlecht wie seit 20 Jahren nicht mehr, sagt BA-Vorstand Daniel Terzenbach laut dem Handelsblatt. Besonders betroffen sind Männer in industriellen Berufen und ältere Arbeitslose. Die Langzeitarbeitslosigkeit kletterte über die Marke von einer Million – jeder dritte Arbeitslose sucht seit mindestens einem Jahr erfolglos nach Arbeit.

Wirtschaft und Politik: Forderungen nach Entlastung und Reformen

Während das Bundesarbeitsministerium die „Widerstandsfähigkeit“ des Arbeitsmarktes betont – die Beschäftigung liegt mit 35 Millionen sozialversicherungspflichtigen Jobs auf hohem Niveau –, mehrt sich Kritik aus der Wirtschaft. Arbeit und Leistung müssten sich mehr lohnen als Nicht-Arbeit, forderte unlängst Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) drängt auf Senkungen der Sozialabgaben und Reformen im Rentensystem, um Unternehmen zu entlasten.

Das IAB empfiehlt zudem, den Anpassungsmechanismus der Bürgergeld-Regelsätze zu reformieren: Statt jährlicher Sprünge soll eine kontinuierliche Inflationsanpassung überschießende Erhöhungen verhindern.

Kann eine neue Große Koalition unter Friedrich Merz die Kosten für Arbeitslosigkeit in den Griff bekommen und wichtige Reformen anstoßen?

Deutschlands Arbeitslosenkosten: Kein Rückfall in die 2000er, aber neue Risiken

Trotz der aktuellen Entwicklung liegen die Kosten der Arbeitslosigkeit mit 1,61 Prozent des BIP (2023) deutlich unter dem Niveau von 2005 (3,2 %). Damals belasteten die Folgen der Agenda-2010-Reformen und der globalen Wirtschaftskrise die Haushalte. Allerdings warnen Ökonomen vor neuen Risiken: Die Rücklagen der BA, die während der Corona-Krise aufgebraucht wurden, liegen erst bei 3 Milliarden Euro – weit unter der empfohlenen Mindestreserve von 0,65 % des BIP.

Die steigende Arbeitslosigkeit wird zur finanziellen und sozialen Zerreißprobe. Während die Kosten für Bürgergeld und Co. die Haushalte strapazieren, fehlen Milliarden an Steuern und Sozialbeiträgen. Die nächste Bundesregierung steht vor der Aufgabe, die Transformation der Industrie zu begleiten, ohne die Staatsfinanzen zu überlasten – und gleichzeitig die Sozialsysteme vor dem Kollaps zu bewahren.

Ohne klare wirtschaftspolitische Impulse droht die Arbeitslosigkeit zum Dauerproblem zu werden, resümiert das IAB. Die Zeit drängt: Bereits 2024 könnten die Kosten die Marke von 70 Milliarden Euro überschreiten.

Fachkräftemangel vs. Arbeitslosigkeit: Ein paradoxes Dilemma

Pikant: Trotz hoher Arbeitslosenzahlen klagen Unternehmen weiter über 500.000 fehlende Fachkräfte – ein scheinbarer Widerspruch. Die Erklärung liegt in der Qualifikationslücke: Laut Bundesagentur für Arbeit, so die Zeit, suchen über 50 Prozent der Arbeitslosen Jobs auf Helferniveau, doch 80 Prozent der offenen Stellen erfordern Fachkenntnisse. Es passen die Profile nicht zusammen, analysiert Enzo Weber vom IAB in der Zeit. So kommen auf jede Helferstelle neun Bewerber, bei Fachstellen sind es nur zwei.

Besonders betroffen ist die Industrie: Zwar baut sie Stellen ab – allein 2024 über 100.000 im verarbeitenden Gewerbe –, doch gleichzeitig fehlen Fachkräfte für Zukunftstechnologien wie Wasserstoff oder E-Mobilität. Der typische Industriefacharbeiter wird nicht zum Pfleger, sondern braucht Umschulung für neue Technologien, erläutert Weber sinngemäß in der Zeit. Statt Entlassungen fordert das IAB Qualifizierungsoffensiven, um die Transformation zu meistern.

Langzeitarbeitslosigkeit und Strukturwandel: Teufelskreis aus Kosten und Mangel

Die steigende Langzeitarbeitslosigkeit (über 1 Million Betroffene) verschärft das Problem: Je länger Menschen ohne Job sind, desto schwerer gelingt der Wiedereinstieg – besonders in hochqualifizierte Bereiche. Gleichzeitig entstehen zwar Jobs im Gesundheitswesen (+180.000 in 2024) oder öffentlichen Dienst, doch diese bieten oft geringere Löhne und Wertschöpfung.

„Wir können auf Dauer nicht in erster Linie davon leben, uns gegenseitig zu pflegen oder zu unterrichten“, warnt Holger Schäfer vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) gegenüber der Zeit. Ohne Investitionen in Industrie-Innovationen drohe ein Teufelskreis: sinkende Produktivität, steigende Sozialkosten und verfestigte Arbeitslosigkeit.

Rubriklistenbild: © Foto rechts: IMAGO / Christian Ender | Foto links: IMAGO/Christoph Hardt

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