Überraschende Entwicklung
Trotz schwacher Wirtschaft: Zahl der Arbeitslosen bleibt unter wichtiger Marke
Die deutsche Wirtschaft schwächelt. Überraschend geht die Arbeitslosigkeit dagegen zurück. Damit bleibt sie unter einer wichtigen Marke.
Nürnberg – Die deutsche Wirtschaft schwächelt und hat mit strukturellen Umbrüchen zu kämpfen. Dazu zeichnet sich ein Handelskonflikt mit den USA und China ab, der ebenfalls Folgen haben wird. Zahlreiche Unternehmen mussten bereits Stellen abbauen, dementsprechend schwierig ist die Lage am Arbeitsmarkt.
Arbeitslosigkeit bleibt unter wichtiger Marke – und geht leicht zurück
Trotzdem ist die Zahl der Arbeitslosen im Februar gefallen und unter der symbolisch wichtigen Marke von drei Millionen geblieben. Sie lag bei 2,989 Millionen und damit um 3000 niedriger als im Januar, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg am Freitag, 28. Februar, mitteilte. Im Vergleich zum Februar 2024 gibt es dennoch 175.000 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote lag wie im Januar bei 6,4 Prozent.
| Arbeitslosenzahl im Februar | 2.989.000 (-3000) |
|---|---|
| Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich | +175.000 |
| Arbeitslosenquote | 6,4 Prozent (unverändert) |
„Die konjunkturelle Schwäche bleibt auch im Februar am Arbeitsmarkt sichtbar“, sagte Vorstand Daniel Terzenbach. Saisonbereinigt erhöhte sich die Zahl der Menschen ohne Job im Februar im Vergleich zum Vormonat sogar um 5000.
Arbeitslose haben es bei der Jobsuche schwer – dagegen boomt die Kurzarbeit weiter
Bei der Kurzarbeit verzeichnete die BA weiterhin ein erhöhtes Niveau. Nach den vorläufigen hochgerechneten Zahlen von Dezember 2024 erhielten 222.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Vom 1. bis zum 24. Februar zeigten Unternehmen den aktuellen Zahlen zufolge außerdem für 55.000 Beschäftigte Kurzarbeit an – und damit ungefähr für genauso viele wie im Vormonat. Wie viele Menschen davon tatsächlich Kurzarbeit in Anspruch nehmen, lässt sich vorab jedoch nicht sagen.
Wer Arbeit sucht, hat es weiterhin schwer. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist laut Arbeitsagentur weiter zurückgegangen. Im Februar waren laut der BA 639.000 offene Stellen gemeldet – 67.000 weniger als vor einem Jahr. Entsprechend erhielten 101.000 Menschen mehr als vor einem Jahr Arbeitslosengeld. Insgesamt sind das laut BA-Hochrechnung nun 1,035 Millionen.
Die Zahl der Bürgergeld-Bezieher ist laut der Hochrechnung um 37.000 gesunken. Insgesamt gebe es 3,97 Millionen erwerbsfähige Leistungsberechtigte.
Zahl der Erwerbstätigen ist gefallen – um 351.000 Personen im Vergleich zu Dezember
Auch die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland Anfang 2025 gesunken, wie das Statistische Bundesamt ebenfalls am Freitag, 28. Februar, mitteilte. Im Januar gingen 45,6 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland einer Arbeit nach. Im Vergleich zu Dezember ist die Zahl der Beschäftigten um 351.000 Personen oder 0,8 Prozent zurückgegangen. Das ist allerdings für die Saison üblich. Doch auch der Vergleich mit dem Vorjahresmonat zeigt einen Rückgang – um 37.000 Beschäftigte. Die Behörde beziffert die Erwerbslosenquote auf 3,7 Prozent – im Vergleich zu 3,2 Prozent im Januar 2024.
Saisonbereinigt sind es laut der Behörde 9000 Erwerbstätige weniger. Dagegen war die Erwerbstätigkeit in den Monaten Oktober bis Dezember 2024 um durchschnittlich 7000 Menschen gestiegen. (mit dpa)
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