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US-Präsident gegen kriminelles „Rattenloch“
Trump will Nationalgarde auch in Chicago einsetzen: Gouverneur warnt vor drohender „Invasion“
Chicago rüstet sich gegen Militäreinsätze: Bürgermeister Johnson blockiert Trumps Vorhaben – die Straftaten nehmen ab, was Trumps Aussagen widerlegt.
Update, 1. September, 5.48 Uhr: Der Gouverneur des US-Bundesstaats Illinois, JB Pritzker, hat die von US-Präsident Donald Trump geplante Entsendung der Nationalgarde nach Chicago als „Invasion“ bezeichnet. Weder der Präsident noch Vertreter seiner Regierung hätten ihn oder andere Verantwortliche in Illinois oder Chicago wegen der Pläne kontaktiert, sagte der Politiker der oppositionellen Demokraten am Sonntag im Sender CBS. Es sei also „klar“, dass sie „insgeheim eine Invasion mit US-Truppen“ planten, fügte Pritzker hinzu.
„Wollen keine Panzer auf unseren Straßen“: Chicago rüstet sich gegen Trump
Erstmeldung: Chicago – Eine weitere Stadt rüstet sich vor einem möglichen militarisierten Eingreifen der US-Regierung. Bürgermeister Brandon Johnson zeigt sich entschlossen und gibt den Behörden der Stadt klare Anweisungen, um die Einwohner zu schützen. Er erteilt dem US-Präsidenten eine klare Absage an bewaffnete Patrouillen auf den Straßen.
Johnson gegen Trump: „Wir wollen keine Panzer auf unseren Straßen sehen.“
Der Bürgermeister von Chicago hat vor einem militarisierten Eingreifen von US-Präsident Donald Trump in der Millionenstadt gewarnt. In der Hauptstadt Washington wurde die Nationalgarde bereits eingesetzt. Mit Blick darauf stellte der demokratische Bürgermeister Brandon Johnson klar: „Wir wollen keine Panzer auf unseren Straßen sehen.“
Auf Befehl der Trump-Regierung könnten Chicago verstärkte Kontrollen von Aufenthaltstiteln drohen, wie er warnt. „Möglicherweise werden auch Truppen der Nationalgarde eingesetzt. Möglicherweise werden sogar aktive Militärangehörige und bewaffnete Fahrzeuge auf unseren Straßen zu sehen sein“, zitierte die Deutsche Presse-Agentur den Bürgermeister.
Aus diesen Gründen unterzeichnete der Bürgermeister ein Dekret, mit dem alle Abteilungen der Stadtverwaltung angewiesen werden, die Einwohner vor Maßnahmen der Bundesregierung zu schützen. Konkret: Die Polizei soll bei Patrouillen nicht mit dem Militär zusammenarbeiten.
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Möglicher Militäreinsatz in „Rattenloch“: Chicago nach Washington dran sein
Chicagos Bürgermeister bezog sich bei der Unterzeichnung der Verordnung auf glaubwürdige Berichte. Nach diesen habe die Stadt nur noch Tage und nicht Wochen Zeit, bis die Trump-Regierung militärisch intervenieren würde. Er forderte den US-Präsidenten vehement zu einem Kurswechsel auf.
Der Präsident ließ jüngst erkennen, dass Chicago die nächste Stadt sein könnte, in der aus seiner Sicht Ordnung geschafft werden müsste. Seiner Ansicht nach ist die Kriminalität außer Kontrolle geraten, was die Stadt bestreitet. In Washington hatte Trump vor zwei Wochen die Nationalgarde aktiviert und die Polizei unter Bundeskontrolle gestellt.
Der Präsident bezeichnete Washington als „Rattenloch“. Unabhängig davon gab es an manchen Orten der Stadt Razzien gegen Migranten. Trump will die seiner Meinung nach ausufernde Kriminalität bekämpfen. Statistiken widersprechen seiner Analyse.
Kriminalität in Chicago sinkt, trotz Trumps Nationalgarde-Pläne
Entgegen der Darstellungen des US-Präsidenten sinkt derzeit die Kriminalität in ganz Amerika. Die New York Times zum Beispiel bezog sich auf eine neue Analyse des Council on Criminal Justice, das zeige, dass die Mehrheit der Verbrechen in 42 US-Städten zurückgehen. So sind auch die Mordraten in den Vereinigten Staaten in diesem Jahr weiterhin stark gesunken.
Die Analyse deutet darauf hin, dass sich der breite Kriminalitätsanstieg, der während der Pandemie stattfand, weitgehend umgekehrt hat. Von 13 vom Council verfolgten Kriminalitätskategorien liegt nur eine – Autodiebstahl – noch höher als 2019, dem Jahr vor der Pandemie.
Einige der größten Städte mit historisch hohen Mordraten verzeichneten jedoch viel größere Rückgänge. So auch Chicago, dessen Mordrate im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um 33 Prozent gesunken ist. Auch andere schwere Verbrechen wie Raubüberfälle und schwere Körperverletzung gingen deutlich zurück. Chicago galt seit einigen Jahren als Amerikas gefährlichste Stadt, und besitzt die zweitgrößte Polizeibehörde des Landes mit über 12.000 Beamten.
Autoritärer Spielplatz? Trump auf wandelt mit Nationalgarde an der Grenze
Die Hauptstadt Washington bekam Trumps Bemühungen bereits zu spüren: Er schaltete die Nationalgarde ein, außerdem entsandten mehrere von Republikanern regierte Bundesstaaten zusätzliche Gardetruppen. Einige der Soldaten, die nun etwa in Ausgehvierteln und touristischen Gegenden das Stadtbild mitprägen, tragen seit einigen Tagen auch Waffen. Trump hat die örtliche Polizei der Hauptstadt vorläufig unter Bundesaufsicht gestellt, wogegen allerdings juristisch vorgegangen wird.
Kritiker warnen, dass Trump Washington als Experimentierfeld für einen autoritären Regierungsstil nutze. Die Maßnahme ist auch umstritten, da Washington wie Chicago zuletzt einen Rückgang der Kriminalität verzeichnen konnte. Wie die Neue Zürcher Zeitung unter Berufung auf das FBI berichtet, belegte die Hauptstadt Platz sieben der US-Städte mit der höchsten Anzahl an Gewaltverbrechen 2024. (kox/dpa)