Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Washington nur der Anfang?

Trump droht Demokraten-Hochburgen mit Nationalgarde: Bewaffnete Soldaten in US-Städten

Erst Washington, danach Chicago: Trump droht demokratischen US-Städten mit der Nationalgarde. Der Militäreinsatz ist ein Tabubruch. Was steckt dahinter?

Update vom 24. August, 11.40 Uhr: Das Pentagon will einem Bericht der Washington Post zufolge bereits im September auch in Chicago die Nationalgarde im Kampf gegen Kriminalität einsetzen. Die Planung umfasse mehrere Optionen, darunter die Entsendung einiger Tausend Angehöriger der zum US-Heer gehörenden militärischen Reserveeinheit in die drittgrößte US-Stadt im Bundesstaat Illinois, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Beamte. Das Weiße Haus und das Pentagon lehnten laut Zeitung eine Stellungnahme ab. 

Nationalgarde in Chicago: Trump hat weitere Pläne

Erstmeldung: Washington – Bewaffnete Soldaten der Nationalgarde stehen an Kreuzungen. Sie kontrollieren die Eingänge zu den U-Bahnstationen. Unterstützt werden sie von FBI-Beamten und Mitarbeitern der Einwanderungsbehörde. Zusammen halten sie Ausschau nach Obdachlosen und Kriminellen. Den vielen Berichten zufolge gleicht Washington D.C. in diesen Tagen einer militärischen Festung. Und wenn es nach US-Präsident Donald Trump geht, dann wird sich das Bild auch in weiteren demokratisch geführten US-Städten demnächst in diese Richtung ändern.

Brennende Autos, Tränengas, Nationalgarde: Proteste in L.A. gegen Trump eskalieren

Alles begann mit einer Razzia der US-Einwanderungsbehörde ICE, jetzt brennen Autos und die Nationalgarde ist im Einsatz. In Los Angeles demonstrieren seit Samstag Menschen überwiegend friedlich, teils gewaltsam, gegen die das ICE. Im Foto steht ein Demonstrant auf einem brennenden Waymo-Taxi in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles.
Alles begann mit Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE in Teilen von Los Angeles mit hoher Latino-Bevölkerung, jetzt brennen Autos und die Nationalgarde ist im Einsatz. In Los Angeles demonstrieren seit Freitag Menschen überwiegend friedlich, teils gewaltsam, gegen die das ICE. Im Foto steht ein Demonstrant auf einem brennenden Waymo-Taxi in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles.  © Eric Thayer/dpa
Die US-Behörde „Immigration and Customs Enforcement“ (ICE) ist eine Strafverfolgungsbehörde in den Vereinigten Staaten von Amerika.
imago821986540.jpg © IMAGO/Ana Milena Varón
Polizeibeamte aus Los Angeles patrouillieren in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt. Demonstranten protestierten gegen Operationen der Bundeseinwanderungsbehörde ICE am 7. Juni, bei der sie Dutzende von Menschen festgenommen hatte.
Polizeibeamte aus Los Angeles patrouillieren in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt. Demonstranten protestierten gegen Operationen der Bundeseinwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) am 6. Juni, bei der sie Dutzende von Menschen festgenommen hatte. © Eric Thayer/dpa
Eine Frau schwenkt die mexikanische Flagge, als während einer Demonstration in der Innenstadt von Los Angeles Flammen aus einem brennenden Müllcontainer auflodern.
Es gab zudem Berichte über eine Razzia in einer Home-Depot-Filiale im Stadtteil Paramount, die Behörden zufolge jedoch falsch sein sollen. Im Bild schwenkt eine Frau die mexikanische Flagge, als während einer Demonstration in der Innenstadt von Los Angeles Flammen aus einem brennenden Müllcontainer auflodern.  © Ethan Swope/dpa
Ein Waymo Taxi wird mutwillig zerstört, während ein anderes in der Nähe des Metropolitan Detention Center brennt.
Ein Waymo Taxi wird mutwillig zerstört, während ein anderes in der Nähe des Metropolitan Detention Center brennt.  © Jae C. Hong/dpa
Ein am Montag, den 9. Juni 2025, zur Verfügung gestelltes Bild der 9News US-Korrespondentin Lauren Tomasi, bevor sie von einem Gummigeschoss getroffen wird, das von einem Polizisten während der gewalttätigen Proteste in Los Angeles im Rahmen von Razzien gegen Einwanderer abgefeuert wurde.
Ein am Montag, den 9. Juni 2025, zur Verfügung gestelltes Bild der 9News US-Korrespondentin Lauren Tomasi, bevor sie von einem Gummigeschoss getroffen wird, das von einem Polizisten während der gewalttätigen Proteste in Los Angeles im Rahmen von Razzien gegen Einwanderer abgefeuert wurde. © 9news Australia/dpa
Eine Demonstrantin wird in der Innenstadt von Los Angeles festgenommen.
Eine Demonstrantin wird in der Innenstadt von Los Angeles von zwei Polizisten festgenommen.  © Eric Thayer/dpa
Polizisten und Soldaten der kalifornischen Nationalgarde stehen vor dem Los Angeles Federal Detention Center Wache. Seit Tagen wird in Kalifornien gegen Operationen der US-Einwanderungsbehörde ICE protestiert.
Polizisten und Soldaten der kalifornischen Nationalgarde stehen vor dem Los Angeles Federal Detention Center Wache. US-Präsident Donald Trump hatte 2000 Gardisten zum Einsatz in Los Angeles zitiert und damit gleichzeitig die Proteste eskaliert sowie den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom übergangen. © Qiu Chen/dpa
Eine Demonstrantin in Los Angeles protestiert gegen die Abschiebe-Politik Donald Trumps mit einer umgedrehten US-Nationalflagge
Eine Demonstrantin in Los Angeles protestiert gegen die Abschiebe-Politik Donald Trumps mit einer umgedrehten US-Nationalflagge. Das umgedrehte „Sternenbanner“ nutzten einst Seeleute als Notsignal. Im Zuge des Vietnam-Kriegs ist es während der 1960er Jahre zu einem Symbol des politischen Protests geworden. © imago
Matt Hobbs benutzt Milch, nachdem er in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles mit Tränengas beschossen wurde. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Matt Hobbs benutzt Milch, nachdem er bei Anti-ICE-Protesten in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles mit Tränengas beschossen wurde.  © Jae C. Hong/dpa
Eine Blitzbombe explodiert auf dem 101 Freeway in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Eine Blitzbombe explodiert auf dem 101 Freeway in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles während der Anti-ICE-Proteste. © Eric Thayer/dpa
Die aktuellen Proteste in Los Angeles erinnern bereits jetzt an die Unruhen in L.A. im Jahr 1992.
Die aktuellen Proteste in Los Angeles erinnern bereits jetzt an die Unruhen in L.A. im Jahr 1992. Diese begannen am 29. April, als vier weiße Polizisten, die der Misshandlung des schwarzen Rodney Kings angeklagt waren, freigesprochen wurden. Die Empörung vor allem der innerhalb der afroamerikanischen Bevölkerung weitete sich zu tagelangen Protesten aus. 53 Menschen starben im Zuge der Gewaltausbrüche. © imago
Soldaten der kalifornischen Nationalgarde feuern Tränengas und Gummigeschosse auf Demonstranten. Seit Tagen wird in Kalifornien gegen Operationen der US-Einwanderungsbehörde ICE protestiert.
Soldaten der kalifornischen Nationalgarde feuern Tränengas und Gummigeschosse auf Demonstranten.  © Daniel Powell/dpa
Ein Demonstrant wird von der Polizei in der Innenstadt von Los Angeles festgenommen. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Ein Demonstrant wird von der Polizei in der Innenstadt von Los Angeles festgenommen. © Eric Thayer/dpa
Rauchbomben explodieren in der Innenstadt. Bis spät in die Nacht versammeln sich Demonstranten in der Innenstadt von Los Angeles und fordern ein Ende der jüngsten Razzien gegen Einwanderer und den Einsatz von Truppen der Nationalgarde.
Rauchbomben explodieren in der Innenstadt. Bis spät in die Nacht versammeln sich Demonstranten in der Innenstadt von Los Angeles und fordern ein Ende der jüngsten Razzien gegen Einwanderer und den Einsatz von Truppen der Nationalgarde. © Matthew Hoen/dpa
Rauch liegt in der Luft, als Demonstranten sich mit CHP-Beamten anlegen, nachdem sie den 101 Freeway in der Innenstadt besetzt haben, um gegen die Durchsuchung von Einwanderern zu protestieren.
Rauch liegt in der Luft, als Demonstranten sich mit Beamten anlegen, nachdem sie den 101 Freeway in der Innenstadt von Los Angeles besetzt haben, um gegen die Durchsuchung von Einwanderern zu protestieren. © Jill Connelly/dpa
Rauch füllt die Straße, als Demonstranten während einer Demonstration im Paramount-Viertel von Los Angeles den Grenzschutzbeamten gegenüberstehen. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Rauch füllt die Straße, als Demonstranten während einer Demonstration im Paramount-Viertel von Los Angeles den Grenzschutzbeamten gegenüberstehen.  © Eric Thayer/dpa
Polizisten stehen in Bereitschaft während einer Demonstration in Paramount, einem Stadtteil von Los Angeles. Die Demonstranten protestieren gegen die Operation der Bundeseinwanderungsbehörde vom Vortag bei der die Behörden Dutzende von Menschen festgenommen hatten.
Polizisten stehen in Bereitschaft während einer Demonstration in Paramount, einem Stadtteil von Los Angeles.  © Eric Thayer/dpa
Polizeibeamte stehen während einer Demonstration am 8. Juni 2025 unter einer Überführung in Los Angeles, Kalifornien. Nach einer Reihe von aggressiven Einwanderungsoperationen in Los Angeles eskalierten die Spannungen, als Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) eine Razzia durchführten.
Polizeibeamte stehen während einer Demonstration am 8. Juni 2025 unter einer Überführung in Los Angeles, Kalifornien. Nach einer Reihe von aggressiven Einwanderungsoperationen in Los Angeles eskalierten die Spannungen, als Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) eine Razzia durchführten. © David Pashaee/imago
Demonstranten knien während einer Demonstration in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025 auf dem Freeway.
Demonstranten knien während einer Demonstration in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025 auf dem Freeway. © David Pashaee/imago
Ein Demonstrant steht mit einer US-Flagge in der Hand vor einer Reihe von Polizeibeamten während einer Demonstration in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025.
Ein Demonstrant steht mit einer US-Flagge in der Hand vor einer Reihe von Polizeibeamten während einer Demonstration in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025. © David Pashaee/imago
Fans haben auf der Tribüne Protestschilder gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE beim MLS-Spiel zwischen dem Los Angeles Football Club und Sporting Kansas City im BMO Stadium aufgespannt. Seit Tagen wird in Kalifornien gegen Operationen von ICE protestiert.
Fans haben auf der Tribüne Protestschilder gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE beim MLS-Spiel zwischen dem Los Angeles Football Club und Sporting Kansas City im BMO Stadium aufgespannt. Seit Tagen wird in Kalifornien gegen Operationen von ICE protestiert. © Javier Rojas/dpa
Truppen der kalifornischen Nationalgarde versammeln sich am dritten Tag der Proteste gegen ICE und die Einwanderungspolitik von Donald Trump vor einem Bundesgefängnis in der Innenstadt von Los Angeles.
Truppen der kalifornischen Nationalgarde versammeln sich am dritten Tag der Proteste gegen ICE und die Einwanderungspolitik von Donald Trump vor einem Bundesgefängnis in der Innenstadt von Los Angeles. © Jonathan Alcorn/imago
Ein Radfahrer fährt während der Proteste in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025 an einem brennenden Auto vorbei.
Ein Radfahrer fährt während der Proteste in Los Angeles, Kalifornien, am 8. Juni 2025 an einem brennenden Auto vorbei. © Sahab Zaribaf/imago
Am dritten Tag der Proteste gegen den ICE und die Einwanderungspolitik von Donald Trump kommt es in der Innenstadt von Los Angeles zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und den Ordnungskräften.
Am dritten Tag der Proteste gegen den ICE und die Einwanderungspolitik von Donald Trump kommt es in der Innenstadt von Los Angeles zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und den Ordnungskräften. © Jonathan Alcorn/imago
Demonstranten marschieren zum Metropolitan Detention Center während einer Demonstration gegen ICE und Einwanderungsrazzien in Los Angeles.
Demonstranten marschieren zum Metropolitan Detention Center während einer Demonstration gegen ICE und Einwanderungsrazzien in Los Angeles. © Jim Ruymen/imago
Demonstranten marschieren zum Metropolitan Detention Center während einer Demonstration gegen ICE und Einwanderungsrazzien in Los Angeles.
Demonstranten marschieren zum Metropolitan Detention Center während einer Demonstration gegen ICE und Einwanderungsrazzien in Los Angeles. © Jim Ruymen/imago
LAPD-Beamte schlagen mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein.
LAPD-Beamte schlagen mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein. © Daniel Powell/imago

Erst Washington, dann Chicago: Trump will Einsatz der Nationalgarde auf US-Städte ausweiten

Nach seinem Vorstoß, Washington D.C. unter Bundeskontrolle zu stellen, plant US-Präsident Donald Trump die Ausweitung der Nationalgarde-Einsätze. „Wir werden unsere Städte sehr, sehr sicher machen“, zitierte die Nachrichtenagentur AFP den Mann im Weißen Haus. „Ich denke, Chicago wird unser nächstes Ziel sein, und dann werden wir New York helfen.“ Alle drei Städte werden von Demokraten regiert.

Trump hatte vergangene Woche 1900 Nationalgardisten und weitere Sicherheitskräfte nach Washington entsandt. Er begründete den Nationalgarde-Einsatz mit der Bekämpfung von angeblicher massiver Kriminalität und stellte die örtliche Polizei unter Regierungskontrolle. Die Darstellung der Sicherheitslage durch die Trump-Administration steht jedoch im deutlichen Widerspruch zu den Angaben der lokalen Behörden. Zwar stellen Gewaltverbrechen, häufig im Zusammenhang mit Drogenhandel, in einigen armen Vierteln weiterhin ein Problem dar. Doch Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser betonte, die Kriminalität sei auf einem 30-Jahres-Tief.

Einsatz von Soldaten im Inneren: Trump beschwört als Law-and-Order-Präsident Chaos herauf

Wer hat also recht? Während die lokale Politik die Entsendung der Nationalgarde als Machtmissbrauch klassifizieren, treibt die Regierung den Einsatz von Soldaten im Inneren unverdrossen weiter. Wie der Spiegel berichtet, lässt Trump sein Social-Media-Team aufwendige Videos produzieren, die sein hartes Durchgreifen belegen sollen. Für Aufmerksamkeit sorgte dabei in den vergangenen Tagen vor allem ein Clip. Er zeigt die Festnahme von Sean Charles Dunn, einem ehemaligen Mitarbeiter des Justizministeriums, dem vorgeworfen wird, ein Sandwich auf einen Bundespolizisten geworfen zu haben.

Am vergangenen Donnerstag wollte Trump dann selber die aus seiner Sicht unhaltbaren Zustände in der Hauptstadt offenlegen. Angekündigt war ein Rundgang mit der Nationalgarde in der Nacht. Doch daraus wurde nichts. Angeblich aus Sicherheitsgründen, wie Trumps Team groß erklärte. Statt einer Trump-Patrouille mit der Nationalgarde gab es dann auf X viele Videos mit Trump, der sich über die Sicherheitslage in Washington ausließ und der versprach, die Stadt und die Parks wieder zu befrieden – und zu begrünen. Denn er verstehe als Besitzer vieler Golf-Clubs „viel von Gras“, tönte der Präsident.

Die Nationalgarde der USA – was ist das?

Die US-Nationalgarde (United States National Guard) ist eine paramilitärische Reserveeinheit, die eine Sonderstellung zwischen Bundesebene und Einzelstaaten einnimmt. Sie wurde 1903 durch den Militär Act in ihrer heutigen Form gegründet und besteht aus zwei Teilstreitkräften: der Army National Guard (rund 325.000 Soldaten) und der Air National Guard (rund 105.000 Soldaten).

Die Nationalgarde untersteht normalerweise den jeweiligen Gouverneuren der 50 Bundesstaaten sowie des Hauptstadtdistrikts Washington D.C. Bei nationalen Notfällen oder Kriegszeiten kann jedoch der US-Präsident das Kommando übernehmen und die Einheiten „föderalisieren“. Die Garde wird primär bei Katastrophenhilfe (Waldbrände, Hurrikane, Überschwemmungen), zur inneren Sicherheit bei Unruhen und zum Schutz kritischer Infrastruktur eingesetzt.

Anders als die regulären Streitkräfte sind Nationalgardisten meist Teilzeitsoldaten, die normalerweise ein Wochenende pro Monat und zwei Wochen jährlich Dienst leisten. Die Bewaffnung im Inland ist ungewöhnlich und bedarf besonderer Anordnung.

Bewusste Inszenierung? Kritiker sehen hinter Trumps Nationalgarde-Plan gefährliche Strategie

Kritiker warfen ihm daraufhin eine bewusste Inszenierung vor. Trump wolle bewusst Chaos heraufbeschwören, um sich als Law-and-Order-Präsident in seiner Wählerschaft beliebt zu machen, hieß es. Denn: Trumps Vorgehen ist nicht neu. Im Juni hatte Trump gegen den Willen des kalifornischen Gouverneurs 4000 Nationalgardisten nach Los Angeles entsendet. Offiziell, um Proteste unter Kontrolle zu bringen. Doch für den Wahlrechts-Anwalt der Demokratischen Partei, Marc Elias, steckt dahinter ein Testlauf, wie das ZDF berichtet. „Es wird sich von Stadt zu Stadt ausbreiten, dann in den Vororten, dann in ländlichen Regionen, bis Donald Trump das Gefühl hat, dass er die volle Autorität über alle Strafverfolgungsbehörden in diesem Land hat“, sagte Elias dem Sender.

Ärger mit Nationalgarde: Anders als in Los Angeles kommt es in Washington nicht zu Zusammenstößen

Im Juni hatte Trump bereits in Los Angeles Nationalgarde und Marineinfanteristen gegen Proteste zu seiner Einwanderungspolitik mobilisiert. Es war der erste Einsatz der Nationalgarde gegen den Willen örtlicher Behörden seit 60 Jahren. In Kalifornien hatte sich nachts immer wieder Protest geregt. Vereinzelt kam es zu Ausschreitungen mit der Nationalgarde, was für die Trump-Regierung eine willkommene Steilvorlage war.

Droht mit dem Einsatz von der Nationalgarde in US-Städten: US-Präsident Donald Trump.

Im Gegensatz dazu verhält es sich trotz der starken Militärpräsenz in Washington aber noch ruhig. Kritiker gibt es viele. Doch offensichtlich wollen sich die Bewohnerinnen und Bewohner nicht provozieren lassen. Statt lautstarken Widerstand würden sie auf „Free DC“-Sticker und beschriftete T-Shirts setzen, berichtet der Spiegel. Kundgebungen würden sich zudem nach kurzer Zeit wieder auflösen.

Eskalation in US-Städten: Trump lässt Nationalgarde-Soldaten bewaffnen

Trotzdem dreht die Trump-Regierung weiter an der Eskalationsspirale. So sollen die in Washington stationierten Nationalgardisten bald bewaffnet werden. „Auf Anweisung des Verteidigungsministers werden Mitglieder der JTF-DC, welche die Mission zur Senkung der Kriminalitätsrate in der Hauptstadt unseres Landes unterstützen, bald mit ihren Dienstwaffen im Einsatz sein“, sagte ein Verteidigungsbeamter laut der Nachrichtenagentur dpa. Zunächst sollten die Waffen aber nur „bei Bedarf verfügbar“ bleiben.

Rubriklistenbild: © Julia Demaree Nikhinson/Jacquelyn Martin/dpa/Montage

Kommentare