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Ärger im Trump-Lager
Wegen Epstein: „Egoistische Menschen” – Trump greift MAGA-Kritiker an
Der Fall Jeffrey Epstein sorgt noch Jahre nach dessen Tod für politischen Ärger. Nun könnte er einen Keil zwischen Donald Trump und dessen Anhänger treiben.
Washington, D.C. – Eine mögliche Verstrickung von US-Präsident Donald Trump in den Fall Jeffrey Epstein wühlt dessen bislang treue Basis aus dem MAGA-Lager („Make America Great Again“) auf. Nachdem immer lautere Forderungen an Justizministerin Pam Bondi kommen, mit dem Ziel eine Herausgabe von bislang geheimen Dokumenten zu erwirken, geht Trumps politisches Umfeld zunehmend in die Defensive – und der US-Präsident selbst zum Angriff über.
So postete Trump am Samstag auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social einen langen Text, in dem er der MAGA-Bewegung Egoismus und die Sabotage an seiner „perfekten Regierung“ vorwarf. Neben der Forderung an seine Fans, Justizministerin Bondi mit den Fragen nach den Epstein-Files in Ruhe zu lassen, legte Trump die Grundlage für neue Zweifel an der Echtheit von Dokumenten, die es laut neuesten Ankündigungen des FBI gar nicht gibt.
Elon Musk: Erst US-Schattenpräsident – und jetzt Trump-Gegenspieler?
Nach MAGA-Kritik wegen Epstein-Akten: Trump legt sich mit MAGA-Bewegung an
In Kurznachrichtendienst untypischen knapp 2000 Zeichen schwadronierte Trump über die Frage, warum denn niemand nach der Veröffentlichung von Dokumenten zu seinen politischen Gegnern frage und warf genau denen vor, die „Epstein-Akten“ fabriziert zu haben, um sie gegen Trump zu verwenden. Seine „sogenannten Freunde“ würden mit ihren jüngsten Forderungen nur diesem Ziel in die Hände spielen. Sein Argument: Wenn es in den Epstein-Akten belastende Informationen über Donald Trump gäbe, hätten die „linken Irren“ die Dokumente doch schon längst veröffentlichen können.
Den MAGA-Anhängerinnen und -Anhängern, die die Forderungen in den vergangenen Tagen lautstark unterstützt haben, warf Trump vor, dass sie sich nicht damit zufrieden geben könnten, dass Trump in sechs Monaten, „mehr erreicht“ hätte, „als jede andere Regierung in 100 Jahren“. Als Beispiele dafür führte er an, dass er „die Wirtschaft repariert“ und eine „sicherere Welt“ hergestellt hätte, „in der Iran keine Atomwaffen mehr hat“.
Trumps Rolle im Fall Jeffrey Epstein: Den Anstoß zur neuen Debatte gab Musk
Anlass dafür, dass es im rechten Lager in der US-Politik gerade so brodelt, ist der Missbrauchsskandal um den Investment-Banker Jeffrey Epstein, der 2019 für den systematischen sexuellen Missbrauch Minderjähriger angeklagt wurde und sich in Untersuchungshaft das Leben nahm. Schon seit Jahren wird spekuliert, ob auch Donald Trump, der sich über Jahre in ähnlichen Kreisen wie Epstein aufhielt und diversen Medienberichten und Archivaufnahmen zufolge mit dem Geschäftsmann befreundet gewesen sein soll, in Epsteins Machenschaften verstrickt gewesen sein könnte.
Den Anstoß für das erneute Aufkochen der Thematik gab vor einigen Wochen der Ex-Präsidentenberater Elon Musk, der seit seinem Ausscheiden aus dem Team des US-Präsidenten auf Konfrontationskurs mit dem Republikaner ist. Musk hatte schon vor Wochen ohne Belege öffentlich behauptet, dass die Epstein-Unterlagen, darunter eine angeblich existierende Kundenliste, nicht veröffentlicht würden, weil Trumps Name sich darin befinde. Aus Regierungskreisen wurde das – ebenfalls ohne Belege – dementiert.
Kritik an Trump-Justizministerin und FBI: MAGA-Fans sehen gebrochene Versprechen
Für Kritik sorgt dabei vor allem das augenscheinliche Umlenken hochrangiger Regierungsbeamte aus Justiz- und Ermittlungsbehörden. Wie die Deutsche Presse-Agentur in einem Bericht rekonstruiert, hatten sowohl Justizministerin Bondi als auch FBI-Chef Kash Patel sowie dessen Stellvertreter Dan Bongino öffentlich angekündigt, sich der Sache näher widmen zu wollen. Patel und Bongino hatten vor ihrer Berufung sogar offiziell gängigen Verschwörungstheorien beigepflichtet, die die Todesumstände von Epstein infrage stellen.
Bereits 2019 bereitete der Fall Epstein Trumps damaligem Arbeitsminister Acosta (rechts im Bild) Probleme. Nun fordert das MAGA-Lager die Entlassung von Justizministerin Bondi.
Anfang der Woche kam es dann zu einer öffentlichen Ankündigung des FBI, nach der es weder Hinweise zu einer Beteiligung weiterer Prominenter noch die viel zitierte Kundenliste gäbe und Epstein nachweislich Suizid begangen habe. Neben prominenten Vertretern des MAGA-Lagers wie dem Radiomoderator Alex Jones oder der Rechtsaußen-Influencerin Laura Loomer äußerten sich auch viele verärgerte Personen aus Trumps treuer Wählerschaft kritisch und forderten etwa Bondis Entlassung.
In seinem Truth Social Post hat Trump fürs Erste jedoch deutlich gemacht, dass er die Arbeit von Bondis Justizministerium und dem FBI unterstützt und seine Fans dazu aufgerufen, die Vertreter von FBI und Justizministerium „in Ruhe ihre Arbeit“ machen zu lassen. Dass ein Mitglied der Trump-Regierung die Folgen des Falls Epstein am eigenen Leib zu spüren bekommt, wäre dennoch nicht das erste Mal. Im Jahr 2019 während Trumps erster Präsidentschaft kostete die Sache bereits Trumps damaligen Arbeitsminister Alex Acosta seinen Posten. Der hatte bereits im Jahr 2008 als Staatsanwalt eine Missbrauchsanklage gegen Epstein infolge erster konkreter Vorwürfe fallen gelassen. (saka mit dpa)