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Epstein-Akten im Fokus

Musk thematisiert Trumps Epstein-Verwicklungen – brisante Forderung folgt

Elon Musk fordert die Offenlegung der Epstein-Akten: Trumps Reaktion sorgt für Unruhe in seiner Basis – die Diskussion um Transparenz verschärft sich.

Washington, D.C. – Elon Musk hat sein Schweigen gebrochen: Der Milliardär schließt sich nun jenen Stimmen an, die auf eine Veröffentlichung der Akten des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein beharren.

Die Forderung nahm erneut an Fahrt auf, nachdem der ehemalige Präsident Donald Trump in einem Social-Media-Post am Samstag seine Anhängerschaft aufgefordert hatte, Generalstaatsanwältin Pam Bondi nicht länger ins Visier zu nehmen. Dabei erwähnte Trump den Namen Epsteins gleich mehrfach. Paradoxerweise verbunden mit der Aufforderung, nicht mehr über Epstein zu sprechen. Musk reagierte prompt und forderte Trump via X auf: „Veröffentlichen Sie einfach die Akten, wie versprochen.“

Geheime Epstein-Liste birgt Überraschungen: Die 15 prominentesten Namen

Jeffrey Epstein und seine ehemalige Geliebte Ghislaine Maxwell
Jeffrey Epstein soll sich eine Art Prostitutions-Ring aufgebaut und prominenten Bekannten junge Mädchen zum Sex zur Verfügung gestellt haben. Seine ehemalige Geliebte Ghislaine Maxwell war seine „rechte Hand“. Epstein beging 2019 Selbstmord, bevor er verurteilt werden konnte. Die US-Bezirksrichterin Preska sah keine rechtliche Grundlage dafür, die insgesamt 175 Namen weiterhin zurückzuhalten. Die Liste ist nun öffentlich. Eine Nennung bedeutet nicht, dass die Person aktiver Teil des Missbrauchsnetzwerks um Epstein war, sondern zunächst nur, dass der Name in dem Zivilprozess fiel.  © AFP (Foto undatiert)
Ghislaine Maxwell war Epsteins „rechte Hand“.
2021 wurde Ghislaine Maxwell unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. © Rick Bajornas/Unted Nations via AP/dpa
 Prinz Andrew (l-r), Herzog von York, Virginia Giuffre aus den USA und Ghislaine Maxwell.
Die wohl bekannteste Aufnahme aus der Zeit. Dieses undatierte, vom US-Justizministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt Prinz Andrew (l-r), Herzog von York, Virginia Giuffre aus den USA und Ghislaine Maxwell. Giuffre behauptet, als Minderjährige vom Sohn der verstorbenen britischen Königin Elizabeth II. missbraucht worden zu sein. Er hat die Anschuldigungen aber stets bestritten.  © Us Department Of Justice/PA Media/dpa
Prinz Andrew steckt mittendrin im Epstein-Skandal.
Prinz Andrew steckt mittendrin im Epstein-Skandal. Auch Zeugin Johanna Sojberg warf ihm vor, als 21-Jährige von ihm sexuell belästigt worden zu sein. © Neil Hall/PA Wire/dpa
Der einstige Präsident Bill Clinton gilt seit den 1990ern als Freund von Jeffrey Epstein, behauptete später jedoch, nichts von dessen Machenschaften gewusst zu haben.
Er hingegen ist keine Überraschung auf der Liste: Der einstige Präsident Bill Clinton gilt seit den 1990ern als Freund von Jeffrey Epstein, behauptete später jedoch, nichts von dessen Machenschaften gewusst zu haben.  © Evan Agostini/Invision/AP/dpa
Das Bild zeigt den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore im Jahr 2010.
Das Bild zeigt den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore im Jahr 2010. Auch der Nobelpreisträger steht offenbar auf der Liste des Gerichts im Missbrauchsprozess um Jeffrey Epstein und seine Frau Ghislaine Maxwell. © dpa
US-Schauspieler Kevin Spacey
US-Schauspieler Kevin Spacey ist wegen dreimaliger unsittlicher Körperverletzung, siebenmaliger sexueller Nötigung, einmaliger Veranlassung sexueller Handlungen ohne Zustimmung und einmaliger Veranlassung penetranter sexueller Handlungen ohne Zustimmung zwischen 2001 und 2005 angeklagt. Auch sein Name taucht in Zusammenhang mit Epstein auf. Details sind allerdings nicht bekannt. © Yui Mok/PA Wire/dpa
Auf der Liste des Gerichts findet sich auch der Name von Ex-Präsident Donald Trump wieder
Auf der Liste des Gerichts findet sich auch der Name von Ex-Präsident Donald Trump wieder – allerdings im Kontext der Befragung einer Zeugin, die angab, zu Trump niemals sexuellen Kontakt gehabt zu haben. © Charlie Neibergall/AP
US-Magier David Copperfield steht ebenfalls auf der Liste.
US-Magier David Copperfield steht ebenfalls auf der Liste. Er sei bei einem Essen bei Epstein anwesend gewesen und auch über die skandalösen Handlungen Epsteins Bescheid gewusst haben. Das behauptete Zeugin Sjoberg. © Christina Horsten/dpa
Zuvor nicht groß diskutiert, ist auch der Name Michael Jackson in den Akten zu finden. Der Popstar verstarb bereits 2009.
Zuvor nicht groß diskutiert, ist auch der Name Michael Jackson in den Akten zu finden. Der Popstar verstarb bereits 2009. Er soll Gast im Anwesen von Epstein in Palm Beach, Florida, gewesen sein, ist sich Zeugin Johanna Sojberg sicher. © Aaron Lambert/The Santa Maria Times Pool via AP/dpa
Des britische Astrophysiker Stephen Hawking.
Nicht minder überraschend taucht in den nun veröffentlichten Seiten auch der Name des britischen Astrophysikers Stephen Hawking auf. Auch er soll auf mindestens einer Feier Epsteins gewesen sein. Hawking starb 2018. © FACUNDO ARRIZABALAGA/dpa
Nicht nur bekannte Männer stehen auf der Liste, sondern auch Schauspielerin Cameron Diaz.
Nicht nur bekannte Männer stehen auf der Epstein-Liste des Gerichts, sondern auch Schauspielerin Cameron Diaz... © Andrew H. Walker/Getty Images/AFP
Schauspielerin Cate Blanchett
...Diaz‘ Schauspielkollegin Cate Blanchett... © Fabian Sommer/dpa
Supermodel Naomi Campbell.
...oder Supermodel Naomi Campbell. © Jennifer Graylock/PA Wire/dpa
Selbst Leonardo Di Caprio soll auf der Liste stehen.
Selbst Leonardo Di Caprio soll auf der Liste stehen. Allerdings wohl nur, weil Epstein mit ihm und Kollegin Cate Blanchett und ihrem Kollegen Leonardo DiCaprio angegeben habe, berichtete Zeugin Johanna Sojberg, die Epstein zum Sex gezwungen haben soll, vor Gericht. Er habe von Telefonaten berichtet. Getroffen habe sie die beiden aber nicht. © Andy Buchanan / AFP
Ebenso Bruce Willis (67). Der Hollywood-Star ist nach Angaben seiner Familie mittlerweile an frontotemporaler Demenz erkrankt.
Ebenso Bruce Willis (67). Der Hollywood-Star ist nach Angaben seiner Familie mittlerweile an frontotemporaler Demenz erkrankt. © Charles Sykes/Invision via AP/dpa
Auch „Star Wars“-Schöpfer George Lucas hat offenbar zumindest eine Party von Epstein besucht.
Und „Star Wars“-Schöpfer George Lucas hat offenbar zumindest eine Party von Epstein besucht. © dpa
Der Name von Richard Branson taucht in einer Gerichtsakte auf, die die Daily Mail enthüllt hat. Branson ist Chef der Virgin Group und der Weltraumfirma Virgin Atlantic. Es soll Videoaufnahmen geben, die ihn in einer Epstein-Villa bei expliziten Handlungen zeigen.
Der Name von Richard Branson taucht in einer Gerichtsakte auf, die die Daily Mail enthüllt hat. Branson ist Chef der Virgin Group und der Weltraumfirma Virgin Atlantic. Es soll Videoaufnahmen geben, die ihn in einer Epstein-Villa bei expliziten Handlungen zeigen. © John Lamparski/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/Getty Images via AFP

„Veröffentlichen Sie die Akten“: Musk fordert Trump heraus

Musk äußerte zudem seine tiefe Besorgnis über den Zustand des Justizsystems. Als Antwort auf einen anderen Beitrag über Trumps Aufruf zur Einheit schrieb der 54-jährige Milliardär: „Was zum Teufel ist das für ein System, in dem Tausende von Kindern missbraucht wurden, die Regierung Videos der Täter besitzt und trotzdem keiner der Täter überhaupt angeklagt wird!?“, schrieb der 54-jährige Milliardär via X.

Musk nannte die ausbleibende Veröffentlichung „eine sehr große Sache“. Seit seinem Rücktritt als Trump-Berater hat Musk seine Kritik an der Regierung online stetig verstärkt. Seine Haltung zum 78-jährigen US-Präsidenten hat sich seitdem ebenfalls ständig verschärft.

Musk erhebt Vorwürfe: „MAGA-Stratege“ Bannon in Epstein-Akten?

Die Kontroversen um die Epstein-Akten nahmen noch eine weitere, persönlichere Wendung: Musk machte die explosive Behauptung, dass auch Trumps ehemaliger Stratege Steve Bannon in den Epstein-Akten genannt werde. Die Behauptung wiederholte er später und fügte hinzu, Bannon müsse „zurück ins Gefängnis“.

Hintergrund der Anschuldigung war eine Frage des langjährigen Trump-Beraters Roger Stone: Stone wollte wissen, warum Bannon Jeffrey Epstein sowohl in New York als auch in Paris getroffen und ihn für einen „60 Minutes“-Auftritt gecoacht habe. Der Auftritt fand statt, nachdem Epstein bereits wegen Sexualverbrechen in Florida verurteilt worden war.

Bannon hatte zuvor vier Monate im Gefängnis verbracht, nachdem er 2024 wegen Missachtung des Kongresses verurteilt worden war. Er war einer Vorladung des Untersuchungsausschusses zum 6. Januar – dem Sturm auf das Kapitol – nicht nachgekommen.

Musk wollte Bombe fallen lassen: Trump in den Epstein-Akten?

Musk hatte bereits in der Vergangenheit ähnliche, aber später zurückgenommene Anschuldigungen gegen Donald Trump persönlich gemacht. Er postete: „Es ist Zeit, die wirklich große Bombe fallen zu lassen: @realDonaldTrump ist in den Epstein-Akten. Das ist der eigentliche Grund, warum sie nicht veröffentlicht wurden“.

Die Posts wurden später von Musk gelöscht, gefolgt von einer Entschuldigung: „Ich bereue einige meiner Posts über Präsident Donald Trump letzte Woche. Sie gingen zu weit“. Trotz dieser Entschuldigung setzte sich die Diskussion mit voller Wucht fort und löste eine regelrechte Spaltung aus.

Zwist im Trump-Lager: Musk attackiert Trump und Bondi

Musks erneute Forderung und Trumps umstrittener Post über Epstein lösten eine neue Welle der Empörung und innerhalb von Trumps Basis aus. Kurz zuvor hatten das Justizministerium und das FBI bekannt gegeben, dass es keine geheime Liste von Klienten des verurteilten Sexhändlers Jeffrey Epstein gäbe. Weiter kommunizierten sie, dass Epstein – entgegen unzähligen Verschwörungstheorien – durch Suizid im Gefängnis gestorben sei und nicht ermordet wurde.

Generalstaatsanwältin Bondi hatte noch im Februar geäußert, eine Epstein-Kundenliste läge zur Prüfung auf ihrem Schreibtisch, was das Weiße Haus später als Missverständnis deklarierte.

Noch im Wahlkampf kokettierte Trump (s. Foto links) mit einer Veröffentlichung der Epstein (s. Foto mitte)-Akten, jetzt macht er einen Rückzieher. Elon Musk (s. Foto rechts) deutete es via X an, aber hat der US-Präsident etwas zu verstecken? (montage)

Musk und die Epstein-Akten – eine neue politische Front

Dass Elon Musk nur kurz nach der Ankündigung einer eigenen Partei erneut die Diskussion um die Epstein-Akten befeuert, zeigt, wie sehr das Thema weiterhin die öffentliche Debatte in den USA bestimmt. Auch innerhalb von Trumps Anhängerschaft sorgt es für Spannungen: Die „MAGA“-Bewegung ist tief gespalten zwischen Skepsis, Erwartung und verschwörungsideologischen Narrativen.

Trump reagierte auf Nachfragen zum Thema zuletzt ungehalten und zeigte wenig Verständnis dafür, dass weiterhin über Epstein gesprochen wird. Dabei hatte er laut Tagesschau selbst im Wahlkampf angekündigt, die Epstein-Akten offenzulegen – ein Versprechen, das seine Fans nun einfordern. Eine Bewegung, die sich auf Enthüllung und Misstrauen gegenüber Eliten stützt, lässt sich von solchen Themen nicht einfach wieder lösen, resümiert die Neue Zürcher Zeitung. (kox)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/AP/ Evan Vucci/picture alliance/dpa/ IMAGO / Kyodo News

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