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Der Epsteil-Fall

Epstein-Kundenliste: US-Justizministerium revidiert Aussage

Zum Fall Epstein veröffentlichten US-Justizministerium und FBI ihre Erkenntnisse. Die Klientenliste und ein Video sorgen weiterhin für Unklarheiten.

Washington, D.C. – Der Fall um den Sexualverbrecher Jeffrey Epstein wirft bis heute zahlreiche Fragen auf. Insbesondere um seinen Suizid 2019 ranken sich seit Jahren Verschwörungstheorien. Die neue Leitung des US-Justizministeriums hatte in diesem Zusammenhang eine umfassende Aufklärung zugesichert und den Fall einer erneuten Überprüfung unterzogen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden nun veröffentlicht.

Geheime Epstein-Liste birgt Überraschungen: Die 15 prominentesten Namen

Jeffrey Epstein und seine ehemalige Geliebte Ghislaine Maxwell
Jeffrey Epstein soll sich eine Art Prostitutions-Ring aufgebaut und prominenten Bekannten junge Mädchen zum Sex zur Verfügung gestellt haben. Seine ehemalige Geliebte Ghislaine Maxwell war seine „rechte Hand“. Epstein beging 2019 Selbstmord, bevor er verurteilt werden konnte. Die US-Bezirksrichterin Preska sah keine rechtliche Grundlage dafür, die insgesamt 175 Namen weiterhin zurückzuhalten. Die Liste ist nun öffentlich. Eine Nennung bedeutet nicht, dass die Person aktiver Teil des Missbrauchsnetzwerks um Epstein war, sondern zunächst nur, dass der Name in dem Zivilprozess fiel.  © AFP (Foto undatiert)
Ghislaine Maxwell war Epsteins „rechte Hand“.
2021 wurde Ghislaine Maxwell unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. © Rick Bajornas/Unted Nations via AP/dpa
 Prinz Andrew (l-r), Herzog von York, Virginia Giuffre aus den USA und Ghislaine Maxwell.
Die wohl bekannteste Aufnahme aus der Zeit. Dieses undatierte, vom US-Justizministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt Prinz Andrew (l-r), Herzog von York, Virginia Giuffre aus den USA und Ghislaine Maxwell. Giuffre behauptet, als Minderjährige vom Sohn der verstorbenen britischen Königin Elizabeth II. missbraucht worden zu sein. Er hat die Anschuldigungen aber stets bestritten.  © Us Department Of Justice/PA Media/dpa
Prinz Andrew steckt mittendrin im Epstein-Skandal.
Prinz Andrew steckt mittendrin im Epstein-Skandal. Auch Zeugin Johanna Sojberg warf ihm vor, als 21-Jährige von ihm sexuell belästigt worden zu sein. © Neil Hall/PA Wire/dpa
Der einstige Präsident Bill Clinton gilt seit den 1990ern als Freund von Jeffrey Epstein, behauptete später jedoch, nichts von dessen Machenschaften gewusst zu haben.
Er hingegen ist keine Überraschung auf der Liste: Der einstige Präsident Bill Clinton gilt seit den 1990ern als Freund von Jeffrey Epstein, behauptete später jedoch, nichts von dessen Machenschaften gewusst zu haben.  © Evan Agostini/Invision/AP/dpa
Das Bild zeigt den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore im Jahr 2010.
Das Bild zeigt den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore im Jahr 2010. Auch der Nobelpreisträger steht offenbar auf der Liste des Gerichts im Missbrauchsprozess um Jeffrey Epstein und seine Frau Ghislaine Maxwell. © dpa
US-Schauspieler Kevin Spacey
US-Schauspieler Kevin Spacey ist wegen dreimaliger unsittlicher Körperverletzung, siebenmaliger sexueller Nötigung, einmaliger Veranlassung sexueller Handlungen ohne Zustimmung und einmaliger Veranlassung penetranter sexueller Handlungen ohne Zustimmung zwischen 2001 und 2005 angeklagt. Auch sein Name taucht in Zusammenhang mit Epstein auf. Details sind allerdings nicht bekannt. © Yui Mok/PA Wire/dpa
Auf der Liste des Gerichts findet sich auch der Name von Ex-Präsident Donald Trump wieder
Auf der Liste des Gerichts findet sich auch der Name von Ex-Präsident Donald Trump wieder – allerdings im Kontext der Befragung einer Zeugin, die angab, zu Trump niemals sexuellen Kontakt gehabt zu haben. © Charlie Neibergall/AP
US-Magier David Copperfield steht ebenfalls auf der Liste.
US-Magier David Copperfield steht ebenfalls auf der Liste. Er sei bei einem Essen bei Epstein anwesend gewesen und auch über die skandalösen Handlungen Epsteins Bescheid gewusst haben. Das behauptete Zeugin Sjoberg. © Christina Horsten/dpa
Zuvor nicht groß diskutiert, ist auch der Name Michael Jackson in den Akten zu finden. Der Popstar verstarb bereits 2009.
Zuvor nicht groß diskutiert, ist auch der Name Michael Jackson in den Akten zu finden. Der Popstar verstarb bereits 2009. Er soll Gast im Anwesen von Epstein in Palm Beach, Florida, gewesen sein, ist sich Zeugin Johanna Sojberg sicher. © Aaron Lambert/The Santa Maria Times Pool via AP/dpa
Des britische Astrophysiker Stephen Hawking.
Nicht minder überraschend taucht in den nun veröffentlichten Seiten auch der Name des britischen Astrophysikers Stephen Hawking auf. Auch er soll auf mindestens einer Feier Epsteins gewesen sein. Hawking starb 2018. © FACUNDO ARRIZABALAGA/dpa
Nicht nur bekannte Männer stehen auf der Liste, sondern auch Schauspielerin Cameron Diaz.
Nicht nur bekannte Männer stehen auf der Epstein-Liste des Gerichts, sondern auch Schauspielerin Cameron Diaz... © Andrew H. Walker/Getty Images/AFP
Schauspielerin Cate Blanchett
...Diaz‘ Schauspielkollegin Cate Blanchett... © Fabian Sommer/dpa
Supermodel Naomi Campbell.
...oder Supermodel Naomi Campbell. © Jennifer Graylock/PA Wire/dpa
Selbst Leonardo Di Caprio soll auf der Liste stehen.
Selbst Leonardo Di Caprio soll auf der Liste stehen. Allerdings wohl nur, weil Epstein mit ihm und Kollegin Cate Blanchett und ihrem Kollegen Leonardo DiCaprio angegeben habe, berichtete Zeugin Johanna Sojberg, die Epstein zum Sex gezwungen haben soll, vor Gericht. Er habe von Telefonaten berichtet. Getroffen habe sie die beiden aber nicht. © Andy Buchanan / AFP
Ebenso Bruce Willis (67). Der Hollywood-Star ist nach Angaben seiner Familie mittlerweile an frontotemporaler Demenz erkrankt.
Ebenso Bruce Willis (67). Der Hollywood-Star ist nach Angaben seiner Familie mittlerweile an frontotemporaler Demenz erkrankt. © Charles Sykes/Invision via AP/dpa
Auch „Star Wars“-Schöpfer George Lucas hat offenbar zumindest eine Party von Epstein besucht.
Und „Star Wars“-Schöpfer George Lucas hat offenbar zumindest eine Party von Epstein besucht. © dpa
Der Name von Richard Branson taucht in einer Gerichtsakte auf, die die Daily Mail enthüllt hat. Branson ist Chef der Virgin Group und der Weltraumfirma Virgin Atlantic. Es soll Videoaufnahmen geben, die ihn in einer Epstein-Villa bei expliziten Handlungen zeigen.
Der Name von Richard Branson taucht in einer Gerichtsakte auf, die die Daily Mail enthüllt hat. Branson ist Chef der Virgin Group und der Weltraumfirma Virgin Atlantic. Es soll Videoaufnahmen geben, die ihn in einer Epstein-Villa bei expliziten Handlungen zeigen. © John Lamparski/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/Getty Images via AFP

Fall Epstein: FBI findet keine Kundenliste

„Nach sorgfältigen Ermittlungen ist das FBI zu dem Schluss gekommen, dass Jeffrey Epstein in seiner Gefängniszelle Suizid beging“, hieß es am Montag (6. Juli) in einer gemeinsamen Erklärung des FBIs und des US-Justizministeriums. Darüber berichtete das Nachrichtenportal Axios. Es sollen zudem keine Beweise für die Existenz einer „belastenden ‚Kundenliste‘“ von Epstein gefunden worden sein.

„Es wurden auch keine glaubwürdigen Beweise dafür gefunden, dass Epstein im Rahmen seiner Aktivitäten prominente Personen erpresst hat“, heißt es in dem Memo der beiden Behörden. Auf Videoaufnahmen aus dem Gefängnis sei nicht zu sehen gewesen, dass jemand versucht hätte, in Epsteins Zelle zu gelangen. Zugleich beweise eine große Anzahl von Fotos und Videos, dass Epstein „mehr als eintausend Opfern Schaden zugefügt“ habe, hieß es in der Erklärung weiter.

Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden. Die Verhaftung Epsteins, der über viele Jahre systematisch Minderjährige missbraucht hatte, hatte in den USA und weltweit für Aufsehen gesorgt. Dem Investmentbanker wurde vorgeworfen, zahlreiche Mädchen und junge Frauen missbraucht und Prominenten wie dem britischen Prinzen Andrew zugeführt zu haben.

Widerspruch in Justizbehörde: Doch keine Epstein-Kundenliste

Neue Dynamik erhielt der Fall Epstein schon zu Beginn des Jahres, als erneut Spekulationen über eine angebliche „Kundenliste“ laut wurden, die Epstein zur Erpressung einflussreicher Persönlichkeiten genutzt haben soll. Nach ihrer Bestätigung als Generalstaatsanwältin im Januar schloss sich Pam Bondi diesen Theorien rasch an. In einem Interview mit Fox News im Februar erklärte sie, eine entsprechende Liste befinde sich „im Moment zur Prüfung auf meinem Schreibtisch“.

Während einer Pressekonferenz am Montag (6. Juli) konfrontierte Fox-News-Reporter Peter Doocy die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, mit dem offensichtlichen Widerspruch zwischen den neusten Ergebnissen und der Aussage Bondis. Auf die Frage, was mit der von Bondi erwähnten Klientenliste geschehen sei, verwies Leavitt auf eine mögliche Fehlinterpretation: Bondi habe sich auf „alle Unterlagen im Zusammenhang mit den Verbrechen von Jeffrey Epstein“ bezogen, nicht auf eine konkrete Liste von Klienten.

US-Justizministerin Pam Bondi versprach neue Enthüllungen. Eine Kundenliste soll es aber, trotz ihrer Aussagen, nicht gegeben haben (Archivbild).

FBI veröffentlicht Video aus der Nacht von Epsteins Tod: Zeitlücke sorgt für Misstrauen

Um den Suizid von Jeffrey Epstein zweifelsfrei zu belegen, veröffentlichte das FBI ein Überwachungsvideo aus dem Flur der Justizvollzugsanstalt, in der Epstein in der Nacht seines Todes inhaftiert war. Das Material, insgesamt 11 Stunden lang, soll belegen, dass in den entscheidenden Stunden keine unbefugten Personen seine Zelle betreten haben. Der stellvertretende FBI-Direktor Dan Bongino bekräftigte diese Darstellung zuletzt öffentlich. In einem Interview mit dem Sender Fox News erklärte er: „Es gibt keine DNA-Spuren, keine Audioaufnahmen, keine Fingerabdrücke, keine Verdächtigen, keine Komplizen, keine Hinweise – nichts.“

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse betrachtet das Justizministerium den Fall als abgeschlossen. Allerdings gibt es einen Umstand, der neuerlich Zweifel gesät hat: Zuschauerinnen und Zuschauer, die das veröffentlichte Videomaterial analysierten, entdeckten eine auffällige Lücke im Zeitstempel. In dem Videomaterial springt der Zeitcode von 9. August 2019, 11:58:59 unmittelbar auf 10. August 2019, 12:00:00, wodurch eine Minute fehlt.

Auch wenn diese Lücke technisch erklärbar sein mag, hat sie im Internet erneut Misstrauen geweckt. Der fehlende Zeitabschnitt liefert somit Nahrung für bestehende Zweifel und Spekulationen rund um die tatsächlichen Umstände von Epsteins Tod.

Trump dankt dem FBI für Aufklärungsarbeit: „Kriminelle einsperren und Amerikas Straßen sauber halten“

In einem Beitrag auf der Plattform Truth Social lobte Präsident Donald Trump FBI-Direktor Kash Patel sowie dessen Stellvertreter Dan Bongino. Das FBI konzentriere sich unter deren Leitung „wieder auf das Wesentliche: Kriminelle einsperren und Amerikas Straßen sauber halten“.

Zudem äußerte Trump in seinem Beitrag Kritik an früheren Strukturen innerhalb der US-Strafverfolgungsbehörden: „Wir haben die besten Strafverfolgungsbeamten der Welt, doch „Politik“ und korrupte Führung hinderten sie oft daran, ihre Arbeit zu tun. Das ist nicht mehr der Fall, und jetzt wurden sie freigelassen, um ihre Arbeit zu tun, und genau das tun sie. Weiter so – MACHEN SIE AMERIKA WIEDER SICHER!“ (AFP/lw)

Rubriklistenbild: © NurPhoto/Imago/picture alliance/dpa/New York State Sex Offender Registry/AP

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