Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Wirtschaftskrise sorgt für Unruhe
Gewalt bei landesweiten Protesten im Iran: Mindestens drei Tote
Der Verfall der Währung hat im Iran landesweite Proteste ausgelöst. Die Gewalt nimmt zu. Die Zahl der Todesopfer nimmt zu.
Update, 1. Januar, 17:18 Uhr: Den fünften Tag in Folge sind Menschenmassen im Iran angesichts der schweren Wirtschaftskrise gegen die autoritäre Staatsführung auf die Straße gegangen. Während Augenzeugen zufolge in den Metropolen Sicherheitskräfte mit einem massiven Aufgebot einrückten, ging der Staat vor allem auf dem Land mit Härte gegen Demonstrationen vor. Mindestens drei Menschen kamen bei den Protesten ums Leben, wie die dpa meldet.
Vor allem in den ländlichen Regionen kam es seit Mittwochabend zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Mindestens zwei Demonstranten wurden in Lordegan im zentralen Süden getötet, wie die Menschenrechtsgruppe Hengaw berichtete. Auch die staatsnahe Nachrichtenagentur Fars meldete zwei Tote bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Protestteilnehmern und Sicherheitskräften in der Stadt.
Proteste im Iran: Sicherheitskraft getötet
Update, 1. Januar, 10:20 Uhr: Die Proteste im Iran scheinen zunehmend zu eskalieren: Bei einem Zusammenstoß mit den Demonstranten soll eine paramilitärische Sicherheitskraft getötet worden sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Es soll sich um ein Mitglied der Basidsch-Einheiten handeln. Weitere Männer seien in der westlichen Provinz Lorestan verwundet worden, hieß es ohne konkrete Zahlen oder Angaben in den iranischen Staatsmedien.
Landesweit kommt es bei den Demonstrationen zunehmend zu Gewalt. In der Hauptstadt Teheran gibt es laut Augenzeugenberichten in mehreren Vierteln massive Präsenz von Staatskräften. Mit Tränengas und Wasserwerfern gehen sie selbst gegen kleinste Versammlungen vor. Ähnliche Szenen sollen sich auch in anderen Städten abspielen. In der südlichen Provinz Fars sollen Sicherheitskräfte laut der Menschenrechtsorganisation Hengaw mit scharfer Munition auf Protestteilnehmer geschossen haben. Entfacht worden waren die Proteste wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise.
Protest im Iran: Wirtschaftskrise sorgt für Unruhen – Lage spitzt sich zu
Erstmeldung: Teheran – Was als Protest gegen die dramatische Wirtschaftslage begann, hat sich binnen weniger Tage zu landesweiten politischen Demonstrationen entwickelt: Im Iran gehen immer mehr Menschen gegen das islamische System auf die Straße, nachdem der anhaltende Währungsverfall und die Wirtschaftsmisere zunächst zu Protesten in Teheraner Geschäftsvierteln geführt hatten. Mit den ersten Verhaftungen zeigt sich nun eine neue Eskalationsstufe der Proteste, die sich mittlerweile auf weitere iranische Großstädte ausgeweitet haben.
So ist es bei den anhaltenden Protesten in der iranischen Hauptstadt Teheran und in weiteren Städten zu ersten Verhaftungen gekommen. Nach Angaben der Tageszeitung Shargh wurden an der Universität Teheran vier Studenten festgenommen. Über die zuständigen Behörden für die Festnahmen und den Verbleib der Betroffenen liegen keine weiteren Informationen vor. Wie die Tagesschau berichtet, sollen Sicherheitskräfte die Universität umzingelt und protestierende Studenten auf dem zentralen Campus eingeschlossen haben.
Nach Absturz der Währung: Proteste im Iran weiten sich aus – erste Verhaftungen
Die Proteste hatten am Sonntag in mehreren Geschäftsvierteln Teherans begonnen, ausgelöst durch die anhaltende Wirtschaftsmisere und die Unfähigkeit der Regierung, den rapiden Absturz der nationalen Währung zu kontrollieren. Was als wirtschaftlicher Protest begann, entwickelt sich nun immer rascher zu politischen Demonstrationen. Bereits am ersten Tag wurden Parolen gegen das islamische System gerufen, einige Demonstranten forderten sogar die Rückkehr zur Monarchie. Die Bewegung weitete sich rasch aus. Bereits am zweiten Tag gab es Augenzeugen zufolge Proteste in weiteren iranischen Großstädten sowie gewaltsame Polizeieinsätze.
In Onlinenetzwerken ging vor allem ein Video viral, das einen Demonstranten zeigt, der während der in den vergangenen Tagen ausgebrochenen Proteste auf der Straße sitzt und sich der Polizei auf Motorrädern entgegenstellt. In dem Video ist ein Mensch zu sehen, der auf der Straße sitzt und seinen Kopf vor mehr als 20 Polizisten auf Motorrädern, die Helme tragen und ganz in Schwarz gekleidet sind, gesenkt hält. Hinter der Person rennt eine Menschenmenge, um Tränengaswolken zu entkommen, wie in dem Video zu sehen ist.
The image on the left from today's protests in #Iran is triggering some comparisons to the 1989 Tiananmen Square protests in #China. pic.twitter.com/Zaz6K2ovt6
Einige Internetnutzer verglichen die Person in dem Video mit dem Mann, der sich 1989 während der tödlichen Niederschlagung der Demonstrationen auf dem Tiananmen-Platz in Peking, bei denen mehr politische Freiheiten gefordert wurden, einer Kolonne von Panzern entgegenstellte. Die Nachrichtenagentur AFP bestätigte die Echtheit des Videos.
Proteste im Iran: Präsident verspricht Maßnahmen gegen Inflation
Präsident Massud Peseschkian reagierte mit einer kurzen Botschaft auf die Krise im Iran, in der er wirtschaftliche Reformen versprach und seine Dialogbereitschaft erklärte. Diese Ankündigung fand bei den Demonstranten jedoch keine Beachtung. Die überwiegend staatlich kontrollierte Presse berichtete zwar über die Proteste, vermied jedoch Hinweise auf die harschen Parolen gegen die politische Führung.
Nach Angaben des Staatsfernsehens forderte auch Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf notwendige Maßnahmen zur Steigerung der Kaufkraft der Bevölkerung. „Die Sorgen und Proteste der Menschen hinsichtlich ihrer Lebensgrundlagen müssen mit voller Verantwortung und im Dialog beantwortet werden“, sagte er laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa. Er warnte zugleich vor ausländischen Agenten und Regierungskritikern, die versuchten, die Proteste zu instrumentalisieren.
Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran
Währung im Sinkflug: Rial erreicht historisches Tief
Der Wert der iranischen Landeswährung auf dem Schwarzmarkt war zuvor auf ein historisches Tief abgestürzt. Am Sonntag kostete ein Dollar nach Angaben auf Preisbeobachtungsportalen rund 1,42 Millionen Rial, ein Euro wurde für 1,7 Millionen Rial getauscht. Vor einem Jahr hatte ein Dollar noch 820.000 Rial gekostet. Bis Dienstag erholte sich der Rial nur leicht. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP stellten insbesondere Händler von Importgütern wie Elektronik ihre Verkäufe ein oder verkauften nur online, um die Preise einfacher anpassen zu können.
Nachdem die Proteste an Dynamik gewonnen hatten, sprachen die Sicherheitsorgane von einer „ausländischen Verschwörung der Feinde Irans“ mit dem Ziel, Unruhe und Instabilität im Land zu schaffen. Die Behörden appellierten an die Öffentlichkeit, wachsam zu sein und sich nicht an den Protesten zu beteiligen. (Quellen: dpa, AFP, tagesschau.de) (jek)