Währung stürzt ab
Wirtschaftskrise verstärkt sich: In Iran brechen Massendemonstrationen aus
Der Iran kämpft mit einer hohen Inflation und einem Währungsverfall. Medien melden den Beginn von Massenprotesten. In Teheran schließen hunderte Geschäfte.
Teheran – Die Wirtschaftskrise in Iran verschärft sich offenbar: Aus der iranischen Hauptstadt Teheran wurden am Montag (29. Dezember) übereinstimmenden Medienberichten zufolge den zweiten Tag in Folge Massenproteste wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise im Land gemeldet. Blogger teilten in sozialen Netzwerken Videos, die Menschenansammlungen in der iranischen Metropole zeigten. Der Iran ringt Ende 2025 mit einer hohen Inflation und einem regelrechten Zerfall seiner Währung, dem Rial.
Agenturberichten zufolge schlossen hunderte Ladenbesitzer in Teheran ihre Geschäfte. Tausende Menschen sollen sich an verschiedenen Kundgebungen beteiligt haben. Fotos und Videos kursierten, auf denen zum Beispiele viele Menschen zu sehen waren, die zu Fuß mehrspurige Straßen und Autobahnbrücken entlang gingen und diese versperrten. Laut Deutschlandfunk waren regimekritische Parolen zu hören.
Proteste in Iran: Tausende gehen wegen Wirtschaftskrise und Inflation auf Teherans Straßen
Berichten zufolge soll die Polizei Tränengas gegen die Demonstranten eingesetzt haben. The Jerusalem Post (JP) berichtete von Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften auf Motorrädern. Am Sonntag war die Währung Rial innerhalb weniger Stunden auf ein neues Rekordtief gefallen. Die „Tagesschau“ der ARD schrieb auf ihrer Nachrichtenwebsite, dass der Handel wie gelähmt sei.
Berichten im iranischen Staatsfernsehen nach trat der Chef der iranischen Zentralbank, Mohammed Resa Farsin, zurück. Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad erklärte laut tagesschau.de in einer Mitteilung auf Persisch beim Kurznachrichtendienst X: „Lasst uns zusammen auf die Straßen gehen. Die Zeit ist gekommen. Wir sind mit euch. Nicht nur aus der Ferne und Worten. Wir sind auch mit euch auf den Plätzen.“ Die Inflation im Iran wird als immens bewertet.
Iran kämpft mit Wirtschaftskrise: Preise steigen immens, Währung verfällt
Selbst alltägliche Einkäufe, zum Beispiel von Lebensmitteln, sollen Berichten nach wegen heftig gestiegener Preise kaum noch möglich sein. Der Iran ist wegen seines Atomprogramms mit internationalen Sanktionen belegt, was die Krise weiter verschärfen soll. Zwischen dem 13. und 24. Juni 2025 hatte Israel den Iran bombardiert und dabei staatliche Einrichtungen sowie militärische Ziele angegriffen.
Unter Präsident Donald Trump bombardierten zudem die USA am 22. Juni 2025 mutmaßliche iranische Atomanlagen in der sogenannten „Operation Midnight Hammer“ (Deutsch: Operation Mitternachtshammer). In der Islamischen Republik Iran soll seither die Kritik am Mullah-Regime wachsen. Im November hatten zudem eine Dürre und Wassermangel dem Iran zugesetzt. Laut Deutschlandfunk soll sich die Staatsführung seit Jahren nur noch mit Repressionen an der Macht halten. (Quellen: Deutschlandfunk, JP, tagesschau.de) (pm)
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