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Washington Post

Eskalation in Gaza: Israel geht weiter mit voller Härte gegen die Hamas vor

Im zentralen Gazastreifen geraten UN-Hilfskräfte und Zivilisten zunehmend ins Visier. Die Lage verschärft sich mit jeder Stunde.

Deir al-Balah – Die Vereinten Nationen berichteten am Montag, dass zwei ihrer Gästehäuser im zentralen Gazastreifen entweder getroffen oder angegriffen wurden. Darunter war auch ein Überfall israelischer Truppen auf eine Unterkunft für Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation. Das Militär rückte in ein Gebiet vor, in dem sich mindestens 50.000 Menschen vor dem monatelangen Bombardement in Sicherheit gebracht hatten.

Gaza: Israel geht weiter mit voller Härte gegen die Hamas vor

Der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, das Gästehaus der Organisation in Deir al-Balah sei dreimal getroffen worden, bevor israelische Streitkräfte das Gelände betraten und Familien sowie Männer von Frauen trennten. Männer wurden laut Tedros unter vorgehaltener Waffe durchsucht und verhört, während Frauen mit ihren Kindern zur Evakuierung gezwungen wurden.

Das israelische Militär reagierte nicht auf mehrfache Anfragen zu den Vorfällen. Eine erste interne Einschätzung deutet jedoch darauf hin, dass die Angriffe auf das WHO-Gästehaus, die kurz nach Mittag Ortszeit begannen, von eingehendem israelischem Feuer stammten. Dies berichtete ein UN-Beamter, der aufgrund der heiklen Lage anonym bleiben wollte. Selbst nachdem die UN das israelische Militär gebeten hatte, das Feuer einzustellen, damit das Personal evakuiert werden könne, drang eine Quadrocopter-Drohne in das Gästehaus ein und explodierte, so der Beamte.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Weitere UN-Unterkünfte in Deir al-Balah getroffen – Gefahr für Hilfsorganisationen wächst

An anderer Stelle in Deir al-Balah, einem Zentrum für UN- und andere Hilfsorganisationen, wurde auch ein vom UN-Büro für Projektdienste genutztes Gästehaus getroffen. Dabei befanden sich 13 Mitarbeiter im Inneren, wie die Behörde mitteilte. Israelische Panzer hatten denselben Ort im März angegriffen und dabei einen erfahrenen Mitarbeiter getötet.

Der israelische Bodeneinsatz in Deir al-Balah bringt die Truppen tiefer ins Zentrum von Gaza als je zuvor in den 21 Kriegsmonaten. Israels Armeesender berichtete am Montag, Truppen der Golani-Brigade seien im Rahmen einer „gezielten“ Operation in die südlichen Stadtteile eingedrungen, um den Druck auf die Hamas zu erhöhen. Zuvor hatte es „vorbereitende“ Luft- und Artillerieangriffe gegeben.

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Evakuierungsanordnungen in Deir al-Balah: Menschliche Katastrophe verschärft sich

Das Militär erließ am Sonntag Evakuierungsanordnungen für weite Teile von Deir al-Balah. Damit wurde eines der letzten Gebiete Gazas, das nicht zur offiziellen Kampfzone erklärt worden war, geräumt. Nun drängen sich die meisten der 2,1 Millionen Einwohner Gazas auf nur 12 Prozent des Gebiets zusammen, so die UN. Sie erklärten, die israelischen Manöver würden ihre ohnehin eingeschränkte Bewegungsfreiheit in Gaza stark behindern und „den humanitären Zugang genau dann ersticken, wenn er am dringendsten benötigt wird“.

Über 59.000 Palästinenser wurden bei Israels Militäreinsätzen in Gaza getötet. Diese begannen, nachdem Hamas-Kämpfer am 7. Oktober 2023 Angriffe im Süden Israels verübt hatten, bei denen etwa 1.200 Menschen getötet und rund 250 als Geiseln genommen wurden.

Die palästinensische Enklave steht unter einer fast vollständigen israelischen Blockade. Viele Bewohner sind unterernährt und dem Hungertod nahe. Ärzte berichten, dass Menschen an Hunger sterben und vor Erschöpfung auf den Straßen zusammenbrechen.

Nach einer israelischen Bodenoffensive steigt Rauch über dem westlichen Teil von Deir al-Balah im Gazastreifen auf, 21. Juli 2025.

Hungersnot und Tod im Gazastreifen: UN schlägt Alarm

Die Hungerkrise in Gaza hat laut Ross Smith, einem hochrangigen Beamten des UN-Welternährungsprogramms, am Montag bei einer Pressekonferenz in New York „erstaunliche Ausmaße der Verzweiflung“ erreicht. Ein Drittel der Menschen esse tagelang nichts, und ein Viertel der Bevölkerung lebe unter hungersnot-ähnlichen Bedingungen.

Dem Gesundheitsministerium in Gaza zufolge wurden über 1.000 Menschen von israelischen Truppen erschossen, als sie verzweifelt versuchten, an Nahrungsmittelhilfe zu gelangen, die von der von den USA und Israel unterstützten Gaza Humanitarian Foundation verteilt wurde. Die Verteilungsstellen der Organisation befinden sich in oder nahe Gebieten Gazas, die vom israelischen Militär kontrolliert werden. Dieses gibt an, „Warnschüsse“ abgefeuert zu haben, nachdem sich die Truppen bedroht fühlten.

Internationale Kritik an Hilfsverteilung und Gewalt gegen Zivilisten in Gaza

Philippe Lazzarini, Generalkommissar des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge, bezeichnete das GHF-Hilfsprogramm in einer Erklärung als „sadistische Todesfalle“ und eine „massive Menschenjagd in völliger Straflosigkeit“.

In einer gemeinsamen Erklärung vom Montag forderten 27 Nationen, darunter Großbritannien, Kanada und Frankreich, ein sofortiges Ende des Hamas-Israel-Kriegs und verurteilten die Tötung von Zivilisten, die Hilfe suchten.

„Das Hilfslieferungsmodell der israelischen Regierung ist gefährlich, schürt Instabilität und beraubt die Bewohner Gazas ihrer Menschenwürde“, hieß es in der Erklärung. „Wir verurteilen die tröpfchenweise Verteilung von Hilfsgütern und die unmenschliche Tötung von Zivilisten, einschließlich Kindern, die versuchen, ihre grundlegendsten Bedürfnisse nach Wasser und Nahrung zu stillen.“

Forderungen an Israel und Hamas: Sofortige Freilassung der Geiseln und Aufhebung der Blockade

Die Erklärung forderte die israelische Regierung auf, die Beschränkungen für Hilfslieferungen sofort aufzuheben. Zudem verurteilte sie die Hamas dafür, dass sie weiterhin etwa 50 aus Israel entführte Geiseln festhält, von denen etwa 20 als lebend gelten.

„Wir verurteilen ihre anhaltende Inhaftierung und fordern ihre sofortige und bedingungslose Freilassung“, hieß es in der Erklärung. „Wir rufen alle Parteien auf, Zivilisten zu schützen und die Verpflichtungen des humanitären Völkerrechts einzuhalten.“

Reaktionen aus Israel und Folgen für die Gesundheitsversorgung in Gaza

Israel wies die Darstellung seines Verhaltens in der Erklärung zurück und bezeichnete sie als „losgelöst von der Realität“. Es machte die Hamas für das Fehlen einer Vereinbarung zur Beendigung des Krieges verantwortlich und erklärte, die bewaffnete Gruppe führe stattdessen „eine Kampagne zur Verbreitung von Lügen über Israel“.

Ärzte ohne Grenzen teilte am Montag mit, dass Evakuierungsanordnungen und Kämpfe in Deir al-Balah 36 ihrer palästinensischen Kollegen gezwungen hätten, eine stark frequentierte Gesundheitseinrichtung, die Patienten von Hilfsverteilungsstellen behandelt hatte, abrupt zu verlassen, um ihre Familien zu evakuieren.

„Diese neue Vertreibungsanordnung hat auch eine der wichtigsten Lebensadern für die Wasserverteilung im südlichen Gaza beeinträchtigt“, hieß es in einer schriftlichen Mitteilung. „Heute konnten Wasserverteilungslastwagen die Anlage nicht erreichen, und diese Anordnungen werden jeden gefährden, der in naher Zukunft versucht, von hier aus Wasser zu verteilen.“

Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert

Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv.
Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv. Ausgelöst werden sie vom Iron Dome, dem Raketenschutzschirm über Israel, der hier ballistische Geschosse aus dem Iran abfängt. © Ohad Zwigenberg/dpa
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran.
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran. © Ilia Yefimovich/dpa
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen.
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen. © IMAGO/FatemehBahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Iran von Raketen aus Israel angegriffen – Gebäude stark beschädigt. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Israelischer Angriff beschädigt Gebäude in Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff.
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff. © IMAGO/Samir Abdalhade
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Ariel Schalit/dpa
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Der Iron Dome in Aktion
Der Iron Dome in Aktion: Raketen aus dem Iran, die in Richtung Tel Aviv flogen, werden von dem Flugabwehrsystem Israels abgefangen.  © Oded Balilty/dpa
dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen.
Doch auch dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen. Immer wieder kommen ballistische Geschosse durch und richten wie hier in Tel Aviv große Schäden an. © Baz Ratner/dpa
Raketenangriffe aus dem Iran
Aufgrund der Raketenangriffe aus dem Iran müssen immer wieder Gebäude und Bezirke in Tel Aviv und anderen Teilen Israels evakuiert werden. Diese Personen mussten ihr Wohnhaus in der israelischen Millionenmetropole aufgrund eines Raketeneinschlags verlassen. © Baz Ratner/dpa
Israelische Sicherheitskräfte inspizieren zerstörte Gebäude, die von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurden.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz
Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz in offiziellen Bunkeranlagen, von denen es im ganzen Land mehrere gibt. In Tel Aviv wurde eine Tiefgarage zu einem Luftschutzbunker für die Bevölkerung umfunktioniert. Eine Frau hat sich ihr Kind umgebunden und kühlt den Nachwuchs mit einem Hand-Ventilator, während sie auf das Ende der Raketenangriffe aus dem Iran wartet. © Baz Ratner/dpa
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde.
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde. © Vahid Salemi/dpa
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf.
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf. © Vahid Salemi/dpa
Israelische Luftangriffe in Teheran
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Israelischer Luftangriff auf Treibstoffdepot im Teheraner Stadtteil Shahran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Flammen erleuchten die Skyline hinter dem ikonischen Milad Tower in Teheran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv.
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
Folgen des iranischen Raketenangriffs in Bat Yam, nahe Tel Aviv
Aufräumarbeiten nach iranischem Raketenangriff in Bat Yam – Nahe Tel Aviv, Israel. © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
ranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – Vorort von Tel Aviv
Bat Yam, Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt, als es von einer iranischen Rakete getroffen wurde © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – einem Vorort von Tel Aviv
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.  © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.
Ein Gebäude in der Stadt Bat Yam, einem Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde.
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde. © IMAGO/Iranian Red Crescent
Das iranische Luftabwehrsystem feuert in der Nähe des Milad Tower Schüsse ab, die auf israelische Drohnen gerichtet sind.
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde © Vahid Salemi/dpa

Massive Fluchtbewegungen: Zivilbevölkerung in Deir al-Balah erneut auf der Flucht

Anwohner berichteten, dass viele Familien das Gebiet aufgrund israelischer Evakuierungsanordnungen verlassen hätten. „Panzer haben begonnen, sich in den Gebieten der Salah al-Din-Straße, der al-Baraka- und der al-Laham-Straße zu bewegen“, sagt Akram Basheer, ein Bewohner, dessen Haus sich in einem Gebiet außerhalb der militärischen Evakuierungszone befand. Er sagte, er könne Beschuss hören und Rauch über einem der nahe gelegenen UN-Lagerhäuser sehen.

Rabiha Salman, 58, berichtet, die Kämpfe hätten ihre neunköpfige Familie gezwungen, seit Kriegsbeginn zum fünften Mal zu fliehen. „Als sie am Sonntag die Evakuierung des Gebiets ankündigten, dachten wir nicht, dass es wahr sein könnte, aber am Abend, als der Beschuss intensiv wurde, beschlossen wir zu gehen“, sagte sie. Sie fügte hinzu: „Unser ganzes Leben ist zu Vertreibung und Leid geworden, seit fast zwei Jahren.“

Zur Autorin

Louisa Loveluck ist Korrespondentin in London und berichtet über globale Krisen. Von 2019 bis 2023 war sie Büroleiterin in Bagdad und zuvor berichtete sie aus Beirut über den Krieg in Syrien.

Loveluck berichtete aus London und Balousha aus Hamilton, Ontario. Heba Farouk Mahfouz und Siham Shamalakh in Kairo, Abbie Cheeseman in Beirut und Lior Soroka in Tel Aviv trugen zu diesem Bericht bei.

Wir testen zurzeit maschinelle Übersetzungen. Dieser Artikel wurde aus dem Englischen automatisiert ins Deutsche übersetzt.

Dieser Artikel war zuerst am 22. Juli 2025 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.

Rubriklistenbild: © Anadolu Agency/Imago

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