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Washington Post
Eskalation in Gaza: Israel geht weiter mit voller Härte gegen die Hamas vor
Im zentralen Gazastreifen geraten UN-Hilfskräfte und Zivilisten zunehmend ins Visier. Die Lage verschärft sich mit jeder Stunde.
Deir al-Balah – Die Vereinten Nationen berichteten am Montag, dass zwei ihrer Gästehäuser im zentralen Gazastreifen entweder getroffen oder angegriffen wurden. Darunter war auch ein Überfall israelischer Truppen auf eine Unterkunft für Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation. Das Militär rückte in ein Gebiet vor, in dem sich mindestens 50.000 Menschen vor dem monatelangen Bombardement in Sicherheit gebracht hatten.
Gaza: Israel geht weiter mit voller Härte gegen die Hamas vor
Der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, das Gästehaus der Organisation in Deir al-Balah sei dreimal getroffen worden, bevor israelische Streitkräfte das Gelände betraten und Familien sowie Männer von Frauen trennten. Männer wurden laut Tedros unter vorgehaltener Waffe durchsucht und verhört, während Frauen mit ihren Kindern zur Evakuierung gezwungen wurden.
Das israelische Militär reagierte nicht auf mehrfache Anfragen zu den Vorfällen. Eine erste interne Einschätzung deutet jedoch darauf hin, dass die Angriffe auf das WHO-Gästehaus, die kurz nach Mittag Ortszeit begannen, von eingehendem israelischem Feuer stammten. Dies berichtete ein UN-Beamter, der aufgrund der heiklen Lage anonym bleiben wollte. Selbst nachdem die UN das israelische Militär gebeten hatte, das Feuer einzustellen, damit das Personal evakuiert werden könne, drang eine Quadrocopter-Drohne in das Gästehaus ein und explodierte, so der Beamte.
Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern
Weitere UN-Unterkünfte in Deir al-Balah getroffen – Gefahr für Hilfsorganisationen wächst
An anderer Stelle in Deir al-Balah, einem Zentrum für UN- und andere Hilfsorganisationen, wurde auch ein vom UN-Büro für Projektdienste genutztes Gästehaus getroffen. Dabei befanden sich 13 Mitarbeiter im Inneren, wie die Behörde mitteilte. Israelische Panzer hatten denselben Ort im März angegriffen und dabei einen erfahrenen Mitarbeiter getötet.
Der israelische Bodeneinsatz in Deir al-Balah bringt die Truppen tiefer ins Zentrum von Gaza als je zuvor in den 21 Kriegsmonaten. Israels Armeesender berichtete am Montag, Truppen der Golani-Brigade seien im Rahmen einer „gezielten“ Operation in die südlichen Stadtteile eingedrungen, um den Druck auf die Hamas zu erhöhen. Zuvor hatte es „vorbereitende“ Luft- und Artillerieangriffe gegeben.
Evakuierungsanordnungen in Deir al-Balah: Menschliche Katastrophe verschärft sich
Das Militär erließ am Sonntag Evakuierungsanordnungen für weite Teile von Deir al-Balah. Damit wurde eines der letzten Gebiete Gazas, das nicht zur offiziellen Kampfzone erklärt worden war, geräumt. Nun drängen sich die meisten der 2,1 Millionen Einwohner Gazas auf nur 12 Prozent des Gebiets zusammen, so die UN. Sie erklärten, die israelischen Manöver würden ihre ohnehin eingeschränkte Bewegungsfreiheit in Gaza stark behindern und „den humanitären Zugang genau dann ersticken, wenn er am dringendsten benötigt wird“.
Über 59.000 Palästinenser wurden bei Israels Militäreinsätzen in Gaza getötet. Diese begannen, nachdem Hamas-Kämpfer am 7. Oktober 2023 Angriffe im Süden Israels verübt hatten, bei denen etwa 1.200 Menschen getötet und rund 250 als Geiseln genommen wurden.
Die palästinensische Enklave steht unter einer fast vollständigen israelischen Blockade. Viele Bewohner sind unterernährt und dem Hungertod nahe. Ärzte berichten, dass Menschen an Hunger sterben und vor Erschöpfung auf den Straßen zusammenbrechen.
Hungersnot und Tod im Gazastreifen: UN schlägt Alarm
Die Hungerkrise in Gaza hat laut Ross Smith, einem hochrangigen Beamten des UN-Welternährungsprogramms, am Montag bei einer Pressekonferenz in New York „erstaunliche Ausmaße der Verzweiflung“ erreicht. Ein Drittel der Menschen esse tagelang nichts, und ein Viertel der Bevölkerung lebe unter hungersnot-ähnlichen Bedingungen.
Dem Gesundheitsministerium in Gaza zufolge wurden über 1.000 Menschen von israelischen Truppen erschossen, als sie verzweifelt versuchten, an Nahrungsmittelhilfe zu gelangen, die von der von den USA und Israel unterstützten Gaza Humanitarian Foundation verteilt wurde. Die Verteilungsstellen der Organisation befinden sich in oder nahe Gebieten Gazas, die vom israelischen Militär kontrolliert werden. Dieses gibt an, „Warnschüsse“ abgefeuert zu haben, nachdem sich die Truppen bedroht fühlten.
Internationale Kritik an Hilfsverteilung und Gewalt gegen Zivilisten in Gaza
Philippe Lazzarini, Generalkommissar des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge, bezeichnete das GHF-Hilfsprogramm in einer Erklärung als „sadistische Todesfalle“ und eine „massive Menschenjagd in völliger Straflosigkeit“.
„Das Hilfslieferungsmodell der israelischen Regierung ist gefährlich, schürt Instabilität und beraubt die Bewohner Gazas ihrer Menschenwürde“, hieß es in der Erklärung. „Wir verurteilen die tröpfchenweise Verteilung von Hilfsgütern und die unmenschliche Tötung von Zivilisten, einschließlich Kindern, die versuchen, ihre grundlegendsten Bedürfnisse nach Wasser und Nahrung zu stillen.“
Forderungen an Israel und Hamas: Sofortige Freilassung der Geiseln und Aufhebung der Blockade
Die Erklärung forderte die israelische Regierung auf, die Beschränkungen für Hilfslieferungen sofort aufzuheben. Zudem verurteilte sie die Hamas dafür, dass sie weiterhin etwa 50 aus Israel entführte Geiseln festhält, von denen etwa 20 als lebend gelten.
„Wir verurteilen ihre anhaltende Inhaftierung und fordern ihre sofortige und bedingungslose Freilassung“, hieß es in der Erklärung. „Wir rufen alle Parteien auf, Zivilisten zu schützen und die Verpflichtungen des humanitären Völkerrechts einzuhalten.“
Reaktionen aus Israel und Folgen für die Gesundheitsversorgung in Gaza
Ärzte ohne Grenzen teilte am Montag mit, dass Evakuierungsanordnungen und Kämpfe in Deir al-Balah 36 ihrer palästinensischen Kollegen gezwungen hätten, eine stark frequentierte Gesundheitseinrichtung, die Patienten von Hilfsverteilungsstellen behandelt hatte, abrupt zu verlassen, um ihre Familien zu evakuieren.
„Diese neue Vertreibungsanordnung hat auch eine der wichtigsten Lebensadern für die Wasserverteilung im südlichen Gaza beeinträchtigt“, hieß es in einer schriftlichen Mitteilung. „Heute konnten Wasserverteilungslastwagen die Anlage nicht erreichen, und diese Anordnungen werden jeden gefährden, der in naher Zukunft versucht, von hier aus Wasser zu verteilen.“
Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert
Massive Fluchtbewegungen: Zivilbevölkerung in Deir al-Balah erneut auf der Flucht
Anwohner berichteten, dass viele Familien das Gebiet aufgrund israelischer Evakuierungsanordnungen verlassen hätten. „Panzer haben begonnen, sich in den Gebieten der Salah al-Din-Straße, der al-Baraka- und der al-Laham-Straße zu bewegen“, sagt Akram Basheer, ein Bewohner, dessen Haus sich in einem Gebiet außerhalb der militärischen Evakuierungszone befand. Er sagte, er könne Beschuss hören und Rauch über einem der nahe gelegenen UN-Lagerhäuser sehen.
Rabiha Salman, 58, berichtet, die Kämpfe hätten ihre neunköpfige Familie gezwungen, seit Kriegsbeginn zum fünften Mal zu fliehen. „Als sie am Sonntag die Evakuierung des Gebiets ankündigten, dachten wir nicht, dass es wahr sein könnte, aber am Abend, als der Beschuss intensiv wurde, beschlossen wir zu gehen“, sagte sie. Sie fügte hinzu: „Unser ganzes Leben ist zu Vertreibung und Leid geworden, seit fast zwei Jahren.“
Zur Autorin
Louisa Loveluck ist Korrespondentin in London und berichtet über globale Krisen. Von 2019 bis 2023 war sie Büroleiterin in Bagdad und zuvor berichtete sie aus Beirut über den Krieg in Syrien.
Loveluck berichtete aus London und Balousha aus Hamilton, Ontario. Heba Farouk Mahfouz und Siham Shamalakh in Kairo, Abbie Cheeseman in Beirut und Lior Soroka in Tel Aviv trugen zu diesem Bericht bei.
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Dieser Artikel war zuerst am 22. Juli 2025 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.