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News im Ticker
Ukraine-News: Russland versucht, „Städte vollständig auszuschalten“ – Selenskyj prangert Putin-Taktik an
News zum Ukraine-Krieg im Ticker: Klitschko warnt die Bürger Kiews und bittet sie, die Hauptstadt zu verlassen. Derweil prangert Selenskyj Russlands Taktik an.
Update, 10. Januar, 6:14 Uhr: Großbritannien hat 200 Millionen Pfund (rund 230 Millionen Euro) zur Vorbereitung eines Einsatzes britischer Truppen in der Ukraine im Falle einer Waffenruhe bereitgestellt. Mit dem Geld sollten die britischen Streitkräfte mit neuer Ausrüstung ausgestattet werden, damit sie im Rahmen einer multinationalen Truppe für die Ukraine einsatzbereit seien, erklärte das britische Verteidigungsministerium laut der Nachrichtenagentur AFP. Großbritannien, Frankreich und die Ukraine hatten in dieser Woche eine Absichtserklärung unterzeichnet, die die Entsendung von Truppen auf ukrainischem Territorium nach einer Waffenruhe vorsieht.
Ukraine-News: Putin-Armee greift Schiffe im Schwarzen Meer an
Update, 22:44 Uhr: Russland hat nach ukrainischen Angaben zwei Frachtschiffe im Schwarzen Meer angegriffen und dabei ein syrisches Besatzungsmitglied getötet. Das berichtet die russische Exil-Zeitung Moscow Times. Eines der Schiffe war auf dem Weg zum Hafen Tschornomorsk, um Getreide zu laden, das andere transportierte Sojabohnen nahe Odessa. „Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Russland gezielt zivile Objekte, internationale Schifffahrt und Lebensmittellogistik angreift“, sagte der ukrainische Minister Oleksij Kuleba. Kiew wirft Moskau vor, wiederholt Frachtschiffe mit Lebensmitteln im Schwarzen Meer zu attackieren. Bereits im vergangenen Monat beschuldigte die Ukraine Russland, zwei türkische Frachtfähren angegriffen zu haben.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update, 22:08 Uhr: Bei einer Pressekonferenz in Washington mit den Chefs der größten US-Ölkonzerne sagte US-Präsident Donald Trump, er glaube, es sei nicht nötig, den russischen Präsidenten Wladimir Putin gefangen zu nehmen. Mit Blick auf die erfolgreiche US-Operation in Venezuela und die Entführung Maduros fragte ein Journalist Trump: „Würden Sie jemals einen Befehl geben, Wladimir Putin gefangen zu nehmen?“ Trump erwiderte: „Nun, ich glaube nicht, dass das notwendig sein wird. (...) Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu ihm, ich bin sehr enttäuscht.“
Wegen russischen Angriffen auf Ukraine: Lettland will Sitzung des UN-Sicherheitsrats einberufen
Update, 21:40 Uhr: Als Reaktion auf die jüngsten russischen Angriffe auf ukrainische Städte will Lettland eine außerordentliche Sitzung des UN-Sicherheitsrats beantragen. Das kündigte die lettische Außenministerin Baiba Braze auf X an. Russland hatte zuvor die Ukraine erneut mit massiven Schlägen aus der Luft überzogen. Dabei setzte Russland nach eigenen Angaben zum zweiten Mal seit Kriegsbeginn auch seine neue Mittelstreckenrakete Oreschnik ein.
Update, 20.36 Uhr: Nach Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj versucht Russland, mit schweren Luftangriffen mitten im Winter die großen Städte der Ukraine unbewohnbar zu machen. „Die Russen nutzen das Wetter – die Kältewelle – und versuchen, so viele unserer Energieanlagen wie möglich zu treffen“, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. Zuletzt habe es die Hauptstadt Kiew getroffen, davor Dnipro, Saporischschja und Krywyj Rih, wiederum davor Odessa.
„Die Haupttaktik Russlands besteht darin, zu versuchen, Städte vollständig auszuschalten“, sagte Selenskyj. Er verlangte von allen Stadtverwaltungen, vorbereitet zu sein und die Bürger zu schützen. In den angegriffenen Städten ist die Versorgung mit Strom, Wasser, Heizung zum großen Teil ausgefallen. Die Angriffe zeigten, dass Moskau sich nicht um Diplomatie und die Friedensbemühungen der USA schere, sagte Selenskyj. Der Einsatz der Mittelstreckenrakete Oreschnik in der Westukraine an der Außengrenze von EU und Nato sei „eine gleich große Herausforderung für Warschau, Bukarest, Budapest und viele andere Hauptstädte“. Kein Land sei durch sein Verhältnis zu Russland geschützt.
IAEA verhandelt über eine begrenzte Feuerpause am AKW Saporischschja
Update, 19.17 Uhr: Die IAEA verhandelt über eine begrenzte Feuerpause am AKW Saporischschja, um eine beschädigte Stromleitung zu reparieren. Bei Kämpfen am 2. Januar wurde die letzte 330-Kilovolt-Notfallleitung beschädigt, wie IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi in Wien mitteilte.
Das russisch besetzte Kernkraftwerk wird derzeit nur über die 750-Kilovolt-Hauptleitung versorgt. Für die Reparatur durch ukrainische Techniker sei eine Kampfpause etwa zehn Kilometer vom Werk entfernt erforderlich, sagte Grossi. Die IAEA hatte bereits drei Mal solche Feuerpausen ausgehandelt.
Update, 17.10 Uhr: Nach dem schweren russischen Luftangriff auf Kiew hat Bürgermeister Vitali Klitschko den Einwohnern zum zeitweiligen Verlassen der Dreimillionenstadt geraten. 6.000 Wohnblocks, die Hälfte der Mehrfamilienhäuser der ukrainischen Hauptstadt, könnten derzeit nicht geheizt werden, schrieb Klitschko auf Telegram. „Die städtischen Dienste arbeiten im Notfallmodus.“
Der Angriff der vergangenen Nacht sei für die Infrastruktur von Kiew der bislang folgenschwerste des Krieges gewesen. Die Lage werde durch den strengen Winter verschärft. Wer anderswo Energie und Wärme finden könne, sollte die Hauptstadt vorübergehend verlassen, schrieb Klitschko. Dies war kein offizieller Aufruf zur Evakuierung, sondern als Ratschlag an die Kiewer gemeint, auf ihre ofengeheizten Datschen zu fahren oder sich bei Verwandten und Freunden in weniger betroffenen Orten einzuquartieren.
Update, 12.35 Uhr: Die Bundesregierung hat den russischen Angriff auf die Ukraine mit der modernen Mittelstreckenrakete Oreschnik verurteilt. „Während die Ukraine , die USA und Europa sich in den vergangenen Tagen und Wochen sehr intensiv für einen Frieden in der Ukraine einsetzen, hat Russland die Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine eingesetzt“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer am Freitag in Berlin. Die Bundesregierung verurteile dies „aufs Schärfste“.
Mit ihrem Angriff auf zivile ukrainische Energieinfrastruktur habe Russland den Konflikt „nochmals eskaliert“. Es handele sich um „symbolische Drohgebärden“, um weiter Angst zu verbreiten. „Russland eskaliert hier unprovoziert weiter“, sagte Meyer. „An unserer Entschlossenheit wird dies nichts ändern – im Gegenteil: Wir stehen weiter eng an der Seite der Ukraine und setzen unsere umfassende Unterstützung ungemindert fort.“
Update, 10.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach den neuen massiven russischen Angriffen auf sein Land eine „klare“ internationale Reaktion verlangt. „Es bedarf einer klaren Reaktion der Weltgemeinschaft“, erklärte Selenskyj am Freitag im Onlinedienst X. Dies gelte vor allem für eine Reaktion seitens der USA, „deren Signalen Russland wirklich Beachtung schenkt“, fügte er hinzu.
Russland müsse signalisiert werden, „dass es seine Pflicht ist, sich auf die Diplomatie zu konzentrieren“, fügte der ukrainische Staatschef hinzu. Moskau müsse „jedes Mal Konsequenzen spüren, wenn es sich erneut auf Tötungen und die Zerstörung von Infrastruktur konzentriert“.
Ukraine-News: Belgorod in Russland ohne Strom und Wasser nach ukrainischem Angriff
Update vom 9. Januar, 9.35 Uhr: Ein ukrainischer Angriff auf das westrussische Gebiet Belgorod hat nach Angaben der örtlichen Behörden einen großflächigen Ausfall der Strom-, Wärme und Wasserversorgung zur Folge. Der Beschuss eines Infrastrukturobjekts mit Raketen habe 556.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram mit. „Ohne Wärmeversorgung ist fast die gleiche Anzahl, in erster Linie betrifft das 1.920 Mehrfamilienhäuser. Fast 200.000 Menschen sind ohne Wasser und Abwasser“, sagte er in dem Video.
Nach Angaben Gladkows sind die Reparaturarbeiten bereits angelaufen. „Die Situation ist sehr schwierig“, betonte er. Demnach wird versucht, Reservekapazitäten anzuschließen. Zur möglichen Dauer des Blackouts machte er keine Angaben. Am Nachmittag werde er neue Informationen geben, sagte er nur.
Erstmeldung: Kiew/Moskau – Im Ukraine-Krieg scheint eine Mittelstreckenrakete zum Einsatz gekommen zu sein. Laut Moskau hat Russland bei einem Angriff auf die Westukraine die gefürchtete neue Mittelstreckenrakete Oreschnik verwendet. Diese Information stammt vom russischen Verteidigungsministerium. Es war bereits der zweite Einsatz dieser Rakete in der Ukraine.
Das ukrainische Luftwaffenkommando Zakhid hatte bereits am Donnerstagabend auf Facebook mitgeteilt, dass vermutlich eine ballistische Rakete eingesetzt wurde. „Am 8. Januar um 23:47 Uhr führte der Feind einen Raketenangriff auf Infrastruktureinrichtungen in Lwiw mit einer ballistischen Rakete durch. Das Flugobjekt bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 13.000 km/h auf einer ballistischen Flugbahn“, lautete die Erklärung zu diesem jüngsten Angriff. Lwiw befindet sich in der Nähe der polnischen Grenze, etwa 60 Kilometer Luftlinie vom NATO-Gebiet entfernt.
Ob tatsächlich die Oreschnik-Rakete im Ukraine-Krieg eingesetzt wurde, bleibt unklar. Bisher gibt es nur Bestätigungen aus Russland. Der Bürgermeister von Lwiw schrieb in der Nacht auf Telegram: „Ein Update zum Angriff. Es ist unklar, ob es sich um einen Oreschnik handelte. Das Militär wird die Informationen bereitstellen.“ Auch das Luftwaffenkommando erklärte, dass der genaue Raketentyp erst nach der Untersuchung aller Komponenten festgestellt werden könne.
Laut der Kyiv Post rechtfertigt das russische Verteidigungsministerium den Einsatz der Mittelstreckenrakete mit einem „terroristischen Anschlag“ der Ukraine auf die Residenz des russischen Präsidenten. „Als Reaktion auf den Terroranschlag des Kiewer Regimes auf die Residenz des Präsidenten der Russischen Föderation in der Region Nowgorod haben die russischen Streitkräfte heute einen massiven Angriff mit land- und seegestützten Präzisionswaffen mit großer Reichweite, darunter das mobile Mittelstreckenraketensystem Oreschnik, gestartet“, hieß es in der Erklärung.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland
In der Nacht zum Freitag berichtete Ukrainska Pravda, dass die Strahlungs- und Schadstoffwerte in Lwiw nach dem russischen Raketenangriff im Ukraine-Krieg im Normbereich liegen. „Am Ort des Raketenangriffs in Lwiw wurden Laboruntersuchungen durchgeführt. Die Strahlungswerte liegen im Normbereich. Es wurden keine Überschreitungen der Schadstoffkonzentrationen in der Luft festgestellt“, teilte Maksym Kozytskyi, der Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Lwiw, auf Telegram mit.
Während die Details des Raketenangriffs im Ukraine-Krieg noch untersucht werden, hat US-Präsident Donald Trump seine Unterstützung für ein neues Sanktionspaket gegen Russland im Zuge des Ukraine-Konflikts signalisiert. „Ich unterstütze es“, sagte er in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. Er fügte jedoch hinzu: „Ich hoffe, dass wir es nicht verwenden müssen.“ Bereits „große Sanktionen gegen Russland“ seien verhängt worden, und die russische Wirtschaft sei „sehr schlecht“, so Trump. Russland sei jedoch größer und einflussreicher als die Ukraine.
In den vergangenen Monaten hatte Trump wegen des anhaltenden Krieges in der Ukraine mehrere Maßnahmen gegen die russische Wirtschaft ergriffen. Dazu gehören Sanktionen gegen die größten russischen Ölunternehmen und Strafzölle gegen Indien wegen dessen Handelsbeziehungen mit Russland.
Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte hat sich zu den aktuellen Verlusten Russlands im Ukraine-Krieg geäußert. Demnach hat die Armee von Wladimir Putin in den vergangenen 24 Stunden 1030 Soldaten verloren. Seit Beginn der Kämpfe am 24. Februar 2022 beläuft sich die Zahl der getöteten oder verwundeten Soldaten auf etwa 1.216.930. Zudem hat Russland 11.526 Panzer, 23.882 gepanzerte Kampffahrzeuge und 35.892 Artilleriesysteme verloren. (fbu mit Agenturen)