Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
„Unmenschliche Maßnahme“
USA: Visaerteilung für Menschen aus dem Gazastreifen ausgesetzt
Die US-Regierung hat die Visa-Vergabe für medizinische Härtefälle aus Gaza eingestellt. Vorausgegangen war Kritik einer ultrarechten Aktivistin.
Washington, D.C. – Die USA haben die Einreise per Besuchsvisum für Personen aus dem Gazastreifen bis auf Weiteres gestoppt. Das Außenministerium unterziehe die „Prozesse und Verfahren, die in den letzten Tagen zur Ausstellung einer kleinen Zahl temporärer medizinisch-humanitärer Visa verwendet wurden“, einer gründlichen Überprüfung, teilte das US-Ministerium am Samstag auf der Plattform X mit. Währenddessen treibt Israel die Offensive im Gazastreife voran.
Diese Art von Visum sei in den vergangenen Wochen eine Möglichkeit für die medizinische Behandlung von schwerstkranken Menschen, darunter kleine Kinder, in den USA gewesen, schrieb New York Times. Wie viele dieser Visa genau in jüngerer Zeit ausgestellt wurden, teilte die Regierung nicht mit. Auch ob der Stopp nur für Neuvergaben gilt oder auch für bereits erteilte Visa, war zunächst nicht klar. Seit Langem weisen Fachleute darauf hin, dass besonders Kinder im Gazastreifen den Kriegsfolgen nahezu schutzlos ausgeliefert sind.
Hilfsorganisationen warnen: US-Stop für Gaza-Evakuierungen gefährdet schwer verletzte Kinder
Die US-Hilfsorganisation Heal Palestine hatte die Reisen von Menschen aus dem Palästinensergebiet zur medizinischen Behandlung in den USA organisiert. Die Organisation hatte kürzlich mitgeteilt, die Verlegung von elf schwer verletzten Kindern aus dem Gazastreifen sowie der sie betreuenden Menschen und von Geschwistern organisiert zu haben. Es habe sich um „die größte einzelne Evakuierung“ verletzter Kinder aus dem Gazastreifen in die USA gehandelt.
Der Palestine Children’s Relief Fund mit Sitz in den USA forderte die Trump-Regierung am Samstag auf, die Entscheidung zum Stopp medizinischer Einreisen rückgängig zu machen. Die Organisation sprach von einer „gefährlichen und unmenschlichen Maßnahme“ und betonte, dass Evakuierungen für die Kinder aus Gaza eine überlebenswichtige Rettungsleine seien – ohne sie drohten angesichts des kollabierten Gesundheitssystems „unvorstellbares Leid oder der Tod“, so die Organisation.
Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen
Nach Hetze von Trump-Unterstützerin: US-Regierung stoppt Visa für Kranke aus Gaza
Hintergrund der Entscheidung sind der Zeitung zufolge Äußerungen der ultrarechten Aktivistin Laura Loomer, die auf X Stimmung gegen Einreisen aus dem Gazastreifen gemacht hatte. Loomer, eine Unterstützerin von US-Präsident Donald Trump, hatte am Freitag Aufnahmen auf X veröffentlicht, die Palästinenser bei der Einreise in die USA zeigen sollen.
„Warum kommen überhaupt islamische Eindringlinge unter der Trump-Regierung in die USA?“, fragte sie. In ihrem Visier: Die Organisation „HEAL Palestine“ mit Sitz in Ohio, die laut der New York Times Familien aus Gaza hilft, verwundete und kranke Kinder für eine medizinische Versorgung in die USA zu bringen.
In weiteren X-Posts bezeichnete Loomer die Einreisen als „nationales Sicherheitsrisiko“ und insistierte, es gebe genug muslimische Länder, die sich eine Aufnahme der Behandlungsbedürftigen leisten könnten. „Leuten aus Gaza zu erlauben, in die USA zu kommen, ist Amerika-Zuletzt-Politik. Wir sind voll.“ Damit zielte Loomer auf Trumps Versprechen von „America First“ – also eine Politik, die die USA beziehungsweise die Amerikaner an erste Stelle setzt. Dass die US-Regierung die Visa-Vergabe nun pausiert, verbuchte Loomer als Erfolg für sich. (dpa/jal)