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Humanitäre Blockade in Gaza
Hungerkatastrophe in Gaza kostet immer mehr Kinder ihr Leben
Im Gazastreifen sterben über 100 Menschen an Hunger. Besonders betroffen sind Kinder. Hilfsorganisationen schlagen Alarm und fordern ein Ende von Israels Blockade.
Berlin – Die Hungerkatastrophe im Gazastreifen fordert immer mehr Todesopfer. Laut dem Gesundheitsministerium sind über 113 Menschen an Unterernährung gestorben. Davon waren demnach mit 81 die überwältigende Mehrheit Kinder.
Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert
Die Regierung von Benjamin Netanjahu blockiert weiter den Zugang von Lebensmitteln in den palästinensischen Küstenstreifen. Stattdessen fordert die von Israel und den USA unterstützte „Gaza Humanitarian Foundation“ die Menschen auf, zu einzelnen Verteilerstationen zu kommen. Dort haben Sicherheitskräfte laut UN seit Ende Mai über 1000 hungernde Menschen getötet. Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen bezeichneten die Ausgabestellen als „Todesfallen“.
Preise für Lebensmittel in Gaza sind teilweise über 3000 Prozent gestiegen
„Scharfschütz:innen eröffnen wahllos das Feuer auf Menschenmengen, als hätten sie eine Lizenz zum Töten“, teilte der Chef des UN-Palästinenserhilfswerks, Philippe Lazzarini, mit. „Eine massive Menschenjagd, völlig straffrei. Das kann nicht unsere neue Normalität sein, humanitäre Hilfe ist nicht die Aufgabe von Söldner:innen.“
Auf dem freien Markt sind Lebensmittel in Gaza kaum zu bekommen. Laut UN kosteten 25 Kilo Mehl bereits Ende Mai 420 Dollar, ein Preisanstieg um über 3000 Prozent seit Oktober 2023. Laut BBC verkaufen Menschen ihre persönlichen Besitztümer, um Grundnahrungsmittel zu bekommen.
Menschenrechtsorganisationen: Israel setzt Hunger als Kriegswaffe gegen Menschen in Palästina ein
Menschenrechtsorganisationen werfen der Regierung von Israel schon seit Monaten einen Völkermord an Palästinenser:innen vor. Schon 2024 begründeten sie diesen unter anderem mit dem Einsatz von Hunger als Kriegswaffe.
Auch Journalist:innen und ihre Angehörige sind direkt von der humanitären Blockade durch die israelische Regierung betroffen. Mitarbeitende der französischen Nachrichtenagentur AFP haben am Montag einen Hilferuf veröffentlicht. „Seit der Gründung der AFP im August 1944 haben wir Journalisten in Konflikten verloren, wir hatten Verletzte und Gefangene in unseren Reihen, aber keiner von uns kann sich daran erinnern, jemals einen Mitarbeiter verhungern gesehen zu haben. Wir weigern uns, sie sterben zu sehen.“
Der Aufruf von rund 30 Staaten, den Krieg im Gazastreifen zu beenden, hat bei der Regierung von Benjamin Netanjahu bisher wenig bewirkt. Inzwischen haben über 1000 Organisationen eine Petition unterzeichnet, dass Diplomat:innen persönlich einen Konvoi an Lebensmittellieferungen nach Gaza begleiten sollen, um den Zugang zu sichern.