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Globaler Handelskonflikt

Von „America First“ zu „America Alone“? Trumps gefährlicher Kurs

Trumps Zollpolitik versprach Stärke, doch sie bringt Isolation. Handelskrisen, Schulden und Unsicherheit bedrohen die Rolle der USA als globale Wirtschaftsmacht.

Frankfurt – Unter dem Banner von „America First“ wollte Donald Trump die Vereinigten Staaten wirtschaftlich stärken und „fairen Handel“ durchsetzen. Was als ambitioniertes Projekt zur Sicherung nationaler Interessen begann, entwickelt sich zunehmend zum wirtschaftlichen Bumerang. Die protektionistische Zollpolitik der USA führt nicht nur zu internationalen Handelskonflikten, sondern schadet auch der heimischen Wirtschaft, dem Investitionsklima und der politischen Glaubwürdigkeit.

„Wir bauen die stärkste Wirtschaft, die Amerika je hatte“

Seit dem 2. April überschlagen sich in der US-Handelspolitik die Ereignisse. Globale Partner werden vor den Kopf gestoßen, Lieferketten unterbrochen, Gespräche abgebrochen und Verunsicherung geschürt. Dennoch hält die Trump-Administration an ihrer Linie fest. „Wir bauen die stärkste Wirtschaft, die Amerika je hatte“, erklärte ein Regierungsberater optimistisch. Steuererleichterungen und neue Handelsabkommen würden das Fundament für anhaltenden Wohlstand legen – trotz kurzfristiger Volatilitäten.

US-Zölle: Handelskonflikte dominieren den IWF-Gipfel

Bei der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) war der Handelskonflikt das alles überschattende Thema. Vertreter führender Wirtschaftsnationen trafen sich in Washington, um ihre Sorgen zu teilen. Auch Jörg Kukies, Deutscher Bundesfinanzminister, sprach mit hochrangigen US-Vertretern wie US Trade Representative Jamieson Greer und dem Chef des National Economic Councils, Kevin Hassett. Die Botschaft war eindeutig: Ein offener Dialog ist unerlässlich – gerade bei unterschiedlichen Positionen.

Kukies betonte die Bedeutung der EU-Kommission für die Bündelung europäischer Interessen. Nur durch Geschlossenheit könne Europa seine Stimme im globalen Handelsdiskurs behaupten.

Der IWF hat keine sonderlich guten Nachrichten für die Weltwirtschaft. (Archivbild)

Steigende Schulden als zweite Baustelle

Neben dem Welthandel rückte auch die US-Staatsverschuldung in den Fokus. Diese liegt im Jahr 2025 bei über 35 Milliarden US-Dollar. Der neue IWF-Schuldenreport sagt: Das wird noch schlimmer. Die Schuldenquote der USA soll von aktuell rund 92 Prozent bis 2027 auf über 125 Prozent steigen – ein Niveau, das zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg erreicht wurde. Laut Handelsblatt rechnen US-Haushaltsexperten sogar mit einem Anstieg auf 142 Prozent in den Jahren danach.

Ein Grund: Das US-Haushaltsdefizit lag bereits im vergangenen Jahr bei rund sieben Prozent. Dennoch verabschiedete der Kongress ein Maßnahmenpaket, das die Schuldenlast in den kommenden zehn Jahren um bis zu 5,8 Billionen Dollar erhöhen wird. Die geplanten Steuersenkungen im Umfang von 4,5 Billionen Dollar könnten die Lücke weiter vergrößern.

Ökonomische Unsicherheit weltweit

Trumps Zollpolitik hinterlässt Spuren. Der IWF sieht in der zunehmenden Unsicherheit ein eigenständiges ökonomisches Risiko. Investitionen werden aufgeschoben, Konsumentscheidungen verzögert, und das Vertrauen in langfristige Stabilität schwindet. Die negativen Auswirkungen dieser Verunsicherung sind längst messbar: Der IWF senkte zuletzt seine Wachstumsprognose – besonders deutlich für die USA selbst. Dort soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr nur 1,8 Prozent wachsen, was ein Minus von 0,9 Prozentpunkten von der vorherigen Prognose bedeutet.

Sprunghafte Kommunikation: Auf Trump ist kein Verlass

Internationale Beobachter zeigen sich zunehmend irritiert über die sprunghafte Kommunikation der Trump-Regierung. Beim IWF-Treffen etwa kündigte der US-Präsident zunächst eine Einigung mit China an – nur um Stunden später wieder zurückzurudern. Solche Kehrtwenden sind längst keine Ausnahme mehr, sondern Teil eines Musters. „Man weiß kaum noch, was die US-Regierung will oder ob sie sich an Abmachungen hält“, zitierte das Handelsblatt einen IWF-Teilnehmer.

Rubriklistenbild: © Alex Brandon/dpa

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