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Öltanker auf der Flucht
Trumps Jagd auf Venezuelas „Geistertanker“: USA verfolgen „Bella 1“ – massenhaft Notrufe abgesetzt
Nachdem das US-Militär zwei Öltanker vor Venezuela beschlagnahmt hat, wird nun ein drittes Schiff verfolgt. Das hat Verbindungen zum Iran. Die Jagd dauert an.
Caracas/Washington, D.C. – 75 Notrufe hat der riesige Tanker mit dem roten Deck bereits abgesetzt. Seit Samstag (20. Dezember) wird die „Bella 1“ vom US-Militär unter Donald Trump durch die internationalen Gewässer der Karibik verfolgt. Das berichten die New York Times und die Nachrichtenagentur Reuters. Sie berufen sich dabei auf anonyme Aussagen von drei US-Beamten. Laut der Times hat der Tanker Verbindungen zu Venezuela und zum Iran.
Hintergrund der Verfolgungsjagd ist Donald Trump „War on Drugs“ gegen Venezuela. Trump wirft Venezuela seit Monaten vor, die Verschiffung von Drogen in die USA zu ermöglichen. Das Land unter Nicolás Maduro sei ein „Narco-Staat“. Diese Vorwürfe sind nicht bestätigt. Donald Trump nutzt dieses Narrativ jedoch, um immer wieder Angriffe auf venezolanische Schiffe durchzuführen und die US-Militärpräsenz in der Region zu verstärken. Mitte Dezember setzte das US-Militär dann einen Tanker unter guyanischer Flagge in den internationalen Gewässern vor Venezuela fest. Kurz darauf kündigte Donald Trump an, alle von den USA sanktionierten Öltanker zu blockieren, die Venezuela anlaufen oder verlassen.
„Schattenflotte“: Donald Trump lässt Öltanker vor Venezuela beschlagnahmen
In den frühen Stunden des 20. Dezember setzte das US-Militär dann die „Centuries“ in internationalen Gewässern fest. Der Öltanker war von Venezuela aus nach Osten unterwegs und fuhr unter panamaischer Flagge, stand aber nicht auf der Liste der US-sanktionierten Schiffe. Die stellvertretende Pressesprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, rechtfertigte die Operation trotzdem mit folgenden Worten: „Es handelte sich um ein Schiff unter falscher Flagge, das als Teil der venezolanischen Schattenflotte operierte, um gestohlenes Öl zu schmuggeln und das narco-terroristische Maduro-Regime zu finanzieren.“
Einige Stunden später folgte dann die Verfolgung der „Bella 1“. Der Tanker transportierte laut den Recherchen der Times keine Fracht und war vom Iran auf dem Weg nach Venezuela. Die Journalisten der Times lokalisierten das Schiff auf Satellitenbildern am 18. August vor der iranischen Insel Charg – obwohl die offiziellen Signale das Schiff weiter südlich zeigten. Laut den Journalisten hat das Schiff also seinen Standort gefälscht. Der Tanker steht wegen des Transports iranischem Öls seit letztem Jahr unter US-Sanktionen. Laut US-Bundesbehörden wird es zur Finanzierung des Terrorismus verkauft.
Von Maduro bis Milei: Die lange Liste der Populisten Lateinamerikas
Beiden Schiffen wird also vorgeworfen, Teil der sogenannten „Schattenflotte“ zu sein. Der Begriff bezeichnet Tanker, die trotz Sanktionen gegen Länder wie Venezuela oder Russland deren Güter (wie Öl) transportieren. Oft fahren sie dafür unter anderer Flagge und veränderten Dokumenten. Diese Tanker werden manchmal auch als „Dunkle Flotte“ oder „Geister“- und „Phantomschiffe“ bezeichnet.
Tanker „Bella 1“ seit Samstag auf der Flucht vor Donald Trumps US-Militär
Laut den Angaben der anonymen US-Beamten bei der Times fuhr die „Bella 1“ am 20. Dezember ohne Flagge, was es unter internationalem Seerecht möglich macht, es auf See zu entern. Andere Quellen geben an, dass das Schiff unter falscher Flagge fährt. Laut den Beamten beantragten die amerikanischen Behörden einen richterlichen Beschlagnahmungsbefehl, der es ihnen ermöglichte, das Schiff in Besitz zu nehmen. Der Befehl war aber nicht wegen der Verbindung des Schiffs zu Venezuela beantragt worden, sondern wegen der Verbindung zum iranischen Ölhandel. Interessanterweise beantragten die US-Behörden keine richterlichen Beschlüsse für die Beschlagnahmung der anderen zwei Tanker.
Die „Bella 1“ verweigerte den US-Kräften, an Bord zu kommen und floh Richtung Atlantik. Bei der Times spricht einer der Beamten von einer „aktiven Verfolgung“. Bis zum Sonntagabend versendete die das Schiff 75 Hilferufe an umliegende Schiffe. Der Blogger „NewsFromSea“ berichtete zuerst über die Signale.
Crude oil tanker BELLA 1 (IMO 9230880), under US OFAC sanctions, has been transmitting repeated HF DSC distress alerts (All Ships) for ~2 hours near 18N 58W. Multiple distress relays by nearby vessels and MRCCs. Situation appears ongoing. #Distress#Bella1pic.twitter.com/ABO1ghP4Am
Geht es um Drogen oder Öl? Donald Trump jagt Öltanker aus Venezuela
Im Licht dieser Entwicklungen wachsen die venezolanischen Befürchtungen, dass es Donald Trump auf seine Ölreserven abgesehen hat. Sie gehören zu den größten der Welt, Trump und seine Berater haben ihr Interesse daran bereits deutlich gemacht. Die venezolanische Regierung warf Donald Trump nach den jüngsten Entwicklungen vor, auf „völlig irrationale Weise“ eine Seeblockade gegen Venezuela zu verhängen, um sich den Reichtum des Landes anzueignen. Die Regierung kündigte an, die Beschlagnahme der „Centuries“ vor die Vereinten Nationen (UN) zu bringen.
Trump behauptet, das südamerikanische Land habe Öl, Land und andere Vermögenswerte von den USA gestohlen. Diese müssten zurückgegeben werden, berichtet die Tagesschau. Hintergrund ist die Verstaatlichung der venezolanischen Ölfelder Anfang der 2000er-Jahre. Betroffen waren auch US-Firmen, in der Folge entbrannte ein Streit um Entschädigungszahlungen. Die „Bella 1“ ist weiter auf der Flucht vor den US-Kräften. Bisher ist noch nicht bekannt, ob die USA das Schiff eingeholt haben. Das Pentagon und das Weiße Haus haben sich zu den Vorgängen nicht geäußert. (Quellen: Focus Online, New York Times, Reuters, Tagesschau, ntv) (cdz)